NDR
NDR Mo. 19.10.
Doku
Einst als Modellvorhaben geplant, wurde das Viertel in den 1990er-Jahren von außen als Brennpunktviertel wahrgenommen. © NDR/Bürgerzentrum Achim, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter NDR-Sendung bei Nennung "Bild: NDR/Bürgerzentrum Achim" (S2). NDR Pr
Fast 40 Jahre lang leitete Dirk Ysker das Bürgerzentrum in Achim. © NDR/Carsten Janssen, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter NDR-Sendung bei Nennung "Bild: NDR/Carsten Janssen" (S2). NDR Presse und
Zum ersten Mal spricht Familie Tali über die herausfordernden ersten Jahre in Achim. © NDR/Carsten Janssen, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter NDR-Sendung bei Nennung "Bild: NDR/Carsten Janssen" (S2). NDR Presse und

NDR Story

Die Kinder vom Bürgerzentrum

  • 45'
Reportage Jahrzehntelang lagen sie unbeachtet in einem Schrank: VHS-Filme mit seltenen Einblicken in eine vergangene Zeit. Ein norddeutsches Viertel in den 1980er-Jahren: Beton, Hochhäuser, kaum Platz zum Spielen. Mittendrin Kinder, die dicht gedrängt vor einer verschlossenen Tür warten - dann öffnet sie sich, und es gibt kein Halten mehr. Sozialarbeiter Dirk Ysker leitete das Bürgerzentrum Achim fast 40 Jahre lang. Heute öffnet er sein Archiv und trifft die Menschen von damals wieder - ein Rückblick auf vier Jahrzehnte Migrationsgeschichte.

Inhalt

Jahrzehntelang lagen sie unbeachtet in einem Schrank: VHS-Filme, die jetzt erstmals öffentlich zu sehen sind und seltene Einblicke in eine vergangene Zeit geben: Ein norddeutsches Viertel in den 1980er-Jahren: Beton, Hochhäuser, kaum Platz zum Spielen. Mittendrin Kinder, die dicht gedrängt vor einer verschlossenen Tür warten. Die Gesichter gegen die Scheibe gepresst, aufgeregte Rufe. Dann öffnet sich die Tür und es gibt kein Halten mehr. In Scharen stürmen sie los - hinein ins Bürgerzentrum. Seit 1981 ist das BÜZ, wie das Bürgerzentrum kurz genannt wird, ein beliebter Treffpunkt im Norden der Stadt Achim bei Bremen. Für Generationen von Kindern aus zugewanderten Familien ist die Einrichtung wie ein zweites Zuhause. Mitten im Magdeburger Viertel, einem Stadtteil, der lange von außen als Brennpunkt wahrgenommen wurde. Hier fanden viele Teilhabe und Raum, sich zu entfalten. Beim Ententanz auf Faschingspartys, bei hitzigen Kicker-Turnieren oder bei Mädchenabenden, an denen hinter zugezogenen Vorhängen ausgelassen zu den Backstreet Boys getanzt wurde. Dirk Ysker leitete fast 40 Jahre lang das Bürgerzentrum. Gemeinsam mit seinem Team unterstützte er Hunderte Familien aus unterschiedlichen Herkunftsländern, die in Achim ein neues Leben begannen: von den damals sogenannten "Gastarbeitern" der ersten Generation über kurdische Geflüchtete bis zu den Menschen, die 2015 nach Deutschland kamen. Heute, im Ruhestand, öffnet der Sozialarbeiter erstmals sein Archiv. Auf zahlreichen Dias, Fotos und Videos lassen sich die Lebenswege ganzer Familien erahnen, Geschichten mit Brüchen, Hoffnungen und Wendungen. Was ist aus den Kindern von damals geworden? Und was lässt sich aus ihren Geschichten heute lernen - auch über Deutschland als Einwanderungsland? Nach Jahren trifft Dirk Ysker die Menschen, die er lange begleitet hat, wieder und blickt gemeinsam mit ihnen auf die prägenden Jahre zurück. So wird aus der Geschichte eines Bürgerzentrums eine Langzeitbeobachtung über mehr als vier Jahrzehnte deutscher Migrationsgeschichte, erzählt aus der Perspektive der Kinder von damals.

Sendungsinfos

Von: Julia Luhnau Untertitel
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