ARTE
ARTE Sa. 28.11.
Doku
Welche Rolle spielte der Glauben für die Gräueltaten der Lord’s Resistance Army? ZDF
In Uganda befragt der Verteidiger Krispus Ayena (hi.) ehemalige Weggefährten des Angeklagten Dominic Ongwen. ZDF
Krispus Ayena stellt vor Gericht die Frage: Kann ein Mensch gleichzeitig Täter und Opfer sein? ZDF
Krispus Ayena (Bild) ist der Hauptverteidiger im Prozess gegen Dominic Ongwen. ZDF
Krispus Ayena (Bild) ist der Hauptverteidiger im Prozess gegen Dominic Ongwen. ZDF
Das Interesse am Prozess gegen Dominic Ongwen und an seinem Verteidiger Krispus Ayena (Mi.) ist groß in Uganda. ZDF
Ein Junge im ugandischen Busch ? im ungefähr selben Alter wurde Dominic Ongwen von LRA-Rebellen entführt. ZDF
Dominic Ongwen, angeklagt vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ZDF

Vom Kindersoldaten zum Rebellenführer

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Dominic Ongwen vor Gericht

  • DK, D 2022
  • 88'
Dokumentarfilm Im Alter von neun Jahren wird Dominic Ongwen von der Lord's Resistance Army (LRA), die Norduganda seit Jahrzehnten in Angst und Schrecken versetzt, entführt. Die LRA bildet ihn zum Kindersoldaten aus und weist ihm eine Führungsrolle zu. Jahre später ist Ongwen nun vor dem Internationalen Strafgerichtshof angeklagt. Sollte er verurteilt werden oder ist er selbst ein Opfer?

Inhalt

Kann man gleichzeitig Henker und Opfer sein? Das ist die zentrale Frage für Krispus Ayena, als er im prestigeträchtigsten Fall seiner Karriere vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zum Verteidiger von Dominic Ongwen ernannt wird. Mit neun Jahren wurde Ayenas Mandant - wie Tausende andere Kinder - von der Lord's Resistance Army des Rebellenführers Joseph Kony in Uganda entführt. Kony, der eine Kombination aus Christentum, Hexerei und Folter einsetzte, um die Kinder zu loyalen LRA-Soldaten für die Rebellion gegen den amtierenden Präsidenten Yoweri Museveni zu machen, unterzog auch Dominic Ongwen einer Gehirnwäsche. Dieser lernte schnell: entweder selbst töten oder getötet werden. Er stieg bis zum Rang eines Kommandanten auf, bevor er sich den Behörden und der Anklage in Den Haag stellte. Ongwen ist wegen Folter, Vergewaltigung und Mord angeklagt. Sein Verteidiger plädiert dennoch auf Freispruch: Ongwen hätte nicht selbst entscheiden können. Ongwen und die LRA gehören zum Volk der Acholi in Norduganda. Dort hatte Kony seine brutale Armee als Reaktion auf das ebenso brutale Vorgehen des amtierenden Präsidenten Museveni gegen das Volk der Acholi gegründet. Der Ausgang des Prozesses droht, in Uganda alte Wunden wieder aufzureißen. Viele in Uganda finden den Fall zutiefst ungerecht, weil in Den Haag nur eine Seite zur Rechenschaft gezogen wird. Verteidiger Ayena will nicht nur Gerechtigkeit für seinen Mandanten und sein Volk, sondern dem Internationalen Strafgerichtshof auch klarmachen, welche Folgen das Urteil für Uganda nach sich ziehen könnte.

Sendungsinfos

Regie: Emil Langballe, Lukasz Konopa Untertitel, Stereo
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