ARTE
ARTE Di. 25.08.
Doku
Emus besitzen eine ausgeprägte, für die Futtersuche entscheidende Wahrnehmung. ZDF
Baumkronen sind Lebensraum für Tiere, die Düfte, Pflanzenstoffe und Mineralien nutzen. ZDF
Katzenminze wirkt auf manche Großkatzen euphorisierend ? ähnlich wie bei Hauskatzen. ZDF
Gewisse Düfte lösen bei Tigern spielerisches Verhalten aus. ZDF

Tierische Doktoren

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Wie Tiere den Rausch suchen

  • GB 2025
  • 43'
Tiere On zur Selbstmedikation, zur Stress- und Schmerzlinderung oder einfach nur für einen angenehmen Rausch: Nicht nur Menschen konsumieren Drogen, auch Tiere berauschen sich hin und wieder. So kauen Jaguare halluzinogene Lianen, Wallabys fressen narkotisierenden Mohn, Dickhornschafe knabbern psychedelische Flechten - und Affen stehlen Touristen ihre Cocktails.

Inhalt

High zu werden ist kein rein menschliches Vergnügen - auch Tiere suchen bewusst veränderte Bewusstseinszustände. Im Amazonas kauen Jaguare auf halluzinogenen Lianen und fallen in tranceartige Zustände. In Australien fressen Wallabys narkotische Mohnpflanzen und torkeln wie Diskobesucher. Seidenschwänze berauschen sich an vergorenen Beeren, während Delfine vorsichtig Kugelfische weiterreichen, die geringe Mengen Nervengift freisetzen - für eine scheinbar entspannte Unterwasser-Session. Auf St. Kitts stehlen Grüne Meerkatzen mit einer Vorliebe für Alkohol den Touristen die Cocktails. Auf Madagaskar kauen Rotstirnmakis auf giftigen Tausendfüßern, die stimmungsaufhellende Stoffe freisetzen. Sogar Dickhornschafe wagen riskante Klettertouren, um an ein angeblich psychedelisches Flechtengewächs zu gelangen. Doch all diese Verhaltensweisen dienen oft mehr als bloßer Lust. Häufig handelt es sich um Zoopharmakognosie - Selbstmedikation mit natürlichen Substanzen, die Stress und Schmerzen lindern, oder Parasiten abwehren. Manchmal stärken solche Erfahrungen soziale Bindungen oder schärfen kurzzeitig die Sinne. Was wie reiner Spaß wirkt, hat oft tiefere biologische Gründe. Die Wissenschaft entdeckt zunehmend, dass diese "Trips" kein Zufall sind, sondern ein instinktives Verhalten mit tiefen evolutionären Wurzeln. Ob Überlebenstaktik, medizinische Selbsthilfe oder ein Moment des Wohlbefindens - die Suche nach dem Rausch ist eines der faszinierendsten Phänomene im Tierreich.

Sendungsinfos

Regie: Laura Coates Untertitel, Stereo
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