ARTE
ARTE So. 13.09.
Doku
Am 30. April 1953 präsentieren Vertreter der Montanunion das erste "europäische" Stück Stahl: Franz Etzel (Deutschland), Albert Coppé (Belgien), Albert Wehrer (Niederlande) und Jean Monnet (Frankreich, v.l.). WDR
Luciana Castellina ist heute eine Ikone der Linken in Italien. Als junge Kommunistin war sie eine scharfe Gegnerin der NATO und skeptisch gegenüber dem europäischen Einigungsprozess. WDR
In direkter Nähe zum Eiffelturm in Paris hatte die NATO in den frühen 50er Jahren ihr Hauptquartier. WDR
Alfred Kantorowicz, Kommunist und oppositioneller Literat in der frühen DDR: In seinem Tagebuch blickt er kritisch auf das Ulbricht-Regime. WDR
Die Flutkatastrophe in den Niederlanden Anfang 1953 führte zum ersten internationalen Hilfseinsatz des Technischen Hilfswerks - ein Schritt auch zur Wiedereingliederung Deutschlands in die europäische Völkergemeinschaft. WDR
Georges Berthoin hat als persönlicher Mitarbeiter Jean Monnets die Anfänge der Europäischen Gemeinschaft hautnah miterlebt: Er ist der letzte Überlebende aus dem Gründerkreis Europas. WDR
Das romantische Luxemburg wird mit der Montanunion 1952 zum Mittelpunkt der Politik. WDR

Kalter Krieg in Bewegung: Europa 1952/53

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • D 2022
  • 89'
Geschichte 1952/53: Europa ist vom Eisernen Vorhang geteilt. Im Osten bestimmt Moskau den Kurs seiner Satellitenstaaten. Im Westen begeben sich die Länder unter Druck der Amerikaner auf einen schwierigen Weg: Sie sollen Einigkeit gegenüber dem Osten zeigen. Die größte Hürde für dieses Projekt ist das Verhältnis der Westeuropäer zu Westdeutschland.

Inhalt

1952/53: Der europäische Kontinent ist geteilt in Ost und West. Der Eiserne Vorhang, gesichert mit Stacheldraht, Hunden und Grenzposten, zieht sich von der Ostsee bis zur Adria. Voller Misstrauen stehen sich hier zwei Welten gegenüber: auf der einen Seite die Visionäre einer neuen Lebensform, die Glück und Fortschritt einer klassenlosen Gesellschaft propagieren; auf der anderen die Verteidiger einer Freiheit, die auf ökonomischen Gewinn und Selbstverwirklichung des Einzelnen setzt. Doch die Blöcke sind nicht monolithisch. Während im Osten Abweichungen von der Moskauer Linie schnell unterdrückt werden, schlägt der Westen einen anderen, komplexeren Kurs ein. Auf Druck der Amerikaner begibt sich Westeuropa auf den schwierigen Weg hin zu mehr Zusammenarbeit. Die größte Hürde für dieses Projekt ist das Verhältnis der Westeuropäer zu Westdeutschland. Noch vor kurzem waren die Deutschen die Besatzer und Unterdrücker Europas - jetzt sollen und wollen sie Partner werden. Der Dokumentarfilm taucht ein in diese Jahre, erzählt von den Hoffnungen und Enttäuschungen, aber auch vom Alltag und den Herausforderungen. Zeitzeugen wie Luciana Castellina, Ikone des undogmatischen Kommunismus in Italien, und Georges Berthoin, engster Mitarbeiter des "Erfinders" der europäischen Einigung Jean Monnet, berichten aus dieser Zeit. Für Berthoin sind es auch zwiespältige Erinnerungen: "Wir waren davon überzeugt, dass wir in zehn Jahren die Vereinigten Staaten von Europa schaffen würden. Wir haben uns geirrt."

Sendungsinfos

Regie: Mathias Haentjes Untertitel, Hörfilm, Stereo
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