ARTE
ARTE Fr. 06.11.
Jérôme Guillemet ist selbst Patient in psychotherapeutischer Behandlung in Paris. Er hat sich die Serie ?In Therapie? angesehen, um herauszufinden, ob sie vermitteln kann, was in einer Therapie alles möglich ist. ARTE F
Brigitte Juy-Erbibou ist Psychoanalytikerin: Am Morgen nach dem Anschlag in Nizza im Jahr 2016 betreute sie zutiefst traumatisierte Überlebende. ARTE F
Der israelische Regisseur Hagai Levi hat die Serie "BeTipul" produziert - sie wurde zur Inspiration für die französische Serie "En Thérapie". ARTE F

"In Therapie", eine Serie mit Einfluss

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • F 2024
  • 52'
Film/Kino/TV Warum brach die Serie "In Therapie" auf ARTE alle Zuschauerrekorde? Spiegelt sie eine gesellschaftliche Realität wider? Zwischen persönlicher Suche und kollektiven Traumata beleuchtet diese einfühlsame Dokumentation das wechselseitige Verhältnis zwischen Fiktion und Wirklichkeit.

Inhalt

In den Jahren 2021 und 2022 ausgestrahlt und seither online verfügbar, erreichten die beiden Staffeln der französischen Serie "In Therapie" von Éric Toledano und Olivier Nakache, nach der israelischen Vorlage "BeTipul" von Hagai Levi, rund 100 Millionen Aufrufe im Fernsehen und im Netz - ein absoluter Zuschauerrekord. Zeitlich direkt nach den Terroranschlägen vom 13. November 2015 in Paris (Staffel 1) und während der Corona-Pandemie im Frühjahr 2021 (Staffel 2) angesiedelt, traf die Serie den Nerv einer tief erschütterten Gesellschaft. Mit dem Psychoanalytiker Philippe Dayan als Hauptfigur - eindrucksvoll und menschlich verkörpert von Frédéric Pierrot - war sie eine Einladung zum Zuhören und zur Introspektion und schuf eine nie dagewesene Nähe zur Praxis der Psychoanalyse. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer fühlten sich erstmals ermutigt, selbst eine Therapie zu beginnen. Regisseur Stéphane Benhamou lotet in seiner Dokumentation die kathartische Kraft von Fiktion aus und spürt den Auswirkungen der Serie in der Realität nach. Mit Feingefühl verwebt er die Aussagen von Therapeuten und Patienten mit Ausschnitten aus der Serie und ihrem Making-of. Die Psychoanalytiker Michèle Benhaïm und Serge Hefez berichten von einer Welle hilfesuchender Jugendlicher, die nach der Pandemie auf die psychiatrischen Kliniken zukamen. Die Dokumentation zeigt, wie kollektive Traumata - Terroranschläge, eine Pandemie, eine von aktuellen Ereignissen genährte Angst - die inneren Krisen vieler Menschen verstärkten und der Serie den Charakter eines Zufluchtsorts verliehen.

Sendungsinfos

Regie: Stéphane Benhamou Stereo
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