ARTE
ARTE Fr. 23.10.
Doku
Marco Bellocchio zählt zu den einflussreichsten Regisseuren des italienischen und internationalen Films. ARTE F
Marco Bellocchio: Sein Werk ist geprägt von der Auseinandersetzung mit Familie, Religion, Psychoanalyse und Politik. ARTE F
Marco Bellocchios "Mit der Faust in der Tasche" zeigte bereits die Handschrift eines Regisseurs, der Persönliches mit schonungsloser Gesellschaftskritik verbindet. ARTE F
Szene aus "Buongiorno, notte" (2003) mit Maya Sansa als Chiara: Der Film schildert die Entführung und Gefangenschaft von Aldo Moro 1978 aus der Perspektive Chiaras. ARTE F
Szene aus "Die Bologna-Entführung" ("Rapito", 2023) von Marco Bellocchio mit Paolo Pierobon als Papst Pius IX. ARTE F

Marco Bellocchios Kino

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Gegen den Strom und unter die Haut

  • F 2025
  • 52'
Künstlerporträt In Gesprächen mit Weggefährten, Freunden und Familienangehörigen blickt der italienische Regisseur Marco Bellocchio auf sein Werk zurück - geprägt von Familie, Religion, Psychoanalyse und Politik. Von "Mit der Faust in der Tasche" bis "Portobello" zeigt die Dokumentation, wie er unerbittlich die Abgründe seiner Figuren und seines Heimatlandes Italien erforscht.

Inhalt

Marco Bellocchio zählt zu den einflussreichsten Regisseuren des italienischen und internationalen Films. Die Dokumentation zeichnet sein künstlerisches Universum nach - durch Gespräche, Erinnerungen und Einblicke in sein Leben. Sein Werk ist geprägt von der Auseinandersetzung mit Familie, Religion, Psychoanalyse und Politik. Es erzählt von Figuren, die sich aus gesellschaftlichen Zwängen, den Abgründen des Unbewussten und toxischen Beziehungen befreien wollen. Noch heute ist Bellocchio voller Energie und Schaffensdrang. Sein Werk scheint unvollendet, denn jeder neue Film ist für ihn eine existenzielle Notwendigkeit. In den 1960er Jahren, als das italienische Kino eine Phase radikaler Erneuerung durchlief, trat Bellocchio mit einer ungewohnt provokanten Stimme auf. Sein Debüt "Mit der Faust in der Tasche" zeigte bereits die Handschrift eines Regisseurs, der Persönliches mit schonungsloser Gesellschaftskritik verbindet. Sein filmisches Schaffen ist unangepasst und vielschichtig. Es stellt politische und psychologische Fragen, ohne einfache Antworten zu liefern. Von "Vincere" über "Il Traditore" bis "Die Bologna-Entführung" - Bellocchios Filme sind geprägt von einer einzigartigen Erzählweise, die seine Weltsicht widerspiegelt. Hinter seinem Werk stehen auch persönliche Tragödien, wie der Suizid seines Zwillingsbruders Camillo 1968. Seine Filme handeln von der Zerbrechlichkeit, dem Tod und moralischen Konflikten. Sie sind immer auch ein Spiegel seiner eigenen Erfahrungen - und eine schonungslose Auseinandersetzung mit dem Menschsein.

Sendungsinfos

Regie: Sandra Marti Stereo
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