ARTE
ARTE Mo. 29.06.
Doku
In den 1960er Jahren markierte Bertolucci eine Transformation der Filmsprache: Seine Filme fanden großen Anklang, weil sie von einer gewissen Atmosphäre, einem bestimmten, nicht unwichtigen Zeitgeist erfüllt waren. ARTE
Bernardo Bertolucci, einem der international einflussreichsten Regisseure, gelang es, den Geist der 1960er Jahre in seinen Filmen einzufangen. ARTE
Pupi Avati (im Bild) würdigt Bernardo Bertolucci als einen Regisseur von großem Talent, der zugleich durch eine außergewöhnlich starke persönliche und körperliche Präsenz beeindruckte. ARTE

Das Kino des Bernardo Bertolucci

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Opulent und unangepasst

  • F, I 2025
  • 53'
Künstlerporträt Bernardo Bertolucci (1941-2018) zählt zu den einflussreichsten Regisseuren des Weltkinos. Seine Filme sind Meisterwerke visueller Opulenz und emotionaler Tiefe, die intime Geschichten mit großen historischen Themen verweben. Sein mit neun Oscars ausgezeichneter Film "Der letzte Kaiser" gilt als Meilenstein der Filmgeschichte. Das Porträt erzählt den Werdegang des Visionärs.

Inhalt

Bernardo Bertoluccis künstlerischer Aufstieg fiel in eine Zeit des globalen Umbruchs - die 1960er Jahre und die folgenden Jahrzehnte, in denen das Kino zum zentralen Medium des gesellschaftlichen Wandels wurde. Als einer der international einflussreichsten Regisseure seiner Zeit verstand er es, den Geist dieser Ära einzufangen. Nach ersten Erfahrungen als Assistent von Pier Paolo Pasolini begann Bertolucci bereits in den 1960er Jahren, eine eigene künstlerische Handschrift zu entwickeln. Ein frühes Schlüsselwerk ist "Der große Irrtum" (1970), in dem Bertolucci die politische Radikalisierung der Jugend im Kontext der 68er-Bewegung reflektiert. Seinen internationalen Durchbruch erzielte er mit "Der letzte Tango in Paris" (1972). Das Drama mit Marlon Brando und Maria Schneider in den Hauptrollen über eine obsessive, anonyme Beziehung zwischen zwei Fremden polarisierte die Kritik und bleibt bis heute höchst umstritten. Ein Höhepunkt seines Schaffens ist "Der letzte Kaiser" (1987). Als erste westliche Produktion, die in der Verbotenen Stadt in Peking gedreht werden durfte, erzählt der Film die Lebensgeschichte des letzten chinesischen Kaisers Puyi. Der Film wurde mit neun Oscars ausgezeichnet und gilt als Meisterwerk des epischen Kinos. Eine unverwechselbare visuelle Opulenz, komplexe Figuren und eine tiefe Auseinandersetzung mit historischen und gesellschaftlichen Prozessen zeichnen Bertoluccis Filme aus. Sein Werk ist ein Meilenstein des Weltkinos. Die Dokumentation ist nicht nur eine Hommage an den italienischen Maestro, sondern auch an eine kreative Bewegung, deren Erbe - radikale Freiheit, kompromisslose Sinnlichkeit und unabhängiges Denken - bis heute fasziniert.

Sendungsinfos

Regie: Marco Spagnoli Stereo
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