Als vor rund 12.000 Jahren die letzte Eiszeit endet, ändern die Menschen ihre Lebensweise von Grund auf. Sie geben ihr Dasein als Jäger und Sammler auf und lassen sich dauerhaft nieder. Das mildere Klima ermöglicht den Menschen, Pflanzen anzubauen, Tiere zu halten und feste Behausungen zu errichten. Doch sie gehen ein Wagnis ein, denn die Sesshaftigkeit bringt nicht nur zahlreiche Vorteile mit sich, sondern auch ungeahnte Herausforderungen. Von den ersten Versuchen der Sesshaftigkeit zeugen die monumentalen Großbauten von Göbekli Tepe. Forschende rätseln noch immer, welchem Zweck die riesige Anlage diente, die viele Jahrtausende älter ist als Stonehenge. Fest steht, dass sie ein Ausdruck von Kultur war: Rituale, Bräuche, Symbole, Kunst, Geschichten und Ideen - über Generationen hinweg mündlich weitergegeben - werden greifbar. Und sie zeugt davon, dass sich dort viele Menschen versammelten und vernetzten. Und ihre Zahl wuchs. In der Region um den "Fruchtbaren Halbmond" entstanden nicht nur immer mehr Siedlungen, sondern auch eine der ersten Großsiedlungen der Welt - Çatalhöyük. Sie hatte mehrere Tausend Einwohner. Wohnbauten und Ställe standen dort so dicht gedrängt, dass kein Platz für Straßen und Plätze blieb. Die Wohnräume waren nur über die Dächer zugänglich. Dort spielte sich auch das öffentliche Leben ab. Doch das enge Zusammenleben brachte Probleme: Neue Krankheiten entstanden, es gab mehr Konflikte und Gewalt. In Ägypten zeigt sich hingegen, dass große Siedlungen durchaus gedeihen konnten. Die Menschen waren mittlerweile in der Lage, in einer Gemeinschaft zu leben. Und dank der Hieroglyphenschrift ließ sich die Gemeinschaft gut organisieren. Noch war nur eine Elite schreibkundig, doch mit der Erfindung des Alphabets lernten auch einfache Menschen lesen und schreiben. Das sorgte für einen enormen Entwicklungsschub, an dessen Ende unsere moderne Gesellschaft steht. Vor 300.000 Jahren bevölkerten verschiedene Menschenarten die Erde. Warum sind heute nur noch wir, die Spezies Homo sapiens, übrig? Neue Entdeckungen zeigen, dass unsere Geschichte voller Überraschungen steckt.
20 Jahre war die Raumsonde "Cassini" im Weltall unterwegs. Sie lieferte einzigartige Einblicke und bahnbrechende Erkenntnisse über den Gasplaneten Saturn und seine 82 Monde. "Cassini" hat ein umfangreiches Vermächtnis hinterlassen. Die gestochen scharfen Bilder, die die Sonde vom aktiven Eismond Enceladus zur Erde schickte, sind beispiellos. "Cassini" beobachtete Geysire auf Enceladus. Tatsächlich schoss Wasser in die Höhe. "Cassini" wird als die bisher wissenschaftlich ergiebigste interplanetarische Mission in die Geschichte eingehen. 13 Jahre lang erforschte die Raumsonde den Saturn und seine 82 Monde. Dabei entdeckten die Wissenschaftler mehr als erwartet. Eine Hommage an "Cassini" und ihre Erfolge.
Unsere Galaxie in einer Milliarde Jahren. Ein Planet, verdeckt von einer dichten Wolkendecke. Tief darunter eine fremdartige Landschaft. Die Oberfläche: sengend heiß. Der Druck: unerträglich. Dieses Bild zeichnen Wissenschaftler in ferner Zukunft von der Erde, denn unser Planet hat einen Zwilling: die Venus. Auch dort gab es einst Wasser - doch die Nähe zur Sonne und Vulkanismus zerstörten das Klima. Wissenschaftler erklären, welches Schicksal unseren Planeten erwartet und warum wir den kosmischen Klimawandel wohl kaum aufhalten können. Dutzende Sonden haben in den vergangenen Jahrzehnten aufschlussreiche Daten über den Schwesterplaneten der Erde gesammelt. Sie liefern uns erste Aufnahmen und ergründen die einstige Existenz von Wasser auf dem Höllenplaneten. Irdisches Leben kann auf der über 400 Grad Celsius heißen Oberfläche der Venus kaum existieren. Doch Astrobiologe Prof. Lewis Dartnell glaubt, dass einige Lebensformen selbst unter den extremen Bedingungen auf der Venus überstehen können.
Kein anderes Objekt im Weltall ist so energiereich und groß wie die supermassiven Schwarzen Löcher, die scheinbar in jeder Galaxie zu finden sind, so wie auch im Zentrum der Milchstraße. Supermassive Schwarze Löcher befinden sich im Zentrum vieler Galaxien. Niemand weiß genau, woher sie kommen und wie sie so groß werden. Fressen sie Antimaterie, oder entstehen sie aus sterbenden Sternen? Und könnten sie der Anfang allen Ursprungs sein? Schwarze Löcher gibt es überall im Universum - im Zentrum fast jeder Galaxie sind sie zu finden. Das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße trägt den Namen Sagittarius A*. Seine Masse entspricht vier Millionen Sonnenmassen. Aber im Vergleich zu anderen entsprechenden Objekten ist es geradezu winzig. Supermassive Schwarze Löcher verschlingen Sterne und spielen mit ihrem massiven Energiefeld eine zentrale Rolle in Galaxien. Sie sind die Giganten des Universums. Aber wie erreichen diese rätselhaften Formationen diese Größe? Die Forscher können nur spekulieren, da es bislang nur sehr verschwommene Aufnahmen von Schwarzen Löchern gibt. Wie werden Sterne geboren, welche Gefahren gehen von Schwarzen Löchern aus, und wie funktioniert das Universum wirklich? Diese Wissenschaftsreihe nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine Reise in die Tiefen des Kosmos. Jede Folge befasst sich mit einem spannenden Themengebiet der Astronomie und zeigt Errungenschaften der modernen Weltraumforschung. Von fernen Sonnensystemen über Dunkle Materie bis zu den Elementen, die vor vielen Milliarden Jahren entstanden sind. Die Geschichte des Universums liegt oft unter Alltäglichem verborgen.
Jupiter in neuem Licht - Eine Reise durch Raum und Zeit
USA 2019
43'
Der Riesenplanet Jupiter wird auch als König des Sonnensystems bezeichnet. Mit der Sonde Juno will die NASA mehr über ihn erfahren. Doch Juno gerät auf ihrer Reise in unbekannte Gebiete. Gigantische Stürme, schillernde Polarlichter und seltsame magnetische Störungen - die Bilder, die Juno auf ihrer Mission sammelt, geben den Forscherinnen und Forschern neue Rätsel auf. Doch sie könnten der Schlüssel zu neuen Erkenntnissen sein. Mit der rund einer Milliarde Euro teuren Juno-Mission ist es erstmals möglich, detaillierte Aufnahmen von der Oberfläche und der Umgebung des Riesenplaneten zu machen. Der Flugplan von Juno führt das Raumschiff in unbekanntes Gebiet. Die Juno-Sonde blickt sogar durch die dicken Gasschichten, die den Jupiter umgeben, und liefert damit völlig neue Erkenntnisse über bislang unbekannte Sturmsysteme. Anhand der Aufnahmen von Juno könnten Astronomen und Planetologen neue Schlüsse über die Entstehung unseres Sonnensystems ziehen. Doch der Jupiter und seine Atmosphäre sind unberechenbar. Tödliche Strahlungsgürtel könnten der Mission ein jähes Ende setzen. Um das Projekt nicht zu gefährden, muss das NASA-Team Juno näher an die Wolkengipfel des Jupiters heranführen, als es je ein Raumschiff zuvor getan hat. Wie werden Sterne geboren, welche Gefahren gehen von Schwarzen Löchern aus, und wie funktioniert das Universum wirklich? Diese Wissenschaftsreihe nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine Reise in die Tiefen des Kosmos. Jede Folge befasst sich mit einem spannenden Themengebiet der Astronomie und zeigt Errungenschaften der modernen Weltraumforschung. Von fernen Sonnensystemen über Dunkle Materie bis zu den Elementen, die vor vielen Milliarden Jahren entstanden sind. Die Geschichte des Universums liegt oft unter Alltäglichem verborgen.
