ARTE
ARTE Sa. 28.11.
Doku
Frantz Schmidt (Lucas Prisor) will sich von dem Stigma befreien, das mit dem unehrlichen und verachteten Beruf des Scharfrichters einhergeht. (Spielszene) ZDF
Der Scharfrichter (Frantz Schmidt gespielt von Lucas Prisor, 2.v.l.) war ein düsterer, aber notwendiger Teil des Rechtswesens in der Frühen Neuzeit. ZDF
Nur durch die öffentliche Inszenierung der Hinrichtung konnte in der Frühen Neuzeit die Rechtsprechung göttliche und weltliche Anerkennung finden. (Frantz Schmidt gespielt von Lucas Prisor, 2.v.l.) ZDF
Frantz Schmidt (Lucas Prisor) hat seine Amtszeit als Nürnbergs Scharfrichter in einem Tagebuch festgehalten. (Spielszene) ZDF

Ein Tag in ...

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Nürnberg 1593 - Der Scharfrichter Frantz Schmidt

  • D 2024
  • 52'
Doku-Reihe 1593 in Nürnberg: Frantz Schmidt, Scharfrichter der Reichsstadt, hinterlässt ein Tagebuch, in dem er seinen Berufsalltag minutiös dokumentiert. Als Henker ist Frantz ein unentbehrliches Rädchen im Getriebe der Justiz, doch ihm haftet der Makel der "Unehrlichkeit" an. Doch damit will sich Frantz nicht länger abfinden.

Inhalt

45 Jahre lang notiert der Scharfrichter Frantz Schmidt akribisch jedes Urteil, das er vollstreckt. Sein Tagebuch, eine Mischung aus Protokoll und Inventarliste, verzeichnet Datum, Name, Strafmaß und die Beschreibung des jeweiligen Verbrechens. Professor Joel Harrington hat Frantz Schmidt studiert und einen Mann beschrieben, der nicht nur Henker von Nürnberg war, sondern auch Vater, Ehemann und Heiler. Schmidts Aufzeichnungen dokumentieren die im 16. Jahrhundert üblichen Strafen, wie sie auch in der Constitutio Criminalis Carolina, einem der ersten deutschen Strafgesetzbücher, festgeschrieben sind. Laut Markus Hirte, Strafrechtshistoriker und Leiter des Mittelalterlichen Kriminalmuseums in Rothenburg ob der Tauber, hat sich das Gerichtswesen über einen sehr langen Zeitraum entwickelt, der in der Antike beginnt. Seit seiner ersten Hinrichtung im Alter von nur 19 Jahren quälen Frantz die Gedanken an die vollstreckten Urteile und der Makel der "Unehrlichkeit". Wohlstand kann er genießen, aber gesellschaftliche Anerkennung bleibt ihm versagt. Als sein Sohn am 2. Juli 1593 wieder einmal von einer Rauferei mit Schulkameraden nach Hause kommt, weiß Schmidt: So kann es nicht weitergehen. Für seine Kinder muss er die verlorene Familienehre wiederherstellen. Frantz Schmidt widmet immer mehr Zeit der für Scharfrichter üblichen Nebentätigkeit: dem Heilen. Gleichzeitig übt er sein blutiges Handwerk mit größter Präzision aus - getrieben von der Hoffnung, es eines Tages hinter sich lassen zu können.

Sendungsinfos

Regie: Arne Peisker, Sigrun Laste Untertitel, Stereo
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