ARTE
ARTE Sa. 08.08.
Doku
Hans Werner Henze (re.) mit Rudi Dutschke (li.), der führenden Figur der Studentenbewegung, im Jahr 1968: Beide waren politisch eng verbunden. WDR
Der Komponist Jörg Widmann erzählt begeistert vom "Drive", den Henzes Musik auf ihn ausübt. WDR
Helen Grob ? Henzes ehemalige Sekretärin ? erzählt von der hübschen kleinen Villa am Waldrand, in der Henze aufwuchs. WDR
Der Goldschmied und alte Freund Torben Hardenberg spricht darüber, wie Henze ihm von dem von Bomben völlig zerstörten Berlin nach Kriegsende erzählte. WDR
Sein Leben ist Zeitgeschichte unterm Brennglas: NS-Zeit und Krieg, Konflikte als Homosexueller und öffentliche Attacken machten Hans Werner Henze zum politischsten Komponisten Deutschlands. WDR
Ingeborg Bachmann schrieb das Libretto für Henzes Oper "Der Prinz von Homburg": Beide waren seit den 1950er Jahren freundschaftlich miteinander verbunden. WDR

Hans Werner Henze: Komponist, Kommunist, Dandy

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • D 2025
  • 52'
Musikerporträt Das Leben des am 1. Juli 1926 in Gütersloh geborenen Komponisten ist europäische Zeitgeschichte unter dem Brennglas: NS-Zeit und Krieg, Konflikte als Homosexueller und öffentliche Attacken machten Hans Werner Henze zum politischsten Komponisten Deutschlands. Mit weltmännischem Auftreten und Villa in Italien sprengte er, ganz Inbegriff des Dandys, alle Vorstellungen von einem Komponisten der E-Musik. Die Dokumentation, die ARTE auch in einer untertitelten Fassung für Hörgeschädigte ausstrahlt, hebt persönliches Archivmaterial und bringt Henzes intime Seite zur Geltung.

Inhalt

Die humanistischen Botschaften, die persönlichen Erfahrungen mit Nationalsozialismus, Krieg und kulturellem Identitätsverlust, die inneren Konflikte als homosexueller Musiker, der äußere Widerstand gegenüber seiner Person und seinem Werk, bis hin zu öffentlichen Anfeindungen: All das sind prägende Erlebnisse, die Hans Werner Henze zu einem der politischsten Komponisten Deutschlands haben werden lassen. Anlässlich seines 100. Geburtstages im Juli 2026 macht die Dokumentation die Gegenwärtigkeit seiner Musik hör- und sichtbar. Henze ist auch ein musikalischer Chronist des Nachkriegsdeutschlands. In seinen zahlreichen großen Opern, in Orchesterwerken und Liedern verhandelt er die wichtigen politischen und gesellschaftlichen Debatten seiner Zeit, lässt sie aber gleichermaßen vor dem Hintergrund seines menschlichen Verständnisses von Musik überzeitlich werden. Sein politisches und musikpädagogisches Engagement ist legendär. Dafür steht ganz besonders das Cantiere Internazionale d'Arte, die Internationale Kunstwerkstatt in Montepulciano, ein Festival für junge Musikerinnen und Musiker und Schauspielerinnen und Schauspieler, das Henze 1976 ins Leben gerufen hat. Die beiden Regisseure Holger Preuße und Philipp Quiring haben Zeitzeugen und Schauplätze aufgesucht, um mehr über den Menschen und Musiker Henze zu erfahren, und dabei sehr persönliche, auf Kassetten eingesprochene Briefe entdeckt. Und sie haben sich auf die Suche nach bislang unveröffentlichten Liedern begeben. Mit Sopranistin Sarah Maria Sun und Pianist Jan Philip Schulze wurden diese für den WDR zum ersten Mal aufgenommen.

Sendungsinfos

Regie: Holger Preuße, Philipp Quiring VPS: 08.08.2026 23:10, Stereo
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