Die ersten Ozeane - Eine Reise durch Raum und Zeit
USA 2015
45'
Etwa zwei Drittel der Erde sind mit Wasser bedeckt - sie ist damit der einzige Planet im Sonnensystem, auf dem es in flüssiger Form vorliegt. Doch woher kommt das Wasser auf der Erde? Lange wurde vermutet, dass die H2O-Moleküle aus den Tiefen des Universums zu uns gelangt sind - von weit entfernten Sternen oder durch heftige Asteroiden-Bombardements. Aber eine neue Entdeckung legt nahe, dass ihre wahre Herkunft noch exotischer sein könnte. Manche Planetenforscher bringen einen bislang kaum beachteten Akteur ins Spiel: Jupiter. Nach dem sogenannten Grand-Tack-Modell könnte der Gasriese vor Milliarden Jahren gigantische Mengen Wasser zur Erde geschaufelt haben.
Nur ein Sechstel des Universums besteht aus sichtbarer Materie, während sich der Großteil des Weltalls aus einer unbestimmten Substanz zusammensetzt, die Astronomen "Dunkle Materie" nennen. Dunkle Materie ist eines der größten Rätsel der Kosmologie. Sie soll der entscheidende Baustein des Universums sein. Doch Forscher wissen noch immer nicht, worum es sich genau dabei handelt oder wie man sie zuverlässig messen könnte. Obwohl sie unsichtbar ist, sind sich Wissenschaftler ihrer Existenz sicher. Doch bis heute gibt es eigentlich keinen fassbaren Beweis. Die Astronomin Vera Rubin trug in den 1960er-Jahren mit einer bahnbrechenden Entdeckung dazu bei, dass die Forschung auf Spuren aufmerksam wurde, die in Zusammenhang mit Dunkler Materie stehen könnten. Sie beschäftigte sich mit der Bewegung von Galaxien und erkannte, dass sie sich anders bewegen, als nach der Anziehungskraft der sichtbaren Materie zu erwarten ist. Daraus schloss sie, dass etwas mit einer großen Masse vorhanden sein musste, das aber weder gesehen noch gemessen werden konnte und das die Geschwindigkeit der Himmelskörper noch zusätzlich beeinflusste: die Dunkle Masse. Wie werden Sterne geboren, welche Gefahren gehen von Schwarzen Löchern aus, und wie funktioniert das Universum wirklich? Diese Wissenschaftsreihe nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine Reise in die Tiefen des Kosmos. Jede Folge befasst sich mit einem spannenden Themengebiet der Astronomie und zeigt Errungenschaften der modernen Weltraumforschung. Von fernen Sonnensystemen über Dunkle Materie bis zu den Elementen, die vor vielen Milliarden Jahren entstanden sind. Die Geschichte des Universums liegt oft unter Alltäglichem verborgen.
Leuchtende Diamantplaneten, lichtfressende Gasriesen - die Vielfalt im All ist scheinbar unendlich. Ist es möglich, dass es irgendwo im All auch eine zweite Erde gibt? Auf der Suche nach Sonnensystemen, die dem unseren gleichen, entdecken Astronomen immer wieder neue, geheimnisvolle Welten, die die Wissenschaftler verblüffen. Doch bislang haben sie noch kein Solarsystem gefunden, das Ähnlichkeiten zu unserer Welt aufweist. Seit Jahrzehnten halten Astronomen Ausschau nach einem Planeten, der unserer Erde in seiner Beschaffenheit nahekommt. Gibt es in den Weiten des Alls Planeten wie die Erde, oder ist unser Heimatplanet mit seinen vielfältigen Lebensformen doch einzigartig? 2016 machen Forscher eine Entdeckung: Der Planet, der der Erde am ehesten ähnelt, ist Proxima b, der den der Sonne nächstgelegenen Stern Proxima Centauri umkreist. Seine Nachtseite ist tiefgefroren, und seine Tagseite ähnelt einer verbrannten Wüste. Aber zwischen diesen Zonen, vermuten Wissenschaftler, könnte es einen schmalen Streifen geben, der sich um den gesamten Planeten zieht. Dort würde zwar immer Dämmerung herrschen - aber unter den richtigen Umständen könnte dort Leben möglich sein. Wie werden Sterne geboren, welche Gefahren gehen von Schwarzen Löchern aus, und wie funktioniert das Universum wirklich? Diese Wissenschaftsreihe nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine Reise in die Tiefen des Kosmos. Jede Folge befasst sich mit einem spannenden Themengebiet der Astronomie und zeigt Errungenschaften der modernen Weltraumforschung. Von fernen Sonnensystemen über Dunkle Materie bis zu den Elementen, die vor vielen Milliarden Jahren entstanden sind. Die Geschichte des Universums liegt oft unter Alltäglichem verborgen.
Überwachungssysteme lauern überall und beobachten uns. Großstadtbewohner tauchen täglich auf Hunderten Überwachungsbändern auf. Wie weit ist es da noch bis zur totalen Überwachung? Bei einer Rundumüberwachung hätten Verbrecher keine Chance mehr. Doch wäre eine Welt ohne Privatsphäre wünschenswert? Wie würde sie den Alltag beeinflussen? Wissenschaftler untersuchen, warum heute viele so freizügig mit ihren Daten umgehen. Gerade in den sozialen Medien werfen die User freiwillig mit persönlichen Informationen um sich. Unternehmen nutzen diese für ihre Zwecke, um zum Beispiel Persönlichkeitsprofile zu erstellen. Das Recht auf Privatsphäre gerät dabei scheinbar in Vergessenheit.
In Nordkorea droht Menschen der Tod, wenn sie zum Beispiel den korpulenten Machthaber Kim Jong Un als "fett" bezeichnen. Über den Alltag in diesem rätselhaften Land ist wenig bekannt. Viele Menschen in Nordkorea leiden unter chronischer Unterernährung. Doch wer sich über die Zustände im Land beschwert, kann schnell in einem Arbeitslager enden. Trotz der Entbehrungen in ihrem harten Alltag sind die meisten Nordkoreaner extrem stolz auf ihr Land. Nordkorea, auch das "Einsiedler-Königreich" genannt, bleibt für den Westen ein Rätsel - in einem Chaos aus Fehlinformationen, internationalem Misstrauen und Angst. Die Bewohner leben isoliert von der Welt, provoziert durch die Politik ihrer eigenen Regierung. Viele von ihnen betrachten sich als bloße Marionetten des Staatsapparates. Die Dokumentation zeigt: Es sind ganz normale Menschen, die einfach nur zu überleben versuchen. Und trotz allem Leid und der Mangelernährung bedeutet den Nordkoreanern der Stolz auf ihr Land sehr viel. Mit nahezu religiöser Leidenschaft bewundern sie die Kim-Familie, die seit fast 70 Jahren über das Königreich herrscht. Diese mit verdeckter Kamera in Nordkorea produzierte Dokumentation gibt einzigartige Einblicke in die täglichen Herausforderungen der Bewohner dieses rätselhaften Landes.
