Prüdes Hollywood - Laster, Lust und Leidenschaft im Film
DOKUMENTATION, D 2024
Kurzschluss
MAGAZIN, F 2026
ARTE
Mi. 14.10.
Film
Misericordia
TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.
- F, P, E 2024
- 98'
Tragikomödie
Jérémie kehrt zur Beerdigung seines ehemaligen Arbeitgebers in ein abgelegenes Dorf zurück. Dessen Witwe nimmt ihn bei sich auf. Ihr Sohn Vincent glaubt, Jérémie wolle die Trauer seiner Mutter ausnutzen, um sich bei ihr einzuquartieren. Alain Guiraudies Psychothriller erzählt von Begehren, Eifersucht und einer Schuld, die ein Dorf vor eine ungewöhnliche moralische Prüfung stellt.
Mit Félix Kysyl, Catherine Frot, Jean-Baptiste Durand, Jacques Develay, Serge Richard, David Ayala, Tatiana Spivakova
Inhalt
Jérémie kehrt in das Dorf Saint-Martial zurück, um an der Beerdigung seines ehemaligen Arbeitgebers, eines Bäckers, teilzunehmen. Dessen Witwe Martine bietet ihm an, einige Tage bei ihr zu wohnen. Während sie seine Gesellschaft genießt, reagiert ihr Sohn Vincent gereizt auf den unerwarteten Gast. Zwischen den beiden Männern wachsen Eifersucht und Misstrauen, bis Jérémie Vincent schließlich tötet.
Schnell versucht er, die Folgen seiner Tat zu verbergen. Doch im Dorf bleibt nichts unbemerkt. Ausgerechnet der örtliche Priester wird zu seinem Verbündeten und macht deutlich, dass seine Fürsorge von einem persönlichen Begehren begleitet ist. Auch Jérémies Verhältnis zu den anderen Männern im Dorf ist von Anziehung, Konkurrenz und unausgesprochenen Sehnsüchten geprägt.
Alain Guiraudie verbindet in "Misericordia" Kriminalfilm, Komödie und psychologisches Drama zu einer Geschichte über Schuld und Verlangen. Statt nach dem Täter zu fragen, interessiert ihn, warum Menschen bereit sind, moralische Grenzen für jemanden zu verschieben, den sie begehren oder lieben.
"Misericordia" feierte 2024 bei den Filmfestspielen von Cannes in der Sektion "Cannes Première" seine Weltpremiere. Regisseur Alain Guiraudie bezeichnete seinen Film sinngemäß als einen "erotischen Thriller ohne Sex": Begehren ist allgegenwärtig, wird jedoch fast nie erfüllt. Mit Félix Kysyl, Catherine Frot und Jacques Develay entwickelt er daraus eine düstere und abstoßende, zugleich aber humorvolle Geschichte, in der sexuelle Anziehung und moralische Verantwortung unauflöslich miteinander verbunden sind.
Sendungsinfos
Darsteller: Félix Kysyl, Catherine Frot, Jean-Baptiste Durand, Jacques Develay, Serge Richard, David Ayala, Tatiana Spivakova Regie: Alain Guiraudie Drehbuch: Alain Guiraudie Musik: Marc Verdaguer Kamera: Claire Mathon Produzent: Charles Gillibert
Untertitel, Stereo