ARTE
ARTE Do. 19.11.
Doku
Utta Vogelsänger fuhr elf Jahre auf der "Völkerfreundschaft". ZDF
Ein ehemaliger Grenzsicherungsturm an der Ostseeküste ZDF
DDR-Kreuzfahrt-Experte Andreas Stirn im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde ZDF
Die ehemalige Stasi-Untersuchungshaftanstalt in Rostock ZDF
Vom Rostocker Hafen aus stachen die DDR-Kreuzfahrtschiffe in See. ZDF
Historikerin Janine Uhlemann vor einem DDR-Modell der "Fritz Heckert" ZDF

Traumschiffe des Sozialismus - Kreuzfahrten in der DDR

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • D 2023
  • 52'
Dokumentation Es ist ein vergessenes Kapitel aus der Geschichte des Arbeiter- und Bauernstaates: Drei Jahrzehnte lang betreibt die DDR ein Kreuzfahrtprogramm. Welches Motiv steckt hinter dieser Idee? Und warum hält die DDR-Führung trotz vieler Schwierigkeiten daran fest? Der Film zeigt den enormen Aufwand, mit dem das Politbüro seine Idee in die Tat umsetzte.

Inhalt

Aus heutiger Sicht erscheint es paradox: Ausgerechnet die sozialistische DDR unterhielt von drei Jahrzehnte lang ein Kreuzfahrtprogramm - ein Reiseangebot, das als Inbegriff westlichen Luxuslebens galt. Im Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde liegt quasi das Gründungsdokument der DDR-Kreuzfahrt: Eine Notiz von 1953 hält die Idee des Politbüros fest, Ferienschiffe für die Werktätigen zu bauen. In Rostock bezeugt ein Großmodell der "Fritz Heckert", dem einzigen in der DDR gebauten Kreuzfahrtschiff, den Stolz des Arbeiter- und Bauernstaates auf seine kleine Flotte. Doch nach dem Mauerbau gerät die Idee der Kreuzfahrten in einen Widerspruch: Welchen Zweck haben Schiffe, mit denen man die Welt bereisen soll, für einen Staat, der sich nach außen abschottet? Auch durfte nicht jeder teilnehmen, denn die Fluchtgefahr war groß, wie ein Fall auf der "Völkerfreundschaft" belegt. Damit alles geregelt zuging, waren viele Parteimitglieder an Bord und sogar inoffizielle Mitarbeiter der Stasi, wie auf der "Arkona". Für die DDR sind am Ende alle Anstrengungen zum Machterhalt vergebens. Nach dem Fall der Mauer geraten auch die Herrschaftsstrukturen auf See ins Wanken. Teilnehmer und Teilnehmerinnen der letzten DDR-Kreuzfahrten erinnern sich an die dramatischen Stunden des Mauerfalls - und machen so das Ende der DDR-Kreuzfahrten erlebbar. Die Dokumentation begibt sich auf Spurensuche zu einem kaum bekannten Kapitel der DDR-Geschichte: Welches Motiv steckte hinter dem Kreuzfahrtprogramm? Und warum hat die DDR-Führung trotz vieler Probleme so lange daran festgehalten?

Sendungsinfos

Regie: Alexander Hogh Untertitel, Stereo
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