Wie weit sind Menschen bereit zu gehen, um ihre Freiheit zu erlangen? Packende Fluchtgeschichten zeigen Bilder aus Nordkorea, die unter Lebensgefahr heimlich aufgenommen wurden. Eine Familie will mitsamt der alten Großmutter und der kleinen Kinder durchs Gebirge aus Nordkorea, dem repressivsten Staat der Erde, entkommen. Ein Pfarrer aus Südkorea hilft ihnen und wird zum selbstlosen Helden. Im Mittelpunkt des Films steht eine Mutter, die verzweifelt versucht, ihr Kind wiederzusehen, das sie zurücklassen musste; eine fünfköpfige Familie - darunter kleine Kinder und eine ältere Großmutter -, die sich auf eine tückische Reise über den Yalu-Fluss und in die feindlichen Berge Chinas begeben; und ein Mann Gottes, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, diesen verzweifelten Menschen zu helfen. Sollten sie gefasst werden, drohen schwerste Strafen, möglicherweise sogar die Hinrichtung. Die Grenze zwischen Nord- und Südkorea ist über viele Quadratkilometer so vermint, dass dieser Fluchtweg nicht infrage kommt. Deshalb müssen Nordkoreaner, die ihr Land verlassen wollen, nicht nur einen Stacheldrahtzaun überwinden und einen reißenden Fluss überqueren, sondern sich anschließend noch heimlich über China, Vietnam und Laos bis nach Thailand durchschlagen. Erst dort sind sie sicher und werden nicht mehr an die Schergen von Kim Jong Un ausgeliefert. Was wir von Nordkorea sehen, ist zumeist genau das, was das Kim-Regime uns sehen lassen will: die Atomraketen, die großen Paraden und die emotionale Vergötterung der Kims. Der Film wirft einen Blick auf den Alltag der 26 Millionen Nordkoreaner, die weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten sind und sich nicht vorstellen können, dass es noch ein anderes Leben gibt als das, das sie führen. Historische Rückblenden und politische Exkurse erlauben eine geopolitische Einordnung der aktuellen Situation zwischen Nord- und Südkorea.
Individualtourismus westlicher Art ist in Nordkorea für Ausländer schlicht verboten. Doch selbst die von Behörden streng begleiteten Reisen ermöglichen kleine Einblicke hinter die Fassaden. "Mein Besuch in Nordkorea" erzählt in der Form von Videotagebüchern die Eindrücke von sechs jungen Touristen, die diese Reisen mitgemacht haben. Sie haben die Freiräume, die sich trotz der staatlichen Begleitung boten, genutzt - und gefilmt.
Wie ist es möglich, dass Nordkorea, eines der ärmsten Länder der Welt, ein Atomwaffenprogramm finanziert, mit dem es sogar die USA herausfordern kann? Antwort: dank "Bureau 39". Diese Organisation ist eine geheime Division des Regierungsapparates. Ihr Ziel ist die Devisenbeschaffung mit allen Mitteln, um das Regime von Kim Jong Un mit Geld zu versorgen. Falschgeld, Drogen, Menschenhandel - nichts ist Nordkoreas Geld-Gangstern zu ruchlos. Die Doku enthüllt die spektakulärsten Fälle und zeigt die atemberaubenden Tricks, mit denen Nordkorea seit Jahrzehnten äußerst erfolgreich UN-Sanktionen umgeht und sein Atomprogramm aufbaut.
Mit Atombombentests und martialischen Drohungen versetzen Nordkorea und sein Diktator Kim Jong Un die Welt immer wieder in Sorge. Aus dem Inneren des Landes dringt wenig nach außen, denn ausländischen Journalisten wird nur selten die Einreise erlaubt. Wie Mangelwirtschaft, Blockwart-Kultur und Denunziantentum das Alltagsleben prägen, davon ist in der offiziellen Propaganda nichts zu sehen. Glitzerbauten, riesige Statuen des Vaters und des Großvaters von Kim Jong Un, aufwendige Inszenierungen von Macht und Größe sollen der Erbauung dienen - und über die Niederungen des kommunistischen Alltags hinwegtrösten. Reporter Michael Höft hat sich die Erkundung des sportlichen Nordkorea vorgenommen. Stadien, Sporthallen, Reitklubs, Bolzplätze und Wintersportresorts sind Orte, die Nordkorea dem Besucher aus dem kapitalistischen Ausland gerne zeigt. Über das Thema Sport findet sich ein leichter und unkomplizierter Zugang zu den Menschen in dem hermetisch abgeriegelten Land. Die Dokumentation begleitet verschiedene Hobby- und Leistungssportler in ihrem Trainingsalltag.
Nordkorea: Das kleine Land in Ostasien gibt sich unbeugsam, seine Herrscherfamilie scheint unantastbar. Aber mit welchen Strategien schützt sich das Regime vor dem Zusammenbruch? Der Film ergründet den Führerkult des Landes und zeigt, wie Diktator Kim Jong Un mit totaler Kontrolle sein Volk beherrscht. Ein hochrangiger nordkoreanischer Flüchtling gibt Einblicke in die dunklen Finanzgeschäfte des Landes. Ein Nuklearwaffenspezialist deckt auf, mit wessen Hilfe Nordkorea die Atombombe entwickeln konnte. Und schlussendlich beantwortet der Film die zentrale Frage: Was will das Regime in Pjöngjang, was will Kim Jong Un?
