ARTE
ARTE Mo. 24.08.
Doku
Die Kanadier Istvan (li.) und Ross (Mi.) gehören zum Bauteam von "Project Kamp", das in diesem Jahr von der Niederländerin Karleijn (re.) geleitet wird. BR
Das Mittagessen bei "Project Kamp" ist saisonal, regional und vegan. BR
Die Produktdesigner Adrian Coira (li.), Dave Hakkens und Julie Greijn (re.) in dem zur Werkstatt umgebauten Schiffscontainer von "Project Kamp" BR
Adrian Coira (li.) und Dave Hakkens (re.) recyceln Plastik mit selbst gebauten Maschinen. BR

Re:

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Project Kamp, die Weltverbesserer in Portugal

  • 2026
  • 35'
Reportage Der Niederländer Dave Hakkens gehört zu einer neuen Generation von Designern, die die Art und Weise, wie die Menschen die Welt gestalten, grundsätzlich hinterfragen. Mit "Precious Plastic" schuf er ein Instrument für lokales Plastikrecycling. Nun soll ein nachhaltiges Dorf in Portugal entstehen.

Inhalt

Dave Hakkens kaufte mit Gleichgesinnten im Norden Portugals ausgerechnet in einem Hochrisikogebiet für Waldbrände ein Stück Land. Hier gründete er "Project Kamp" - ein Forschungslabor für eine nachhaltige Zukunft. Früher wurde auf den rund neun Hektar Landwirtschaft betrieben, nun sind die Flächen von leicht entflammbaren Mimosen und Eukalyptusbäumen überwuchert. Für Hakkens war gerade das der Reiz: kein idyllisches Naturparadies, sondern ein Stück Erde, das sichtbar unter Druck steht und gestaltet werden muss. ARTE Re: begleitet den Beginn der neuen Forschungssaison. Zum festen Kern um Hakkens stoßen zeitweise rund 30 Freiwillige aus aller Welt, die in Teams an Infrastruktur, Brandschutz, Verpflegung, der Renovierung der Ruinen und der laufenden Dokumentation arbeiten. Einer von ihnen ist der kanadische Architekturstudent Istvan Kriszan aus Halifax, der hier nachhaltige Architektur erprobt, die nicht bei einer "Dachbegrünung" stehen bleibt. Die Teamleiter erhalten ein kleines Honorar, die meisten aber arbeiten unbezahlt - beflügelt von der Überzeugung, gemeinsam an etwas Sinnvollem mitzuwirken. Und so ist Project Kamp letztlich auch ein soziales Experiment. Finanziert wird Project Kamp vor allem über Spenden und YouTube-Einnahmen. In Porto zeigt Designer João Leão mit VivaLab, wie weit Hakkens' Ideen bereits wirken: Recyclingmaschinen, Precious-Plastic-Werkstätte, Produkte aus Kunststoffabfall - entwickelt nach offenen Bauplänen. Gemeinsam mit dem kommunalen Abfallverband Lipor nutzt das Lab diese Technik, um die Bevölkerung ganz praktisch für Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung zu gewinnen. Dass sie kopiert werden, freut Hakkens und sein Team - denn so kommen ihre Ideen in die Welt.

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