ARTE
ARTE Mi. 11.11.
Doku
Kinder spielen am 28. September 2023 am Straßenrand, während Armenier auf ihrer Flucht aus Bergkarabach im Latschin-Korridor in einem langen Fahrzeugstau stehen. NDR
US-Präsident Donald Trump (Mi.) mit Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev (li.) und Armeniens Premierminister Nikol Paschinjan (re.) im Weißen Haus am 8. August 2025. Bei dem Treffen geht es um einen möglichen Friedensprozess im Südkaukasus ? und um die künftige Rolle der USA in der Region. NDR
Armeniens Premierminister Nikol Paschinjan bei einer Kundgebung mit Megafon. 2018 kommt er nach Massenprotesten an die Macht ? mit dem Versprechen, Armenien demokratischer zu machen und die alte politische Elite abzulösen. Bei der Parlamentswahl 2026 wird seine Partei erneut stärkste Kraft. NDR
Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev bei einer offiziellen Ansprache, flankiert von Nationalflaggen und Staatswappen. Die politische Führung in Baku tritt im Konflikt um Bergkarabach zunehmend selbstbewusst auf ? gestützt durch militärische Stärke, Energieexporte und wachsenden geopolitischen Einfl NDR
Die Region Bergkarabach liegt völkerrechtlich in Aserbaidschan, war aber lange mehrheitlich von Armeniern bewohnt ? und wurde über Jahrzehnte zum Kern eines gewaltsamen Konflikts zwischen beiden Staaten. NDR
Demonstration der aserbaidschanischen Gemeinde in Berlin am 17. Oktober 2020. Der Konflikt reicht weit über die Landesgrenzen hinaus ? auch in der Diaspora wird er politisch ausgetragen. NDR

Bergkarabach: Machtkampf im Südkaukasus

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • D 2026
  • 30'
Dokumentation Die Region Bergkarabach ist ein Konfliktherd zwischen Aserbaidschan und Armenien. Das Gebiet war lange mehrheitlich von Armeniern bewohnt. 2023 eroberte Aserbaidschan die Enklave Bergkarabach zurück, über 100.000 Armenier flohen. Strittige Grenzfragen und das Rückkehrrecht der Geflüchteten sind nicht geklärt. 2025 erklärte Donald Trump den Frieden - doch beide Seiten rüsten auf.

Inhalt

Im Südkaukasus schwelt seit Jahrzehnten ein Konflikt um die Region Bergkarabach. Das Gebiet liegt völkerrechtlich in Aserbaidschan, war aber lange mehrheitlich von Armeniern bewohnt. Nach dem Zerfall der Sowjetunion eskalierte der Streit und mündete in einen Krieg. Armenien gewann damals die Kontrolle über Bergkarabach und angrenzende Gebiete, Hunderttausende Aserbaidschaner flohen oder wurden vertrieben. Der Waffenstillstand von 1994 beendete die Kämpfe, aber nicht den Konflikt. Drei Jahrzehnte später hat sich das Kräfteverhältnis gedreht. Aserbaidschan ist durch Öl- und Gasexporte reich geworden, rüstet massiv auf und erobert Bergkarabach 2023 militärisch zurück. Über 100.000 Armenier fliehen aus der Region, die über Generationen zu ihrer Heimat geworden war. Doch auch nach dem Sieg ist der Konflikt nicht vorbei. Strittige Grenzfragen und das Rückkehrrecht der Geflüchteten sind nicht geklärt. Aserbaidschan fordert zudem eine Verbindung zu seiner Exklave Nachitschewan - eine Route durch armenisches Gebiet, die nicht nur wirtschaftlich hochbrisant ist. Die Region wird immer stärker zum geopolitischen Spielfeld: Die Türkei stärkt Aserbaidschan, die EU braucht Energie aus Aserbaidschan, Russland verliert an Einfluss und die USA wollen den Südkaukasus neu ordnen. 2025 verkündet US-Präsident Donald Trump, er habe einen dauerhaften Frieden zwischen Armenien und Aserbaidschan ausgehandelt. Ein Konflikt, der seit über 100 Jahren schwelt, soll plötzlich gelöst sein. Doch das Abkommen ist nicht unterzeichnet und in der Region wächst das Misstrauen. Beide Seiten rüsten weiter auf. Kann aus Trumps Deal wirklich Frieden entstehen - oder verschiebt sich der Konflikt nur auf neue Fragen um Grenzen, Handelsrouten, Macht und Einfluss?

Sendungsinfos

Regie: Luca Vogel Stereo
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