Mobbing, Körperverletzung, Drogendelikte und Raub. Laut Polizeilicher Kriminalitätsstatistik hat die Gewaltbereitschaft von Kindern und Jugendlichen in Deutschland zugenommen. Der Anteil tatverdächtiger Kinder bis 13 Jahren ist in den letzten fünf Jahren um 43 Prozent gestiegen. Es gibt mehr Gewalttaten, mehr Raub und Körperverletzung. Konsequenzen oder Strafen schrecken die Jugendlichen offenbar nicht ab. Im sächsischen Plauen terrorisiert eine Bande Minderjähriger wochenlang die Kleinstadt. Die Gruppe besteht aus etwa 30 Jugendlichen im Alter von zehn bis 15 Jahren - darunter Deutsche und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Auf ihre Kappe gehen Einbrüche, Raubüberfälle und Körperverletzungen. Geschäftsmann Jörg Rödel ist eines der Opfer der Bande. Sein Selfservice-Kiosk wurde bereits vier Mal ausgeraubt. Laut eigenen Angaben entstanden dem Geschäftsmann knapp 10.000 Euro Schaden. Obwohl die Polizei in Plauen durch erhöhte Präsenz und einer eigens geschaffenen Ermittlungsgruppe die Lage verbessern konnte, will der junge Kioskbesitzer einige seiner Automaten nun woanders aufstellen. Die Berliner Friedrich-Bergius-Schule hat gerade Schlagzeilen gemacht, denn die Lehrer dort haben sich mit einem Brandbrief über die chaotischen Zustände an der Schule an die Schulaufsicht gewandt. Sie klagen darin über aggressive Schüler, Gewalttaten und Mobbing. Ein richtiger Unterricht sei kaum noch möglich. Es vergehe kein Tag ohne Beleidigungen und Bedrohungen von Lehrern. Seit Januar 2025 ist Engin Çatik nun neuer Schulleiter. Er hat bereits an anderen Schulen der Stadt gezeigt, wie man solche Probleme lösen kann. "Mir ist herbe langweilig, ist schon scheiße hier", sagt Macadon über seine aktuelle Situation. Der Auszubildende sitzt gerade im Jugendarrest von Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt Düsseldorf. Wegen gefährlicher Körperverletzung wurde er zu sieben Tagen Arrest verurteilt. Der Jugendarrest soll ein Vorgeschmack auf eine richtige Gefängnisstrafe sein und die Jugendlichen abschrecken. "Ich baue auf jeden Fall keine Scheiße mehr. Man lernt aus seinen Fehlern", gibt sich der 19-Jährige geläutert. Auch die 18-jährige Tara war schon einmal im Jugendarrest. Ihren ersten Diebstahl beging sie im Alter von zehn Jahren. Einbruch, räuberischer Diebstahl und Hausfriedensbruch stehen bei ihr im Strafregister. "Das war nicht cool, und das wird mir jetzt im Nachhinein echt vieles schwerer machen. Schließlich habe ich jetzt 'ne riesige Akte". Taras Mutter Eli musste jahrelang hilflos mit ansehen, wie ihre Tochter immer krimineller wurde. Heute ist sie froh, dass ihre Tochter den Weg aus der Kriminalität geschafft hat. Tara möchte den Schulabschluss nachholen und eine Ausbildung zur Köchin machen. Heiko Teggatz von der Deutschen Polizeigewerkschaft warnt, es müsse etwas passieren. "Das große Problem, das Polizei und auch Justiz haben, ist eben genau die Tätergruppe unter 14 Jahren, weil es dort schlichtweg keine Strafmündigkeit gibt." Teggatz sagt weiter, das Alter für die Strafmündigkeit müsse herabgesetzt, die Regelung an die heutige Zeit angepasst werden. Eine "ZDF.reportage" über junge Menschen, die bereits früh auf die schiefe Bahn geraten sind.
Die Kriminalität im Land steigt, sagt die Statistik - das Sicherheitsgefühl vieler Bürger nimmt ab. Die Reportage zeigt sogenannte Angsträume, in denen sich viele Menschen unwohl fühlen. Frankfurt und Berlin gelten als besonders unsicher. Beide Städte erreichten im Jahr 2023 über 14.000 Straftaten pro 100.000 Einwohner - die Zahl ist damit wieder auf Vor-Corona-Niveau. Die Zunahme im Bereich der Gewaltkriminalität macht besonders Sorgen. Das Frankfurter Bahnhofsviertel schaffte es unlängst sogar in die internationalen Schlagzeilen: Als "Zombie-Land" betitelte eine englische Zeitung die Gegend. Jeder, der vom Bahnhof in die Innenstadt will, muss unweigerlich durch Gruppen von Drogensüchtigen hindurch. Einheimische sind mittlerweile ziemlich abgebrüht. Aber Touristen schockiert der Anblick von Elend und Verwahrlosung. "Vielleicht klauen sie uns die Geldbörse oder die Handys", befürchtet ein australisches Ehepaar. Zurückkommen wollen sie auf keinen Fall. Zu viel Drogen, zu viel Dreck, zu viele dunkle Ecken. Auch der Berliner Leopoldplatz gilt vielen als Angstraum. Vor einigen Jahren kam zum Heroin die Droge Crack auf den Platz. Dealer und ihre Kunden versammeln sich ungeniert. Die Polizei hält scheinbar andächtigen Abstand. Manche Drogenabhängige schlagen sich untereinander. Andere brechen in Geschäfte ein, stehlen und erpressen. Sven D. hat einen Trödelladen am Berliner Leopoldplatz, beinahe täglich wird er beklaut, berichtet er. Er gründete die Bürgerinitiative "Wir am Leo". Die Mitglieder sammeln Heroinspritzen und Drogenbesteck von der Wiese auf, damit sich Kinder vom nahen Spielplatz nicht verletzen. Die Bürgerinitiative fordert mehr Polizeipräsenz, damit der Platz nicht noch weiter verkommt. Weniger Drogen, weniger Dreck. Aber nicht nur in Großstädten steigt die Aggressivität. Die Kleinstadt Heide in Schleswig-Holstein kämpft mit Jugendkriminalität. Anfang 2024 wurde ein junges Paar am Bahnhof überfallen. "Sie sind direkt auf mich zugelaufen, haben auf mich eingeschlagen und mir in die Rippen getreten", berichtet Denny. Seine Freundin Ylenia hatte geistesgegenwärtig sofort die Polizei gerufen. Als die Beamten kamen, war die Jugendgruppe schon mit Dennys Schuhen davongelaufen. Prügeleien, Diebstähle, Misshandlungen - die Jugendbanden in Heide sorgen für Angst und Schrecken. "Jugendliche müssen schnell die Konsequenzen ihres Handelns erfahren, sonst verpufft das Handeln des Staates." So sieht es Nadine Schaffrath, die Chefin der SOKO Iuventus in Dresden. Die Polizistin hat eine Erfolgsgeschichte zu berichten: Die Jugendkriminalität stieg in Dresden Ende 2022 steil an. Daraufhin wurde die SOKO zur Jugendkriminalität gegründet. Der hohe Verfolgungsdruck, die enge Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft sorgten dafür, dass Intensivtäter rasch aus dem kriminellen Umfeld herausgenommen wurden. Sie kamen in Jugendhilfeeinrichtungen oder auch in U-Haft. Das entschiedene Handeln zeigte Wirkung, die Jugendkriminalität ist seither um zwei Drittel gesunken. Die "ZDF.reportage" zeigt Angsträume in Deutschlands Städten und stellt Lösungsansätze vor.
Schwere Körperverletzung, Raub oder Tankstellenüberfall. Die Delikte sind so unterschiedlich wie die Inhaftierten in den deutschen Strafvollzugsanstalten. In rund 170 Strafvollzugsanstalten sind rund 44.000 Männer und Frauen inhaftiert. In der JVA Berlin-Plötzensee verbringt Marcel M. seine Haftstrafe. Er ist ein klassischer Wiederholungstäter, der schon in sieben Gefängnissen in Berlin einsaß. "Klauen, klauen, klauen, alles für die Sucht." Marcel M. war drogenabhängig und ist deshalb schon mehrfach im Knast gelandet. Ein Drittel seines Lebens verbringt er schon im Gefängnis. Dieses Mal soll es das letzte Mal gewesen sein. In der Kfz-Werkstatt, die zum Gefängnis gehört, macht er eine Ausbildung. Nach der Entlassung will er einen geregelten Job anfangen. Neben Marcel werden in der JVA Berlin-Plötzensee rund 260 männliche Gefangene von etwa 300 Justizvollzugsbeamten im Schichtdienst bewacht. Helena Emisch ist dort seit acht Jahren im Dienst. Sie kennt die Geheimnisse der JVA und versucht täglich, die Balance zwischen Nähe und Distanz mit den Gefangenen zu halten. Einschluss, Aufschluss, Lebendkontrolle, Paketausgabe, Medikamentenvergabe oder Hofkontrolle vor der Freistunde, das sind ihre Aufgaben. Und natürlich Zellenkontrollen, bei denen sie nach Drogen und anderen illegalen Dingen sucht. "Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen uns und den Gefangenen. Mal gewinnen wir, mal die anderen", sagt sie. In Vechta steht die einzige Frauenvollzugsanstalt in Niedersachsen. Melanie F. ist eine von etwa 300 Gefangenen. Auch sie ist über ihren Drogenkonsum kriminell geworden. Wegen eines Raubüberfalles sitzt sie bereits zum dritten Mal ein. "Der Knast war für mich die Hölle, und der Knast hat mich gerettet", sagt sie. Das Gefängnis bezeichnet sie mittlerweile als ihre Ersatzfamilie. In der JVA Vechta fühlt sie sich mehr zu Hause als in Freiheit. Mittlerweile hat sie einen Entzug gemacht und absolviert gerade eine Ausbildung zur Malerin in der JVA. Die "ZDF.reportage" gibt Einblicke in den Knastalltag in Deutschland.
