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rbb Mi. 07.10.
Doku
Die Blockwarte des früheren Atomkraftwerks in Rheinsberg (Brandenburg), aufgenommen am 26.04.2016. Sie kontrollierte und steuerte die Systeme der Elektroversorgung, Trinkwasser, Heizung und Lüftung. rbb/dpa picture alliance/Bernd Settnik
Mediathek; rbb/picture alliance/ZB euroluftbild/Robert Gahn
Reaktorsaal des Kernkraftwerkes in Rheinsberg. (1999) rbb/dpa picture alliance/Jens Kalaene
Das Verwaltungsgebäude des DDR-Atomkraftwerks in Rheinsberg (Brandenburg), aufgenommen am 26.04.2016. rbb/dpa picture alliance/Bernd Settnik
Das Kernkraftwerk in Rheinsberg (Brandenburg), aufgenommen am 02.07.2015. Es ist das erste KKW der DDR, stillgelegt und seit Jahrzehnten im Rückbau. rbb/dpa picture alliance/Bernd Settnik
Schichtwechsel in der Blockwarte des Kernkraftwerks in Rheinsberg. (1966) rbb/DRA

Geheimnisvolle Orte

Rheinsberg - Strahlende Zukunft - Atomkraft in der DDR

  • 45'
Dokumentation DDR und Kernkraft stehen für eine strahlende Zukunft und gehören zusammen wie Hammer, Zirkel und Ährenkranz. Ab Herbst 1966 liefert der Kernreaktor Rheinsberg erstmals Atomstrom- Prestigeobjekt für Fortschritt im Sozialismus. Die Doku erzählt vom Aufbau und Rückbau der DDR-Atomkraftwerke und einem schwierigen Erbe.

Inhalt

Mit Stolz und Euphorie wird 1966 der erste Atommeiler auf ostdeutschem Boden im märkischen Rheinsberg, am dünn besiedelten Rande der Müritz, feierlich eingeweiht, wenn auch mit fünf Jahren Verspätung und kleiner als geplant. Das Geschenk aus der Sowjetunion markiert den glanzvollen Auftakt ins Zeitalter der friedlichen Atomnutzung im Arbeiter- und Bauernstaat. Das DDR-Fernsehen dokumentiert die Arbeitsprozesse im Kernreaktor mit großem Aufwand. Die Prognosen sind ehrgeizig: bis 1970 sollen 20 volkseigene Kernkraftwerke ans Netz gehen, um die Unterversorgung der DDR mit Energie zu beenden. Nur ein einziges weiteres Kernkraftwerk ist im Bau am Rande von Lubmin, einem malerischen Ostseebad, damals eine der größten Atomanlagen Europas. 1974 wird dieser neue Kernrektor angefahren, gilt als hochmoderner Zukunftsbetrieb, um ein Vielfaches leistungsstärker als der Pionier im Kleinformat in Rheinsberg. Ein drittes Kernkraftwerk in der Nähe von Stendal soll wiederum Lubmin übertreffen. In der DDR wird Atomstrom als sichere und saubere Energie im Gegensatz zur umweltverschmutzenden Braunkohle geschätzt. Entsorgung von Atommüll ist kein großes Thema, weil die UdSSR die abgebrannten Brennstäbe zurücknimmt. Störfälle werden jahrelang intern vertuscht, atomare Risiken selbst nach dem Super-GAU von Tschernobyl am 26. April 1986 kleingeredet. Auf Linie mit der Parteiführung geht von den eigenen Kernkraftwerken nach sowjetischer Bauweise angeblich keine Gefahr aus. Im Umfeld der evangelischen Kirche werden Umweltgruppen aktiv, die sich mit kritischen Fragen und Protestveranstaltungen Gehör verschaffen wollen, erst recht nach der friedlichen Revolution im Herbst 89. 1990 werden die Kraftwerke in Rheinsberg und Lubmin, die nach BRD-Maßstäben als Sicherheitsrisiko gelten, abgeschaltet, in Stendal wird nicht weitergebaut. Marlies Philipp erzählt, wie sie 1979 als Kristallografin in der Werkstoffabteilung des KKW Greifswald angefangen hat und später für den Rückbau als Ingenieurin an einer Freimessanlage zuständig war: "Alle Teile, die abgebaut und dekontaminiert wurden, mussten, bevor sie zum Schrotthändler oder auf eine Deponie gingen, freigemessen werden. Das ganze Kraftwerk kam in kleinen Europaletten bei mir durch." Jörg Möller kam schon als Kind 1961 nach Rheinsberg. Sein Vater, Physiker und Konstrukteur, gehörte zur ersten Garde, die Rheinsberg in Betrieb nahmen. Heute ist er Projektmanager beim Rückbau. Das Ende der Kernenergie Made in GDR ist seit der Wiedervereinigung besiegelt. Die neueste Prognose für den kompletten Rückbau bis zur grünen Wiese: 2045.

Sendungsinfos

Von: Lutz Pehnert Untertitel, Stereo
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