ARTE
ARTE Sa. 28.11.
Gustaf Gründgens, Erika Mann, Pamela Wedekind und Klaus Mann (v.l.) führten 1925 gemeinsam Klaus Manns erstes Theaterstück "Anja und Esther" auf. SWR
Erika und Klaus Mann, um 1927. Die Geschwister gehörten zu den prominentesten antifaschistischen Stimmen ihrer Generation und verließen Deutschland nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten. SWR
Klaus Mann in New York, um 1940. Sein Roman "Mephisto" erschien 1936 im Exil und blieb in Deutschland jahrzehntelang verboten. SWR

Mephisto - Gustaf Gründgens & Klaus Mann

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • D, F 2025
  • 55'
Literatur Klaus Mann schreibt "Mephisto" im Exil als Abrechnung mit einem Künstler, der sich dem NS-Regime anpasst. Vorbild ist sein früherer Freund Gustaf Gründgens. Der Roman erscheint 1936 in Amsterdam, in Deutschland wird er verboten. Mann stirbt 1949 an einer Überdosis Schlaftabletten. Die Doku erzählt von Freundschaft und Verrat, und der Frage, welche Verantwortung Künstler tragen.

Inhalt

Der Roman "Mephisto" gehört zu den wirkmächtigsten und umstrittensten Texten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Klaus Mann schrieb ihn 1936 im Exil als Abrechnung mit einem Typus: dem Künstler, der sich dem Nationalsozialismus beugt und dafür Erfolg, Macht und Schutz erhält. Vorbild der Hauptfigur Hendrik Höfgen war Gustaf Gründgens, Schauspieler, Intendant und einst enger Freund Manns. Während Klaus und Erika Mann Deutschland verlassen, steigt Gründgens zum Protegé Hermann Görings auf und wird einer der einflussreichsten Theatermacher des Reiches. Nach 1945 setzt er seine Karriere nahezu ungebrochen fort. Als "Mephisto" in der Bundesrepublik erscheinen soll, wird der Roman auf Betreiben von Gründgens' Adoptivsohn verboten. Erst 1981 erscheint das Buch im Westen und wird zum Bestseller. Klaus Mann erlebt diesen Erfolg nicht mehr. Enttäuscht vom Umgang des Nachkriegsdeutschlands mit seiner Vergangenheit, politisch isoliert und zunehmend verzweifelt, begeht er 1949 Suizid. Die Dokumentation verwebt Roman, Biografien und Zeitgeschichte. Anhand von Tagebüchern, Briefen und Archivmaterial erzählt der Film von einer zerstörten Freundschaft, von Kunst und Macht, von Opportunismus und Haltung. "Mephisto" wird so zu einem zeitlosen Spiegel für die Frage, welche Verantwortung Künstler tragen und wie fragil Freiheit und Moral in autoritären Zeiten sind.

Sendungsinfos

Regie: André Schäfer Untertitel, Stereo
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