In der JVA Bruchsal in Baden-Württemberg sitzen mehr als 400 Männer unter höchster Sicherheitsstufe mit überwiegend langen Haftstrafen, darunter 60 "Lebenslängliche". "Man wird miteinander alt", so Marcus Bornhäuser, seit 22 Jahren als Justizvollzugsbeamter in Bruchsal tätig, "manche Personen begleitet man bis zum Tod." Die Autoren lernen Intensivtäter wie Manuel kennen, der offen zugibt: "Ich würde mich noch nicht entlassen." Die Justizvollzugsanstalt Bruchsal, 1848 als Männerzuchthaus erbaut, hat sich im strahlenförmigen Hauptgebäude rein äußerlich nicht viel verändert. Doch hinter den alten Mauern des sogenannten "Stern von Bruchsal" und schweren Holztüren findet heute modernster Regelvollzug statt. Von Beginn an bis zum heutigen Tag ist die Strafanstalt männlichen Insassen vorbehalten. Für Timo, der wegen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt wurde, ist es trotzdem "ein richtiges Scheißleben". Er hat erst drei Jahre seiner Strafe verbüßt, mindestens zwölf hat er noch vor sich: Frühestens nach 15 Jahren hinter Gittern kann ein "Lebenslänglicher" in Deutschland einen Antrag auf vorzeitige Entlassung stellen. In den neuen Gebäuden der Sozialtherapie sitzen in der JVA Bruchsal schwere Gewalt- und Sexualstraftäter ein, bei denen das Gericht zusätzlich die Sicherungsverwahrung angeordnet hat. Nach dem Vollzug der regulären Haftzeit ziehen diese in gesonderte Anstalten um. Die Unterbringung ist unbefristet, wird aber mindestens jedes Jahr geprüft. In Bruchsal gibt es für diese Gefangenen die Möglichkeit zur Prüfung schon während der Strafhaft. Einer, der das Therapieangebot nutzt, ist Intensivtäter Manuel. Die meisten Straftäter - ob im Regelvollzug oder in der Sicherungsverwahrung - verlassen ihre Anstalt irgendwann als freie Menschen. Doch nicht wenige sitzen 25 Jahre oder länger. Die 45-minütige Begleitreportage zeigt den Knastalltag von vier ganz unterschiedlichen Gewaltstraftätern und geht der Frage nach: Kann man in Deutschland nach einer Verurteilung sein ganzes Leben lang in Haft sein?
Rund 65.000 Gefangene leben derzeit in Deutschland hinter Gittern - Mörder und Räuber, Betrüger und Dealer. Ähnlich wie die Gesamtbevölkerung werden auch die Strafgefangenen immer älter. Eine Herausforderung für den Strafvollzug. Die Dokumentation zeigt, welche Probleme sich für Häftlinge und Vollzugsbeamte ergeben. Ist der Strafvollzug für greise Kriminelle überhaupt noch sinnvoll? Wer zahlt, wenn sie pflegebedürftig werden? Was bedeutet es, in einer Gefängniszelle auf den Tod warten zu müssen?
Bolivien geht eigene Wege beim Strafvollzug: In das Gefängnis San Pedro in La Paz trauen sich keine Wärter hinein. Sie regeln nur den Einlass, drinnen haben die Gefangenen das Sagen. San Pedro ist eine überfüllte Stadt in der Stadt, die ihre eigenen Regeln hat. Dort herrschen die Delegados, eine Bande von Häftlingen, die das Knastleben organisiert. Drogen und Gewalt sind allgegenwärtig. Und mittendrin: die Frauen und Kinder der Häftlinge. Der Knast unter Häftlingsherrschaft ist schlicht eine Sparmaßnahme des bolivianischen Staates. Ihm fehlen die Mittel für eine adäquate Bewachung seiner Gefangenen. Die Häftlinge bekommen einmal am Tag zu essen. Um den Rest müssen sie sich selbst kümmern. Sogar die Instandhaltung der Gebäude ist Sache der Gefangenen. Das führt zu prekären Zuständen in dem mehrfach überbelegten Gefängnis. Am Eingang herrscht reger Betrieb. Viele Gefangene haben ihre Familien mitgebracht, die den Knast verlassen dürfen. Sie bringen Güter des täglichen Bedarfs mit nach San Pedro. Dazu zählen auch Drogen. Ein großer Teil der Häftlinge ist abhängig. Und inmitten dieses Molochs spielen die Kinder der Insassen. Die Häftlinge haben sich straff organisiert. In den Mauern herrscht das Recht des Stärkeren - und die Stärksten sind die Delegados, eine Bande, die im Knast die Strippen zieht und sogar Uniform trägt: schwarze Trainingsanzüge von Adidas. In ihren Händen liegt das Leben und Sterben der Gefangenen. Einen Überblick, wer alles einsitzt, welche Häftlinge tot, lebendig oder geflohen sind, hat hier niemand. Wie meistern die Häftlinge von San Pedro ihren Alltag? Die sechsteilige Reihe "Überleben hinter Gittern" blickt auf den Alltag der Insassen und Wärter in den härtesten Gefängnissen der Welt.
Das Gefängnis von Armawir ist eine der modernsten Haftanstalten Armeniens. Neben Kleinkriminellen sitzen dort Mitglieder der armenischen Mafia ein. Doch die Wärter sind unbewaffnet. Sie setzen auf Deeskalation, Schlagstöcke und Handschellen werden nur im Notfall benutzt. Die Häftlinge dürfen sich die Zellen selbst einrichten und bekommen viele Lebensmittel von ihren Verwandten. Während ein Insasse promoviert, versuchen andere, auszubrechen. Das Gefängnis von Armawir wurde speziell für Straftäter aus der Organisierten Kriminalität gebaut. Die sogenannten Diebe im Gesetz bilden eine verschworene Gemeinschaft mit festen Regeln, etwa dem Schweigegebot. Diese engen Bande bestehen auch hinter Gittern fort. Wie geht das Gefängnispersonal mit Gefangenen um, die den Staat, seine Vertreter und Autorität ablehnen? Täglich kommen am Gefängniseingang Lieferungen für die Gefangenen an. Freunde und Angehörige bringen Essen und Dinge des täglichen Bedarfs für die Insassen. Die Wärter haben alle Hände voll zu tun, die Mitbringsel auf verbotene Gegenstände zu durchsuchen. Klar, dass da auch mal was durchrutscht - und wo geschmiert wird, rutscht es umso besser. Bei den Zellendurchsuchungen stoßen die Wärter immer wieder auf Überraschungen. Dazu zählt auch ein handfester Ausbruchsversuch mit durchgesägten Gitterstäben. Die Wärter rätseln bis heute, wie die Gefangenen unbemerkt die Stäbe durchtrennen konnten. Wie erleben die Häftlinge ihren Alltag hinter den Mauern dieses Gefängnisses? Die sechsteilige Reihe "Überleben hinter Gittern" blickt auf den Alltag der Insassen und Wärter in den härtesten Gefängnissen der Welt.
