ARD
ARD Di. 28.07.
Doku
Verdeckte Recherche in Hanoi: Als vermeintliche Vermittler kommen wir mit vietnamesischen Ausbildungsinteressierten in einer Agentur ins Gespräch. NDR/ARD/autorenwerk
Hoang Anh Nguyen im Arbeitsgericht Gera. Er klagt gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber auf acht Monate ausstehenden Lohn. NDR/ARD/autorenwerk
Hoang Anh Nguyen an seinem neuen Arbeitsplatz in Schmölln. Hier erlebt er erstmals, was den Pflegeberuf ausmacht: die Arbeit mit und für die Menschen. NDR/ARD/autorenwerk
Seine Ausbildung begann anders als erwartet: Shubi ging in den ersten Monaten nicht zur Berufsschule und arbeitete häufig an der Spüle. NDR/ARD/autorenwerk

Eingewandert, ausgebeutet

Das gesamte ARD Programm auf einen Blick: TV-Programm und Videos zum Abruf aus den Mediatheken, aktuelle Nachrichten und Hintergründe. 

Azubis aus Drittstaaten um jeden Preis?

  • 45'
Gesellschaft und Politik

Inhalt

Deutschland gehen die Auszubildenden aus. Seit 2020 können junge Menschen aus aller Welt deshalb vereinfacht in Deutschland eine Ausbildung machen. Vermittelt werden sie aus Ländern wie Marokko, Indonesien oder Vietnam - oft über dubiose Agenturen, die von ihnen hohe und in Deutschland illegale Provisionen verlangen. In Deutschland angekommen, werden die jungen Menschen oft als billige Arbeitskräfte eingesetzt. Müssen ausbildungsfremde Tätigkeiten übernehmen, weit unter Mindestlohn arbeiten oder sogar Kautionen bei ihren Chefs hinterlegen. Anfang des Jahres machte ein besonders eindrücklicher Fall in Thüringen Schlagzeilen. Der Betreiber eines Pflegeheims soll über Jahre eine Vielzahl an Auszubildenden aus Drittstaaten regelrecht verschlissen haben, indem er sie ausbildungsfremd arbeiten ließ, von ihnen überteuerte Mieten kassierte, ihnen monatelang den Lohn verwehrte und sie letztlich vor die Tür setzte. Sie landeten auf der Straße. Eine Gruppe vietnamesischer Azubis fasste sich schließlich ein Herz und klagte gegen den Unternehmer. Wie läuft der Prozess? In der Dokumentation sprechen betroffene Vietnamesen erstmals vor der Kamera über ihre Erfahrungen und wohin sie die Suche nach einem neuen Ausbildungsplatz verschlagen hat. Doch für viele beginnt die Odyssee bereits in ihren Heimatländern. Jahrelang sparen die jungen Menschen und ihre Familien tausende Euro an, um Vermittlungsagenturen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz in Deutschland zu bezahlen. Denn viele Unternehmen, die eigentlich händeringend nach Azubis suchen und zunehmend auch auf Azubis aus Drittstaaten angewiesen sind, seien nicht bereit, Vermittlungsprovisionen selbst zu zahlen. Dubiose Agenturen und windige Vermittler erheben dann "Servicepauschalen", obwohl Vermittlungsprovisionen von Azubis in Deutschland verboten sind. Die investigative Dokumentation deckt auf, dass auch Deutsche vom Vermittlungsgeschäft profitieren, Arbeitgeber Verbote umgehen und Azubis rechtswidrig beschäftigen, unter Druck setzen und ausbeuten.

Sendungsinfos

Von: Maja Helmer Redaktion: Lucas Stratmann Untertitel, Stereo
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