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ARTE Di. 20.10.
Doku
Friedhof im Kibbuz Nir Oz: Der Ort verlor fast ein Viertel seiner Bevölkerung bei dem Hamas-Terrorangriff im Oktober 2023 - durch Mord, Verschleppung und Flucht. ARTE F
Das Tor zum Kibbuz Nir Oz soll den Eingang sichern: Den terroristischen Anschlag der Hamas am 7. Oktober 2023 konnte es indes nicht verhindern. ARTE F
An der Tür erinnern Bilder an Chaïm Peri: Der Mitgründer des Kibbuz und engagierte Friedensaktivist starb 2024 in Gaza in Hamas-Geiselhaft. ARTE F

Kibbuz Nir Oz: Leben am Gazastreifen

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • F 2024
  • 60'
Dokumentarfilm Der Kibbuz Nir Oz wurde am 7. Oktober 2023 durch die Hamas-Angriffe schwer getroffen: Fast ein Viertel der Bewohner wurde ermordet, verschleppt oder vertrieben. Gründer Chaïm Peri, Friedensaktivist und Chronist des Kibbuz, starb in Geiselhaft. Unveröffentlichtes Archivmaterial und Aussagen von Bewohnerinnen und Bewohnern dokumentieren das Ende einer Utopie.

Inhalt

Der Kibbuz Nir Oz steht symbolhaft für das tragische Scheitern einer Idee. Am 7. Oktober 2023 wurde die Gemeinschaft nahe der Grenze zum Gazastreifen von den Hamas-Angriffen schwer getroffen: Fast ein Viertel der Bewohner wurde ermordet, entführt oder vertrieben. Unter den Opfern war auch Chaïm Peri, einer der Gründer des Kibbuz. Der ehemalige Fallschirmjäger, der sich später als Künstler, Filmemacher und Friedensaktivist engagierte, starb Monate nach seiner Verschleppung in Geiselhaft. Peri und seine Mitstreiter hatten über vier Jahrzehnte hinweg das Leben in Nir Oz und der umkämpften Grenzregion dokumentiert. Ihr Archivmaterial, kombiniert mit den Erzählungen der Überlebenden, zeichnet das Bild einer Gemeinschaft, die zwischen Idealismus und Realität zerrieben wurde. Nir Oz war einst ein Symbol des sozialistisch-zionistischen Traums - ein Ort, an dem kollektives Leben und der Glaube an eine bessere Zukunft im Mittelpunkt standen. Doch die Hoffnung auf Frieden und Sicherheit erwies sich als trügerisch. Chaïm Peri verkörperte diesen Widerspruch wie kaum ein anderer. Als Soldat hatte er in allen großen Kriegen Israels gekämpft, doch später wurde er zu einer der prägenden Stimmen der Friedensbewegung "Peace Now". Unermüdlich kritisierte er die Besatzung der palästinensischen Gebiete, ohne dabei seine Verbundenheit zum Kibbuz oder zum Staat Israel infrage zu stellen. Für ihn war klar: Sicherheit kann es nur mit Frieden geben - eine Überzeugung, die in der zunehmend militarisierten und polarisierten israelischen Gesellschaft immer weniger Gehör fand. Der Dokumentarfilm erzählt nicht nur die Geschichte dieses Ortes, sondern wirft grundlegende Fragen auf: Was bedeutet das Scheitern von Nir Oz für das Selbstverständnis Israels - und für die Zukunft zweier Völker, die seit Jahrzehnten um dasselbe Land kämpfen?

Sendungsinfos

Regie: Olga Kravets, Yaël Vidan Stereo
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