Im Antanimora-Gefängnis auf Madagaskar einzusitzen, sei das Schlimmste, was einer Person passieren könne - das sagt der Gefängnisdirektor. Müllberge, Ratten, Krankheit und beklemmende Enge. Das Gefängnis ist auf 900 Insassen ausgelegt, mehrere Tausend sitzen ein. Am schlimmsten sind die Nächte. Eingepfercht in stickige Räume, liegen die Häftlinge Haut an Haut, umdrehen geht nur auf Befehl. Wie überleben die Insassen zwischen Dreck und Schädlingen? Die Unterbringung und Versorgung von Gefangenen steht auf der Prioritätenliste der Behörden von Madagaskar weit unten. Im Gefängnis von Antanimora herrschen Zustände, die einen erschaudern lassen. Die Gefangenen teilen sich ihre Unterkünfte mit Kakerlaken, Flöhen, Läusen und Ratten. Wer dort krank wird, dem droht der Tod. Am gefürchtetsten unter Gefangenen: die Pest. Dort gibt es sie noch. Wer etwas Geld hat, kann dort viel erreichen: Er darf sich waschen, muss nicht auf dem Boden schlafen oder bezahlt den Richter für seine Freilassung. Doch die meisten leben jahrelang im Dreck der Anstalt. Nicht nur die Unterbringung ist menschenverachtend, auch die Versorgung. Es gibt eine Mahlzeit am Tag, immer die gleiche: gekochter Maniok, ungewürzt. Die Mangelernährung macht viele krank. Alle Häftlinge haben nur einen Traum: rauskommen, um zu überleben. Die sechsteilige Reihe "Überleben hinter Gittern" blickt auf den Alltag der Insassen und Wärter in den härtesten Gefängnissen der Welt.
Palmasola ist das größte Gefängnis Boliviens. Doch obwohl dort die gefährlichsten Verbrecher des Landes eingesperrt sind, findet sich in der gesamten Haftanstalt kein einziger Wärter. Mehr als 5000 Gefangene leben in dieser Gefängnisstadt, die eigentlich nur für 800 Insassen gebaut wurde. Die Aufseher bewachen nur das Außengelände, innerhalb der Mauern sorgen die Disciplinas, eine Gruppe von Häftlingen, für Recht und Ordnung. Die Gefangenen verwalten sich selbst. Im Gefängnisblock PC 4 haben sie eine kleine Stadt erschaffen, in der es Restaurants, Geschäfte, Häuser und sogar Spielhallen gibt. Häftlinge wohnen dort mit ihren Frauen und Kindern inmitten von Mördern, Drogenhändlern und Vergewaltigern. "Regiert" wird Block PC 4 von Leonidas, dem mächtigsten Insassen Palmasolas. Mit seiner Erlaubnis begibt sich Reporter Sebastian Perez Pezzani für fünf Tage in die Haftanstalt, um mit den Menschen zu sprechen, die dort gestrandet sind. Schwerstverbrecher, die von der Gesellschaft verstoßen sind und vom bolivianischen Rechtssystem vergessen wurden. Der Journalist Sebastian Perez Pezzani begibt sich in dieser Reihe an unwirkliche und gefährliche Orte in aller Welt.
Informativ, hintergründig, analytisch: die Nachrichten des Tages aus Deutschland und der Welt. Mit Berichten, Reportagen und Interviews aus Politik, Gesellschaft und Kultur.
Weltmacht Facebook - Das Reich des Mark Zuckerberg
D 2022
45'
Mark Zuckerberg wird mit Facebook zu einem der reichsten Männer der Welt. Doch die Kritik an dem sozialen Netzwerk und dem von ihm angerichteten gesellschaftlichen Schaden wächst. Der Film gibt Einblick in die Psyche Zuckerbergs - ein intelligenter Computer-Nerd, der mit Facebook soziales Leben und Politik weltweit beeinflusst. Eine Geschichte von enormen Erfolgen, aber auch vom schweren Imageverlust der vergangenen Jahre. Alles beginnt mit der Vision einer offeneren, transparenteren und vernetzten Welt. Doch ist es wirklich Idealismus, der Mark Zuckerberg antreibt? Oder ist es das Streben nach Macht und Reichtum? Im Alter von 23 Jahren wird Zuckerberg der jüngste Selfmade-Milliardär der Geschichte. Seine Vision stößt auf großes Interesse: Mit der Verteidigung der Meinungsfreiheit und dem Versprechen einer vernetzten Welt gewinnt er das Vertrauen von über zwei Milliarden Facebook-Nutzern. Doch das Ideal der "radikalen Transparenz" steht im Kontrast zum Überwachungskapitalismus, auf dem das Werbemodell des Unternehmens fußt. Immer wieder kommt es zu Datenschutz-Skandalen. Mit Facebooks großer Reichweite kommen weitere Probleme. Der Arabische Frühling, das Brexit-Referendum, der Wahlsieg von Donald Trump, die Verbreitung von Fake News, der Angriff auf das US-Kapitol - die Beispiele machen den politischen Einfluss von Facebook und die negativen Seiten der durch Algorithmen gelenkten "Meinungsfreiheit" deutlich. Für den Schaden, den Facebook dadurch anrichtet, entschuldigt sich Zuckerberg mehrfach - Beobachter unterstellen ihm Kalkül. Hat Zuckerberg die Kontrolle über seine "Maschine" verloren? Und gelingt ihm mit Meta und dem Fokus auf virtuelle Realität die Flucht nach vorn?
