ARTE
ARTE So. 11.10.
Doku
Kinder aus einem Viertel protestantischer Unionisten in Belfast vor einem Wandbild mit der Flagge des Union Jack, Nordirland, 1971 ZDF
Ann Marie, 10 Jahre alt, wirft 1981 während eines Aufstands in Belfast Flaschen auf britische Soldaten. ZDF
Jugendlicher vor einem brennenden Lieferwagen, Belfast 1981 ZDF

Es war einmal in Nordirland

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Vom Protest zum Kampf

  • 1. Folge
  • D 2023
  • 59'
Dokumentation Fast 30 Jahre schwelte der blutige Nordirland-Konflikt und forderte über 3.500 Menschenleben, bis er 1998 mit dem Karfreitagsabkommen beendet wurde. In der Doku wird diese Geschichte von Zeitzeuginnen und -zeugen erzählt, deren Leben sich für immer verändert hat: Von einem ehemaligen IRA-Kämpfer, von einer Polizistenwitwe und von einem ehemaligen Loyalisten.

Inhalt

Im Nordirland der Nachkriegszeit werden Katholiken sozial geächtet und haben durch ein Wahlrecht, das Ärmere benachteiligt, auch weniger politisches Mitsprachrecht. In den 1960er Jahren werden Proteste von Seiten der Katholiken gegen dieses Ungleichgewicht häufiger. Die protestantische Minderheit fühlt sich zunehmend bedroht, und nach gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der überwiegend protestantischen Polizei Nordirlands entsendet Großbritannien Soldaten. Obwohl diese zu Anfang von beiden Seiten freundlich empfangen werden, provozieren sie dennoch die Gründung der "provisorischen IRA" durch irische Nationalisten, die mit Waffengewalt den Anschluss an Irland erkämpfen wollen. Zeitzeuginnen und -zeugen berichten von ihrer Verstrickung in diese Spirale der Gewalt - vom Gefühl, keine andere Wahl zu haben. Ehemalige Mitglieder der "provisorischen IRA", einer protestantischen Miliz und der britischen Armee erzählen von der Welle von Anschlägen, die Nordirland erschütterte. Sie gipfelt 1972 im Januar im "Bloody Sunday", an dem 14 demonstrierende Katholiken vom Militär erschossen werden: ein Wendepunkt und gleichzeitig die "beste Werbung" für die IRA, der sich viele oft noch sehr junge Männer anschließen. Im Juli desselben Jahres folgt ein neuer Höhepunkt der Gewalt, der "Bloody Friday", eine großen Anschlagsserie der IRA in Belfast. Aus friedlichem Widerstand ist bürgerkriegsähnlicher Terror geworden.

Sendungsinfos

Regie: James Bluemel Untertitel, Stereo
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