ARTE
ARTE Mo. 31.08.
Doku
Frank Dabba Smith erforscht die Geschichte von Ernst Leitz II und wie dieser während des Nazi-Regimes Juden geholfen hat. ZDF
Ernst Leitz II protestierte am 1. Mai 1933 mit seiner Belegschaft in Wetzlar ? und setzte ein Zeichen gegen die Nazis. ZDF
Der Fotograf und Rabbiner Frank Dabba Smith hat eine vielschichtige Beziehung zu Deutschland: Das Land ist für den Tod seiner Verwandtschaft in Polen verantwortlich, entfachte aber auch seine Leidenschaft für die Fotografie. ZDF
Ferngläser und Optiken von Leitz waren für die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg sehr wichtig. ZDF
Jill Enfield stammt aus einer jüdischen Familie, die mit Hilfe von Ernst Leitz II fliehen konnte. Heute ist sie selbst Fotografin. ZDF

Die Nazis, der Rabbi und die Kamera

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • D 2022
  • 43'
Dokumentation Der Name Leica steht für Kameras höchster Qualität und Fotografien von Weltrang. Entwickelt wurde sie von der Firma Leitz. Firmenchef Ernst Leitz II war Mitglied in Hitlers NSDAP - doch er rettete jüdische Angestellte und Freunde vor dem sicheren Tod, unter anderem die Familie Ehrenfeld aus Frankfurt. Ihre Geschichte hat der Fotograf und Rabbi Frank Dabba Smith erforscht.

Inhalt

Der Fotograf und Rabbiner Frank Dabba Smith hält nichts von einfachen Theorien. "Schwarz-Weiß-Betrachtungen bringen niemanden weiter", sagt er. Schon als junger Mann reiste er aus diesem Grund nach Deutschland - das Land, das einerseits für den Tod seiner Verwandten in Polen verantwortlich ist, andererseits aber auch seine größte Leidenschaft hervorgebracht hat: die Leica-Kleinbildkamera. Als junger Student hatte Frank gelesen, wie Leica-Firmenchef Ernst Leitz II den Juden während des Nazi-Regimes geholfen hatte. Später nahm er Kontakt mit der Familie Leitz auf. Der Enkel von Ernst Leitz II, Knut Kühn-Leitz, hatte zwar ein sehr inniges Verhältnis zu seinem Großvater, doch er wusste von nichts. Bis zu seinem Tod im Jahr 1956 hatte sein Großvater nie etwas aus der Zeit des Nationalsozialismus erzählt. Die Familie war sich zunächst nicht sicher, ob sie überhaupt Nachforschungen über die Vergangenheit anstellen sollte, doch Frank überzeugte sie. So kam ans Licht, dass Ernst Leitz II vielen Verfolgten geholfen hatte. Dazu gehörte unter anderem die Familie von Heinrich Ehrenfeld, Inhaber eines Frankfurter Kaufhauses. In den USA angekommen, änderte die Familie ihren Namen von Ehrenfeld zu Enfield und verkaufte Leica-Kameras. Die Enkelin Jill Enfield ist Fotografin und seit Jahren mit Frank in Kontakt - so hat sie viel Unbekanntes von ihren Großeltern erfahren. Der Dokumentarfilm führt an Originalschauplätze in Wetzlar, New York und Frankfurt am Main. Neben Frank Dabba Smith und Jill Enfield nimmt auch Oliver Nass, Urenkel von Ernst Leitz II, Stellung zu den damaligen Ereignissen.

Sendungsinfos

Regie: André Schäfer, Claus Bredenbrock Untertitel, Stereo
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