ARTE
ARTE Sa. 15.08.
Doku

ARTE Reportage

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Liberia / Bougainville

  • D, F 2026
  • 52'
Reportagereihe (1) Liberia: Zwei Bürgerkriege zwischen 1989 und 2003 haben das Land zerstört. Viele Menschen versuchen zu vergessen, indem sie die Droge "Kush" konsumieren. Jeder vierte junge Liberianer soll davon abhängig sein. (2) Bougainville: Die mitten im Pazifik gelegene Insel soll bis zum 1. September 2027 ihre Unabhängigkeit erlangen und damit das 194. Land der Welt werden.

Themen


Liberia: Die Droge der lebenden Toten: Am Rande der Hauptstadt Monrovia haben die sogenannten "Zogos", die Vergessenen und Umherirrenden, auf Friedhöfen Zuflucht gefunden. Sie sind süchtig nach der synthetischen Droge "Kush", einer Mischung aus Lösungsmitteln, Opiaten und künstlichen Cannabinoiden, die für ein paar Cent verkauft wird. Sie schlafen auf Gräbern, suchen Schutz zwischen den Kreuzen und leben dort, wo die Toten der Bürgerkriege ruhen. Ihre ausgezehrten Körper bedecken die anonymen Gräber, als würde sich die Geschichte Generation für Generation wiederholen. Diese Reportage führt in eines der ärmsten Länder der Welt. Über die Hälfte der Bevölkerung Liberias lebt unterhalb der Armutsgrenze. Sie zeigt die Aussichtslosigkeit einer Jugend, deren Körper von Krieg und Drogen gezeichnet sind. Und sie stellt einen Mann vor, der trotz aller Probleme daran glaubt, dass es noch möglich ist, eine Seele nach der anderen zu retten.

Bougainville: Das nächste Land der Welt: Es war ein langer Weg dahin, nach der Kolonialisierung durch Deutschland und Australien, der erzwungenen Angliederung 1975 an Papua-Neuguinea und dem Unabhängigkeitskrieg in den 1990er Jahren mit Tausenden Toten. Theoretisch verfügt Bougainville über alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Unabhängigkeit: Fast 98 Prozent der 300.000 Einwohner unterstützen die Bewegung. Im Inneren der Insel liegt eine der größten Kupfer- und Goldminen der Welt, seit drei Jahrzehnten ist sie geschlossen. Die bitterarme Bevölkerung will dort wieder Gold und Kupfer fördern, um die Wirtschaft ihres neuen Landes anzukurbeln. Allerdings haben nur internationale Multis das Knowhow und die Kapazitäten dafür. Die Vereinigten Staaten und China gewinnen in der Region zunehmend an Einfluss, sie haben bereits großes Interesse am nächsten Land der Welt.

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