ARTE
ARTE Fr. 03.07.
Doku
Wochenlang kämpft Wira um das Überleben der Frühchen, bevor sich ihr Zustand schließlich bessert. RBB
"Nach außen lächle ich, bin fröhlich", sagt die ukrainische Anästhesistin Wira Primakova. "Aber ich fühle keine Freude mehr." RBB
Als der 14-jährige Wanja mit seiner Mutter aus dem besetzten Mariupol flüchtete, wurde ihr Konvoi mit Raketen beschossen. Wanja wurde schwer verletzt. RBB
Die Anästhesistin Wira Primakova (Mi.) am Ende eines langen Arbeitstages. Ihr Mann kämpft an der Front, Wira ist mit den drei Kindern alleine. RBB
Seit November 2022 häufen sich die Stromausfälle. Ein Notstromaggregat kann das Kinderkrankenhaus nur notdürftig versorgen. RBB
Winter im westukrainischen Lwiw. Seit Russland die Elektrizitätsversorgung bombardiert, ist die Stadt tagelang ohne Strom, Wasser oder Wärme. RBB

Ukraine - Kriegstagebuch einer Kinderärztin

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • D 2022
  • 60'
Dokumentation Die Anästhesistin Wira Primakova leitet die Intensivstation des Okhmatdyt-Kinderkrankenhauses im westukrainischen Lwiw. Es ist Anfang März. Seit zwei Wochen hat Wira ihre eigenen Kinder nicht gesehen, die sie bei Verwandten in Sicherheit gebracht hat. Ihr Mann kämpft an der Front, während Wira um das Leben zweier Frühchen kämpft, die in kritischem Zustand aus Kiew evakuiert wurden. Über das Jahr folgt der Dokumentarfilm von Carl Gierstorfer einer Ärztin und Mutter, die immer verzweifelter versucht, ihre kleinen Patienten und ihre Familie vor der brutalen Realität des Krieges zu schützen.

Inhalt

Zwei Frühchen, die Zwillinge Diana und Sophia, liegen mit schweren Lungenentzündungen auf der Intensivstation des Okhmatdyt-Kinderkrankenhauses in Lwiw. Tage und Wochen in stickigen Luftschutzkellern haben ihre Lungen stark geschädigt. Die Anästhesistin Wira Primakova nimmt die Röntgenbilder vom Leuchtkasten und schüttelt den Kopf: "Mein Gott, das ist furchtbar." In den Pausen ringt Wira damit, ihre eigenen Kinder anzurufen. Denn jedes Telefonat steigert die Sehnsucht der drei Söhne nach ihrer Mutter. Der Mann kämpft an der Front, nahe Mariupol. "Vielleicht kommt er nicht zurück", sagt sie. So vergehen die ersten Wochen des Krieges. Immer wieder kommen schwer verletzte Kinder in Wiras Krankenhaus. Wira kämpft um das Leben ihrer jungen Patienten. Sobald sie stabilisiert sind, werden sie zur Weiterbehandlung in andere Länder gebracht. Doch der Krieg bleibt, und als der zweite Kriegswinter anbricht, Lwiw wieder von Schnee bedeckt ist und Raketenangriffe das Stromnetz lahmlegen, gerät Wira an ihre Grenzen. "Seit dem 24. Februar ist alles anders", sagt sie am Ende des Films. "Das Gefühl von Glück und Lebensfreude ist komplett verschwunden. Nach außen lächle ich, bin fröhlich. Aber ich fühle keine Freude mehr." Carl Gierstorfer, Autor der preisgekrönten Dokuserie "Charité Intensiv: Station 43", lässt den Zuschauer aus der Perspektive einer Kinderärztin den Krieg in der Ukraine erleben. Entstanden ist das Tagebuch einer Ärztin und Mutter, die wie so viele Frauen um ihr Überleben und eine Zukunft ringt.

Sendungsinfos

Regie: Carl Gierstorfer Untertitel, Stereo
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