ARTE
ARTE So. 08.02.
Doku
Die letzten Schilfbootfischer von Huanchaco fahren morgens zum Fischen raus. Nur noch wenige beherrschen ihr Handwerk. SWR
Immer mehr moderne Surfer zieht es nach Huanchaco, wodurch die Tradition der Caballitos verloren geht. SWR
Krisensitzung bei der Fischervereinigung von Huanchaco: Das Fest zum ?Tag des Fischers? steht auf der Kippe. SWR
Die Söhne der Familie Ucañan surfen lieber auf modernen Brettern statt auf den Caballitos. SWR
Lorenzo Ucañan bei der Schilfernte auf seinem eigenen Schilffeld: Das Handwerk des Schilfbootbauens hat er von seinem Vater gelernt. SWR
Mit seinem Caballito geht Lorenzo aufs Meer zum Fischen. SWR

Die letzten Schilfboot-Fischer von Huanchaco

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • D 2022
  • 43'
Land und Leute Lorenzo Ucañan ist einer der letzten Schilfbootfischer von Huanchaco, einem Fischerort an der Nordwestküste Perus. Sein Schilfboot, das Caballito, baut er selbst. Doch als Fischer kann er seine Familie nicht mehr ernähren - die Fischerträge sind stark zurückgegangen. Seine Söhne möchten deshalb ihr Geld lieber als Surflehrer verdienen und den Ort zu einem modernen Surfspot entwickeln, der Touristen anzieht und Geld einbringt. Der "Tag des Fischers" steht dieses Jahr deshalb auf der Kippe. Tradition und Moderne - die letzten Schilfbootfischer von Huanchaco möchten nicht untergehen.

Inhalt

In Huanchaco, einem Fischerort an der Nordwestküste Perus, macht sich Lorenzo Ucañan zu Fuß auf den Weg zu den Schilffeldern. Er ist Fischer und hat das Handwerk des Schilfbootbauens von seinem Vater gelernt. Seit Urzeiten fischen die Menschen von Huanchaco in Schilfbooten, den Caballitos, die klein und wendig auf den Wellen reiten. Man erzählt sich, hier sei das Surfen erfunden worden, vor 3.000 Jahren. Es heißt, die jungen Männer der Chimú-Kultur seien mit ihnen zu einer Art Reifeprüfung auf dem Ozean angetreten. Lorenzo baut jeden Monat ein neues Boot. Nachhaltiger geht es nicht: Es ist aus Naturmaterialien, braucht kein Benzin, macht keinen Lärm und hinterlässt kaum Rückstände, wenn es nach einem Monat nicht mehr seetüchtig ist. Aber in Huanchaco stehen immer mehr Caballitos als Dekoration am Strand. Der Fischfang ist stark zurückgegangen, der Beruf des Fischers droht auszusterben. Auf dem Meer tummeln sich jetzt Touristen auf bunten hawaiianischen Brettern. Der Ort mutiert zu einem Surf-Hotspot. Auch Lorenzos Söhne versuchen, als Surflehrer an dem neuen Boom teilzuhaben. Die älteren Fischer sehen den Ausverkauf ihrer Traditionen und das Aussterben ihres Handwerks mit Wehmut. Während sie verzweifelt versuchen, wenigstens den traditionellen "Tag des Fischers" zu Ehren des heiligen Petrus zu retten, veranstaltet Lorenzos Sohn Joel einen großangelegten Surfwettbewerb. Er findet die Sponsoren, die den Fischern für ihr Fest fehlen. Mit der Zähigkeit, die sie das Meer gelehrt hat, ziehen sie es trotzdem durch.

Sendungsinfos

Regie: Susanne Brand Untertitel, Stereo
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