ARTE
ARTE Do. 12.03.
Doku
Augenmalerei, Käthe Kruse Manufaktur, Donauwörth, 2025 BR
Käthe Kruse mit ihren Puppen, um 1925 BR
Erste Puppenwerkstatt von Käthe Kruse in Bad Kösen, um 1913 BR

Die Puppenmacherin Käthe Kruse

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • D, F, CH 2025
  • 43'
Dokumentation Puppen zum Liebhaben - Das war das Lebensthema von Käthe Kruse, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Puppenherstellung revolutionierte. Für die siebenfache Mutter war das Bedürfnis nach Nähe und Berührung zentral. Mit ihren handgefertigten, dem Kleinkind nachempfundenen Puppen stieg sie in einer von Männern dominierten Gesellschaft zu einer erfolgreichen Unternehmerin auf.

Inhalt

In einer Zeit der Industrialisierung und Uniformisierung fühlte Käthe Kruse (1883-1968) sich intensiv in die Welt der Kinder ein. Ihr Lebensweg entsprach dabei kaum den traditionellen Erwartungen an Frauen. Nach einer kurzen Karriere als Schauspielerin lebte sie als junge Mutter alleinerziehend mit ihren beiden kleinen Töchtern in einer Freidenkerkolonie bei Ascona in der Schweiz. Dort kam sie mit verschiedenen Reformbewegungen in Berührung. Das naturnahe Leben prägte sie. Ihre weichen, handgefertigten Puppen, die die natürliche Schönheit und Individualität von Kindern widerspiegeln, waren ein Ausdruck dieser Ideale. Anhand der Lebensgeschichte von Käthe Kruse zeigt die Dokumentation, dass Puppen immer auch ein Spiegel ihrer Zeit sind. Sie bilden Familie und Gesellschaft im Kleinen ab. Damit sind sie auch anfällig für ideologische Einflüsse. Die Kriegs- und Krisenzeiten überstand die Puppenmacherin mit immer neuen Geschäftsideen und Anpassung an die politischen Verhältnisse. So schuf sie während des Dritten Reiches auch Puppen in NS-Uniform. Dem Fortbestand ihres Unternehmens ordnete sie alles unter. Dazu gehörte auch der Mut, gegen den damals größten Spielzeughersteller zu klagen, der ihre Puppen kopiert hatte. Käthe Kruses Leben war voller Widersprüche: Als Mutter und Ehefrau vertrat sie traditionelle Werte, aber ihre Beziehung lebte sie unkonventionell. Als Unternehmerin war sie emanzipiert, mit ihren Puppen jedoch passte sie sich an die Familien- und Weiblichkeitsvorstellungen ihres bürgerlichen Publikums an.

Sendungsinfos

Regie: Maria Anna Tappeiner Untertitel, Hörfilm, Stereo
Sender auswählen

Jetzt in der Senderleiste auf klicken.

Gelesen
Seite merken

Lesezeichen für tvheute.at erstellen:
Jetzt in der Symbolleiste auf klicken.

Gelesen
Sender navigieren
links | rechts
WISCHEN