ARTE
ARTE Sa. 12.09.
Info
In der EU gelten manche Länder als Vorbilder, während andere den Ruf haben, noch "aufholen" zu müssen. ZDF
Künstlerin Pusik verwandelt die Träume, die mit der Integration Osteuropas in den Westen einhergingen, in eine Form digitaler Nostalgie. ZDF
Die aus Lettland stammende Künstlerin Pusik inszeniert sich im slawischen Retro-Look. ZDF
Fotografin Kincs? Bede porträtiert das Leben in der rumänischen Provinz. ZDF

Tracks East

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Ist der Westen besser als der Osten?

  • D 2026
  • 30'
Magazin Europa versteht sich als Gemeinschaft auf Augenhöhe - doch viele Menschen in Ost- und Mitteleuropa erleben bis heute unsichtbare Hierarchien. "Tracks East" fragt, wie sich die osteuropäische Identität zwischen alten Klischees und neuem Selbstbewusstsein verändert - und ob die Mauer zwischen Ost und West wirklich verschwunden ist.

Inhalt

Europa spricht oft von gemeinsamen Werten und dass alle Länder gleichberechtigt der europäischen Identität angehören. Und doch haben viele Menschen in Ost- und Mitteleuropa das Gefühl, dass diese Gleichheit nicht immer so selbstverständlich ist. Manche Länder wirken wie Vorbilder, während andere als diejenigen gelten, die noch "aufholen" sollen. Bestimmte Kulturen prägen das Bild des Kontinents, andere hingegen bleiben eher im Hintergrund. So entsteht der Eindruck einer unsichtbaren Ordnung innerhalb Europas - eine Hierarchie, die offiziell nicht existieren soll, aber im Alltag dennoch spürbar ist. Künstlerinnen wie Pusik drehen den Spieß um und machen aus osteuropäischem Kitsch und Klischees einen Trend. Die Ästhetik der Nullerjahre, die oft den slawischen Alltag und die westeuropäische Konsumkultur vereinte, treibt sie auf die Spitze. Mit Svetlana Del Rey schafft sie ein Alter Ego - die billige osteuropäische Kopie der amerikanischen Diva Lana Del Rey. In ihren Werken verwandelt sie die Träume, Unsicherheiten und Symbole, die mit der Integration Osteuropas in den Westen einhergingen, in eine neue Form digitaler Nostalgie und des Selbstausdrucks. Auch Gleb und Ivan aus Belarus bedienen sich an belarussischen Geschichten mit Cringe-Faktor und wandeln sie in ein Talkformat um. Aus dem Warschauer Exil heraus zerpflücken sie alles, was die regimetreue Medienwelt in Belarus zu bieten hat. Diese Ausgabe von "Tracks East" zeigt, dass osteuropäische Kunst und Kultur es nicht nötig hat, den Westen nachzuahmen.

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