ARD
ARD Di. 21.07.
Doku
Abschaltungen führen. Damit das Netz stabil bleibt, wird es ständig überwacht - wie hier in der Netzleitwarte in Pulheim-Brauweiler des Übertragungsnetzbetreibers Amprion. WDR
Ein verhältnismäßig simpler Brandanschlag - und in 45.000 Haushalten in Berlin geht für Tage das Licht aus. Die Berliner mussten am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, vier Tage lang ohne Strom leben zu müssen. Aber sie bekamen Hilfe von außen. Doch je großflächiger und je länger andauernd ein S WDR/ddp/PIC ONE/Ben Kriemann
Mehrtägiger Stromausfall in großen Teilen Deutschlands - ist so etwas möglich? Und wie werden Verletzte versorgt, wenn selbst den regionalen Krankenhäusern der Diesel für den Notstrom allmählich ausgeht? Patienten müssen verlegt werden. Eine Übung der Hochschule Fresenius in Idstein. WDR
Allein rund 38.000 Kilometer Höchstspannungsleitungen durchziehen Deutschland und sorgen dafür, dass wir rund um die Uhr mit Strom versorgt sind. Bis hin zu den Verbrauchern führen weitere rund 1,5 Millionen Kilometer an Leitungen. Dieses Netz rund um die Uhr flächendeckend vor Anschlägen zu schütze WDR/Federico Gambarini/dpa
Ein Stromausfall wird zum "Blackout", wenn er großflächig und lang anhaltend ist. Wäre es rein theoretisch möglich, dass in Teilen Europas einfach das Licht ausgeht? Und welche Konsequenzen hätte das? WDR/Ian Cuming/imago classic
Von NRW nach Berlin: Die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Ochtrup. Als im Januar in Teilen der Hauptstadt der Strom ausfiel, kamen sie von außerhalb, um die Berliner per Notstromaggregat mit Energie zu versorgen. WDR/Freiwillige Feuerwehr Ochtrup

Blackout - Wie sicher ist Deutschlands Stromnetz?

Das gesamte ARD Programm auf einen Blick: TV-Programm und Videos zum Abruf aus den Mediatheken, aktuelle Nachrichten und Hintergründe. 

  • 45'
Dokumentation

Inhalt

Erst wenn der Strom fehlt, merken wir, wie abhängig wir von ihm sind: Das Licht erlischt, Fahrstühle bleiben stecken, Ampelausfall führt zum Verkehrschaos, schon nach wenigen Stunden funktioniert kein Handy mehr - die Kommunikation bricht zusammen. Es gibt kein Geld mehr am Automaten, auch Kartenzahlung funktioniert nicht mehr und an der Tankstelle kann kein Sprit mehr gezapft werden. Spätestens wenn die Kühlketten und die Wasserversorgung zusammenbrechen, merken wir: Ohne Strom funktioniert nichts in diesem Land. Das gilt auch für ländliche Regionen: Kein Landwirt kann hunderte Kühe von Hand melken, Hühner ersticken an den Ausdünstungen ihres eigenen Kots, wenn die Lüftungen in den Ställen ausfallen. Industriell betriebene Landwirtschaft ist unmöglich ohne Strom. Doch: Wie sicher ist unser Stromnetz? Im Krieg gegen die Ukraine ist die elektrische Versorgung ein Hauptziel russischer Angriffe. Auch wir in Deutschland müssen uns mehr Gedanken machen: Wie gut sind wir vorbereitet - in Zeiten hybrider Kriegsbedrohung, beständig ansteigender Cyber-Angriffe, vermehrter Drohnensichtungen über Anlagen der kritischen Infrastruktur? Bei einer Großübung, bei der ein deutschlandweiter Stromausfall simuliert wird, sind wir unterwegs mit Helfern von Feuerwehr, Polizei und Militär. Schnell zeigt sich: Hier läuft längst nicht alles rund im Krisenfall - und vielen fehlen Antworten auf sehr einfache Fragen. Und weil die Stromtrassen Europas zusammenhängen: Kann ein solcher Ausfall das gesamte europäische Netz aus dem Takt bringen? Die "ARD Story" lässt Menschen aus Stromwirtschaft, Katastrophenschutz, Militär und Politik auf die Problematik blicken, Betroffene zu Wort kommen, die bei den langanhaltenden Stromausfällen etwa im Münsterland 2005 oder jüngst in Berlin mit dabei waren. Sie schaut auf die Gesetzeslage und das neue "Kritis-Dachgesetz", das so genannte "kritische Infrastruktur" besser schützen soll. Sie zeigt aber auch: Wir alle haben uns in vielen Jahren des Friedens daran gewöhnt, dass immer alles funktioniert. Oder, wie es ein Helfer formuliert: "Es schadet nicht, Kerzen für den Frieden anzuzünden. Aber sie sind auch nützlich bei Stromausfall. Das haben wir nur vergessen."

Sendungsinfos

Von: Marko Rösseler Redaktion: Gudrun Wolter (WDR), Ute Beutler (RBB) Untertitel, Stereo
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