Lars Windhorst setzt auf Wunderkind-Image und Charisma. Ralf Dümmel und Georg Kofler nutzen ihre TV-Prominenz. Viele Anleger lassen sich locken - die Folge: Millionenbeträge sind weg. Blender in der Wirtschaft sind häufig schwer zu durchschauen. Viele von ihnen haben Ausstrahlung, Überzeugungskraft und gute Manieren. Ihre Tricks verbergen sie hinter Zahlenkolonnen und einer überzeugenden Geschichte. Warum erliegen wir so oft dem schönen Schein? Lars Windhorst gilt als Wunderkind der deutschen Wirtschaft. Selbst von Insolvenzen und einem Flugzeugabsturz lässt er sich nicht bremsen. Seit Jahren eilt der Finanzinvestor von einem Deal zum nächsten: Millionen für den Fußballklub Hertha BSC oder die maroden Flensburger Werften FSG und Nobiskrug, die angeschlagene italienische Dessous-Firma "La Perla" oder das Ihme-Zentrum in Hannover - Windhorst mischt überall mit. Er ist das Stehaufmännchen der Branche, ein Millionenjongleur mit zweifelhaftem Ruf. Seine Geschäftspartner, Anleger und Angestellten verlieren häufig viel Geld oder ihre Jobs. Dennoch macht Windhorst weiter. Wie funktioniert das "System Windhorst"? Gute drei Jahre ist es her, dass die beiden TV-Stars Ralf Dümmel und Georg Kofler gemeinsam die Glocke der Frankfurter Börse läuten. Die beiden Unternehmer strahlen in die Kameras, fallen sich in die Arme und schwärmen von der großen Erfolgsgeschichte ihrer "Social Chain AG". Tausende Anleger lassen sich von den Versprechen und dem scheinbar jungen Geschäftsmodell locken. Sie sehen die beiden Manager in der Gründer-Show "Die Höhle der Löwen" und denken: Wer gut einschätzen kann, ob ein Start-up Erfolg hat, der ist selbst ein brillanter Unternehmer. Doch die "Social Chain AG" scheitert, und die Aktien - im November 2021 noch mit 54 Euro bewertet - sind nur noch wenige Cent wert. Viele Privatanleger fühlen sich aufs Kreuz gelegt. Was ist schiefgelaufen? Zwei Expertinnen analysieren die Tricks der "smarten Verführer": Sandra Navidi lebt und arbeitet in New York. Die Finanzexpertin kennt die Mechanismen der Finanzbranche. Die britische Kriminalpsychologin Kerry Daynes kann auf 25 Jahre Erfahrung als Gutachterin zurückgreifen. Sie schult die britische Polizei und tritt als Expertin vor Gericht auf. Die Dokumentation zeigt, warum unsere Alarmsignale, die "red flags", bei manchen Finanzdeals nicht funktionieren. Warum setzt bei "smarten Verführern" unser Verstand aus? Eitelkeit, Größenwahn, Gier nach Geld - die Fortsetzung der Doku-Reihe "Die smarten Verführer" taucht ein in die schillernde Welt der Finanzjongleure und Millionenmänner und beleuchtet ihre Motive.
Die smarten Verführer - Hochstapler in der Wirtschaft
Blut, Wind und das große Geld
D 2023
45'
In der Wirtschaft zählen nicht nur Zahlen. Zuweilen entscheidet der schöne Schein über Erfolg oder Pleite. Immer wieder in den Schlagzeilen: glamouröse Hochstapler und ihre Geschichten. Sie wickeln Investoren um den Finger, blenden mit Charme und Eloquenz. Am Anfang steht oft eine scheinbar geniale Geschäftsidee - in vielen verschiedenen Branchen: Co-Working, Kryptowährungen, Finanzdienstleistungen. Am Ende verlieren Investoren und Kunden ihr Geld. Um in modernen Zeiten mit seinem Unternehmen durchzustarten, braucht es Ausstrahlung, Überzeugungskraft, gute Manieren, ein perfektes Sozialverhalten und Durchhaltevermögen. Auch wenn die Geschichte dünn ist: Häufig gelingt es den Talenten, das Narrativ vom Erfolg über Monate und Jahre durchzuhalten. Die "White Collar"-Täter, Hochstapler mit dem weißen Kragen, sind schwer zu durchschauen und noch schwerer vor Gericht zu stellen. Denn nicht alles ist illegal, manche Masche gar nicht justiziabel. Ihre Tricks verbergen sie gern hinter Zahlenkolonnen und Briefkastenadressen, hinter Firmennetzwerken und Scheinunternehmen. Selbst gestandene Finanzprofis, Wirtschaftskapitäne und Staatsunternehmen stecken Millionen in Start-ups, die sich nach Jahren als großer Bluff erweisen. Erst im Nachhinein sind alle schlauer - doch das Geld ist meist weg. Mit einer faszinierenden Geschäftsidee gewinnt die junge Elizabeth Holmes das Vertrauen der Anleger. Anhand eines Bluttropfens will sie Hunderte Krankheiten erkennen - von Krebs bis HIV. Nach Jahren entpuppt sich alles als Schwindel. Hendrik Holt macht als "Windkraft-Wunderkind" Karriere. Er verkauft internationalen Energieunternehmen riesige Windparks. Doch die gibt es nur auf dem Papier. Die Greensill Bank in Bremen lockt mit Traumzinsen. 40 Städte und Gemeinden investieren Steuergelder. Dann stellt sich heraus: Das Mutterhaus Greensill Capital braucht Geld für immer riskanter werdende Lieferkettenfinanzierungen. Das Geschäftsmodell fällt wie ein Kartenhaus zusammen - und die Steuergelder sind weg. Drei Experten und Expertinnen analysieren die Tricks der Hochstapler: Die Finanzmarkt-Kennerin Sandra Navidi lebt und arbeitet in New York, einen Katzensprung von der Wall Street entfernt. Die Kriminalpsychologin Kerry Daynes aus Großbritannien kann auf 25 Jahre Erfahrung als Gutachterin zurückgreifen. Sie besucht Täter in ihren Zellen, schult die britische Polizei und tritt als Expertin vor Gericht auf. Professor Uwe Kanning lehrt und forscht an der Universität Osnabrück. Sein Spezialgebiet ist die Wirtschaftspsychologie. Die zweiteilige Dokumentation "Die smarten Verführer - Hochstapler in der Wirtschaft" beschreibt die spektakulärsten Fälle der letzten Jahre.
Die smarten Verführer - Hochstapler in der Wirtschaft
Crypto-Pleite, "WeCrashed" und der Fall Wirecard
D 2023
45'
Eine Handtasche klauen kann jeder, für einen Wirtschaftscoup braucht es mehr: Ausstrahlung, Überzeugungskraft, gute Manieren, ein perfektes Sozialverhalten und Durchhaltevermögen. Die "White Collar"-Täter, Hochstapler mit dem weißen Kragen, sind schwer zu durchschauen und noch schwerer vor Gericht zu stellen. Denn nicht alles ist illegal, manche Masche einfach nur genial. Selbst absolute Finanzprofis werden zuweilen geblendet. Ihre Tricks verbergen sie gern hinter Zahlenkolonnen und Briefkastenadressen, hinter Firmennetzwerken und Scheinunternehmen. Sam Bankman-Fried gilt als "König der Krypto-Welt", sein Unternehmen FTX zählt zu den größten Krypto-Börsen der Welt. Dann bricht alles zusammen, und der Unternehmer muss sich wegen Geldwäsche und Finanzmanipulationen vor Gericht verantworten. Einst war der Unternehmer Adam Neumann 14 Milliarden Dollar schwer. Er hat den Büroraum-Riesen WeWork geschaffen. Doch sein ausschweifender Lebensstil bringt den Manager zu Fall; ein geplanter Börsengang muss abgesagt werden. Jan Marsalek gilt als Mastermind des Wirecard-Skandals. Während sich seine ehemaligen Vorstandskollegen vor Gericht verantworten müssen, ist Marsalek auf der Flucht. Hat er frühzeitig Millionen zur Seite geschafft für ein Leben nach dem Wirecard-Zusammenbruch? Die zweiteilige Dokumentation "Die smarten Verführer - Hochstapler in der Wirtschaft" beschreibt die spektakulärsten Fälle der letzten Jahre. Drei Experten entlarven die Strategien der Hochstapler.
