ARTE
ARTE Fr. 11.12.
Doku
Eitaro ist die letzte bekannte männliche Geisha. Er ist nicht queer und doch verkörpert er eine zutiefst weibliche Rolle. Das Geisha-Makeup ist eine Kunst für sich. SWR
Lange zweifelte Eitaro an Ehe und Familie, denn eine Geisha bleibt unverheiratet. Heute sind seine drei Kinder sein Ein und Alles. SWR
Eitaro ist anerkannter Meister des traditionellen japanischen Hanayagi-ryu-Tanzes. Er übt, wann immer er kann. SWR
Bei Eitaros Geisha-Kostüm muss alles perfekt sitzen. Die Verwandlung dauert mindestens eine Stunde. SWR

Eitaro - Japans männliche Geisha

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • D, USA 2026
  • 43'
Porträt Eitaro arbeitet in einem Beruf, der traditionell Frauen vorbehalten ist: Er ist Geisha. Nach dem frühen Tod seiner Mutter übernimmt er ihr Geisha-Haus und kämpft um den Erhalt der nach und nach verschwindenden Tradition. Als Pandemie, gesellschaftlicher Wandel und eine Reise in die USA sein Leben verändern, erkennt er, dass kulturelles Erbe nur durch Erneuerung überleben kann.

Inhalt

"Eitaro - Japans männliche Geisha" erzählt die außergewöhnliche Geschichte von Eitaro Matsunoya, Japans vermutlich einziger männlicher Geisha. Als Kind wurde er von seiner Mutter Mariko, einer charismatischen und unkonventionellen Geisha-Unternehmerin, ausgebildet. Nach Marikos frühem Tod übernimmt Eitaro mit Anfang 20 ihr Geisha-Haus "Matsunoya" - und damit die Verantwortung für ein kulturelles Erbe, das zunehmend vom Verschwinden bedroht ist. Seine eigene junge Familie muss er dabei verheimlichen, will es doch die Tradition, dass Geishas nicht heiraten. Zwischen familiärer Verpflichtung, wirtschaftlichem Druck und gesellschaftlicher Ablehnung als ein Mann in einer weiblichen Rolle, kämpft Eitaro darum, das Lebenswerk seiner Mutter zu bewahren. Der Film begleitet Eitaro in einer Zeit tiefgreifender Umbrüche. Die Geisha-Kultur wird in Japan immer mehr von schnelllebigen, modernen Ausgehgewohnheiten verdrängt wird, die Covid-Pandemie hat sie nahezu zum Erliegen gebracht. Doch eine unerwartete Einladung in die USA eröffnet Eitaro die Chance, seine Kunst jenseits von Japan neu zu entdecken. Während er in Amerika gegen Klischees um die authentische Darstellung seiner Kultur ringt, beginnt er auch, sein eigenes Leben und die Zukunft der Geisha-Kultur neu zu betrachten. Die Dokumentation verbindet eine persönliche Geschichte über Trauer, Identität und kulturelles Erbe mit der Frage, wie Traditionen in einer globalisierten Welt weiterleben können. Es ist das Porträt eines Mannes, der erkennt, dass echtes Bewahren nicht im Festhalten, sondern im mutigen Wandel liegt.

Sendungsinfos

Regie: Koodae Kim, Teruhisa Yoshida Untertitel, Stereo
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