ARTE
ARTE Mi. 02.09.
Doku
Kosmischer Klangmaestro: Ismet Topcu wirkt ein wenig wie der Sun Ra unter den deutsch-türkischen Musikern. WDR
Der Sänger Hatay Engin zählt zu den Gesangsstars, die regelmäßig im "Türkischen Basar" im Berliner U-Bahnhof Bülowstraße auftraten. WDR
Autor und Regisseur Cem Kaya mit dem Panorama Publikumspreis 2022: Der Regisseur dokumentiert in seinem Film ?Songs of Gastarbeiter - Liebe, D-Mark und Tod? auf eine ganz besondere Art 60 Jahre migrantische Alternativkultur. WDR
Sie verkaufte Hunderttausende Alben und war dennoch der Mehrheit der Deutschen unbekannt: die "Kölner Nachtigall" Yüksel Özkasap. WDR
Stolz präsentiert Ömer Almanyadan in Bremen seine Kassetten-Sammlungen mit früheren Hits. WDR

Songs of Gastarbeiter

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Liebe, D-Mark und Tod

  • D, TR 2022
  • 90'
Dokumentarfilm Die Geschichte der einzigartigen Musik türkischer Gastarbeiterfamilien und ihrer Enkelkinder in Deutschland: Diese musikalische Kultur, die es in ihrer besonderen Form nur in Deutschland gibt, ist ein kulturelles Erbe der Bundesrepublik. Cem Kayas Dokumentation eröffnet neue Perspektiven auf gesellschaftspolitisch relevante Themen wie Heimat, Identität und Partizipation.

Inhalt

Seit jeher wurde die Migration der türkischen Gastarbeiter und ihrer Familien nach Deutschland auch musikalisch begleitet. Arbeiterwohnheime und Teehäuser waren die ersten improvisierten Bühnen für gesellschaftskritische Musiker und Musikerinnen. Diese sangen und komponierten Lieder, die ihre Lebensumstände in der Ferne widerspiegelten - mal melancholische, mal fröhlich sarkastische Melodien und Texte über Aufbruch und Abenteuerlust, aber auch über die krude fremde Arbeitswelt und Abweisung durch die Gastgeber, Entwurzelung und Heimat. Zeit und Entfernung schufen ein Bild der Türkei aus Erinnerungen und Sehnsüchten. Abgekapselt vom Herkunftsland entwickelten die Migrantinnen und Migranten in Deutschland eine eigene Kultur mit großen Unterschieden zum Musikleben in der Türkei. Zwar wurden diese Songs auf Hochzeiten, religiösen Veranstaltungen oder in Gesangsvereinen über Jahrzehnte gesungen, doch wurden sie von der deutschen Kulturindustrie überhört. Mit dem Aufkommen von Satellitenfernsehen und Musikkassetten, später auch CDs, wurde die Isolation beendet. Die kulturellen Bedürfnisse der Einwanderer werden ab Mitte der 1990er Jahre vom türkischen Markt gestillt, die beiden isolierten türkischen Musikszenen kreuzen sich und es entstehen unzählige Hybride. Mit der Erfolgsgeschichte des Hip-Hops kam der Durchbruch für die zweite und dritte Generation von Künstlerinnen und Künstlern, die ihre eigenen Lebenswirklichkeiten auf den großen Bühnen ihrer Heimat Deutschland behandelten.

Sendungsinfos

Regie: Cem Kaya Untertitel, Hörfilm, Stereo
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