Thomas Middelhoff, Gilbert Chikli und Florian Homm verstehen es, Charme und Selbstbewusstsein einzusetzen, um das Vertrauen von Investoren, Unternehmen und der Öffentlichkeit zu gewinnen. Sie haben Charisma, Überzeugungskraft und das perfekte Sozialverhalten. Sie präsentieren goldene Zahlen, eine glorreiche Zukunft und eine überzeugende Geschichte. Blender in der Wirtschaft sind häufig sehr schwer zu durchschauen. Wie können wir uns besser wappnen? Eloquent, charismatisch, stets lächelnd - so schafft es Thomas Middelhoff an die Spitze des Medienriesen Bertelsmann und des Handelskonzerns KarstadtQuelle. Dann der tiefe Fall: "Big T." muss wegen Untreue und Steuerhinterziehung für drei Jahre ins Gefängnis, verliert Job und Familie, Ansehen und Besitz. Der Franzose Gilbert Chikli ist ein Meister des Betrugs. Mit Dreistigkeit, Schauspieltalent und einer Silikonmaske gelingt es ihm, in fremde Rollen zu schlüpfen und Millionenbeträge zu ergaunern. Denn er weiß genau, wie er das Vertrauen seiner Opfer gewinnt und ihren Respekt vor Autoritäten nutzt. Florian Homm hat schon viel mitgemacht in seinem Leben: Basketball-Junioren-Nationalspieler, Finanzmanager, Multimillionär, Großaktionär von Borussia Dortmund, Bordellbesitzer, vom FBI gesuchter Verbrecher und neuerdings Chef des "Homm Investment Club". Der Hedgefonds-Manager und Gründer der "Capital Management Holding" mit Sitz auf den Cayman Islands soll seine Kunden um 200 Millionen Dollar geprellt haben. Doch seit Jahren entzieht sich Homm der Justiz - und begeistert nun als Investment-Guru junge Investoren. Zwei Expertinnen analysieren die Tricks der "smarten Verführer": Sandra Navidi lebt und arbeitet in New York. Die Finanzexpertin kennt die Mechanismen der Finanzbranche. Die britische Kriminalpsychologin Kerry Daynes kann auf 25 Jahre Erfahrung als Gutachterin zurückgreifen. Sie schult die britische Polizei und tritt als Expertin vor Gericht auf. Die Dokumentation zeigt, warum unsere Alarmsignale, die "red flags", bei manchen Finanzdeals nicht funktionieren. Warum setzt bei "smarten Verführern" unser Verstand aus? Eitelkeit, Größenwahn, Gier nach Geld - die Fortsetzung der Doku-Reihe "Die smarten Verführer" taucht ein in die schillernde Welt der Finanzjongleure und Millionenmänner und beleuchtet ihre Motive.
Ali C. war Geldwäscher. Für Hamburger Drogenhändler übernahm er die Bankgeschäfte. Exklusiv erzählt Ali C. im ZDF seine Lebensgeschichte. Über ein Leben in Saus und Braus. Kriminelle haben ein Problem: Sie erbeuten Geld, schmutziges Geld. Das muss gewaschen werden, damit es wieder investiert werden kann. Das ist ein Job für Geldwäscher. Die Polizei ist ihnen immer auf der Spur. Geldwäsche ist ein lukratives Geschäft - für den Geldwäscher und seine Auftraggeber. Drogengelder beispielsweise lassen sich nicht so ohne Weiteres auf Bankkonten einzahlen. Aber es gibt Wege, sogenanntes schmutziges Geld aus dunklen Geschäften zu waschen. So lässt es sich wieder in die reguläre Wirtschaft einschleusen. Dies geschieht beispielsweise über Briefkastenfirmen, Immobilienkäufe oder Geschäfte in Kryptowährungen. Und so versuchen Geldwäscher, kriminelles Geld sauber zu bekommen: Geld wird investiert, eingezahlt und wieder ausgezahlt, aber natürlich geschieht dies alles illegal, denn Steuern beispielsweise werden nicht gezahlt. Und auch für die Geldwäscher gibt es Risiken - Geld darf nicht verloren gehen. Wer glaubt, er könne fremdes Geld in die eigene Tasche wirtschaften, muss solche Vergehen unter Umständen teuer bezahlen - manchmal sogar mit seinem Leben. Weltweit werden schätzungsweise zwei bis fünf Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts gewaschen - das sind Billionen Euro pro Jahr. Der Schaden, der dadurch den öffentlichen Kassen entsteht, lässt sich nur schätzen: Es sind vermutlich Milliarden Euro, die so hintergangen werden, vermuten Experten. Geldwäsche ist in fast allen Ländern strafbar. In Deutschland regelt das Geldwäschegesetz die Prävention. Banken, Versicherungen, Immobilienmakler, Anwälte, Notare und auch Kryptowährungsanbieter müssen verdächtige Transaktionen melden. Aber die Kriminellen profitieren beispielsweise auch von der gesetzlichen Uneinheitlichkeit in Europa. So gibt es aktuell 27 verschiedene Systeme in ganz Europa, mit denen Geldwäsche bekämpft wird. Das soll aber jetzt vereinheitlicht werden. Dazu hat die Europäische Union eine neue Instanz geschaffen, die "Anti-Money Laundering Authority", kurz AMLA. Die neue Behörde soll künftig grenzüberschreitend tätig werden, um den Geldwäschern das Handwerk zu legen. Mehr unter https://diespur.zdf.de
Kurz nach Weihnachten: Sechs bis sieben Männer verschaffen sich Zugang zu einer Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen, knacken mehr als 3000 Schließfächer und flüchten unerkannt. Ihre Beute: schwer zu schätzen. Möglicherweise geht sie in die Millionen. Denn in den Schließfächern lagen Bargeld, Gold und Schmuck. Dabei gingen die Täter äußerst sachkundig vor und kannten sich offensichtlich bestens in der Gelsenkirchener Sparkasse aus. Die Täter kamen über ein benachbartes Parkhaus, manipulierten Türen und arbeiteten sich in den Tresorbereich vor. Mit einer Kernbohrung durch eine dicke Betonwand gelangten sie in den Tresorraum. Es gibt auffällige Parallelen zu einem anderen Fall: Im Januar 2013 gruben Täter einen Tunnel unter einer Straße und bohrten sich in den Tresorraum der Berliner Volksbank im Stadtteil Steglitz. Michael Adamski, der damals die Ermittlungen des Landeskriminalamts Berlin leitete, sagt: "Diesen logistischen Aufwand können eigentlich nur große qualifizierte Gruppen führen. Das macht kein reisender Täter und das macht kein Alltagsdieb." Die Polizei hat den Fall bislang nicht aufklären können - obwohl zeitweise mehr als 100 Polizisten in der BAO Bohrer ermitteln. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter über Insiderwissen verfügt haben. Aber wie sind sie an die Informationen gekommen? "Vielleicht über Mitarbeiter von Firmen, die in dieser Sparkasse tätig waren", sagt Polizeisprecher Thomas Nowaczyk, "oder die Täter selbst haben die Sparkasse zuvor ausgekundschaftet, die vielleicht im Vorfeld dort ein Schließfach angemietet hatten." Einen Mittäter aus dem Kreis der Sparkassenmitarbeiter schließt die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt aus. Doch wie konnte der Einbruch gelingen - ohne, dass jemand etwas bemerkte? Die Sparkasse steht in der Kritik: Der Tresorraum sei nicht sicher genug gewesen, sagen Experten, und kritisieren, dass offenbar Körperschallmelder fehlten, die Vibrationen hätten wahrnehmen können. Für die ZDF-Doku-Reihe "Die Spur" rekonstruieren die Reporter Laura Kipfelsberger und Benjamin Braun den Sparkassen-Einbruch, lassen sich einen Kernbohrer erklären und machen sich ein Bild vom Tatort in Gelsenkirchen. Und warum hatten die Täter ein so leichtes Spiel? Mehr unter https://diespur.zdf.de