ZDF
ZDF Fr. 03.04.
Film
SS-Hauptsturmführer Klaus Koch (Lars Eidinger) erkennt mit finsterer Miene, dass er mutmaßlich zum Narren gehalten wurde. ZDF/UGOLPHOTO
In einem nationalsozialistischen Durchgangslager stationierte SS-Angehörige (Felix von Bredow, Ingo Hülsmann, David Schütter) haben sich zu einem Picknick im Freien zusammengefunden. ZDF/UGOLPHOTO
Der jüdisch-belgische Geflüchtete Gilles (Nahuel Pérez Biscayart) ist nach einer Evakuierung einem nationalsozialistischen Durchgangslager im besetzten Frankreich entkommen. ZDF/UGOLPHOTO
Die in einem nationalsozialistischen Durchgangslager stationierte Elsa Strumpf (Leonie Benesch) hat sich zum Ausgehen zivil gekleidet. ZDF/UGOLPHOTO
Der jüdisch-belgische Geflüchtete Gilles (Nahuel Pérez Biscayart) pausiert nach der Flucht aus einem nationalsozialistischen Durchgangslager im besetzten Frankreich. ZDF/UGOLPHOTO
Der SS-Rottenführer Max Beyer (Jonas Nay, l.) und seine Kollegin Elsa Strumpf (Leonie Benesch, r.) konspirieren gegen Kolleg*Innen und Gefangene in ihrem Durchgangslager. ZDF/UGOLPHOTO
Der SS-Rottenführer Max Beyer (Jonas Nay, l.) schmiedet einen Plan mit seiner Kollegin Elsa Strumpf (Leonie Benesch, r.). ZDF/UGOLPHOTO
Der Kriegsgefangene Gilles (Nahuel Pérez Biscayart) wurde zur Müllentsorgung in den Wald geschickt und denkt über einen Fluchtversuch nach. ZDF/UGOLPHOTO
Die in einem nationalsozialistischen Durchgangslager stationierte Jana (Luisa-Céline Gaffron) erfährt, dass sie nach einer internen Intrige an die Front versetzt wird. ZDF/UGOLPHOTO
Gilles (Nahuel Pérez Biscayart, l.) wird für ein paar Tage zur Feldarbeit auf einen Bauernhof geschickt, als ein Großteil seiner Mitgefangenen in ein Vernichtungslager deportiert werden. ZDF/UGOLPHOTO

Persischstunden

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  • D, RUS, BY 2020
  • 123'
Drama
Mit Nahuel Pérez Biscayart, Lars Eidinger, Jonas Nay, Leonie Benesch, Luisa-Céline Gaffron, David Schütter, Alexander Beyer

Inhalt

Um dem Tod durch die SS zu entgehen, gibt sich der jüdische Geflüchtete Gilles als Perser aus und erfindet eine Fantasiesprache, als er den Lagerkommandanten Koch unterrichten soll. Als Gilles von Koch neben dem Unterrichten und langen Küchendiensten bald zudem zum Gefangenenprotokollant ernannt wird, gestaltet sich das Aufrechterhalten seiner Scheinidentität immer schwieriger. Zumal ihm ein Aufseher auf die Schliche zu kommen droht. Im Jahr 1942 gerät der belgische Rabbinersohn Gilles (Nahuel Pérez Biscayart) im besetzten Frankreich in die Fänge eines SS-Erschießungskommandos, kann sich aber dank eines zuvor durch Tausch erworbenen Märchenbuches als Perser ausgeben und retten. Denn der auswanderungswillige Kommandant eines nahe gelegenen Durchgangslagers, Hauptsturmführer Klaus Koch , möchte Persisch lernen, weshalb er dem ihm überstellten Gilles anordnet, ihn in seiner vermeintlichen Muttersprache zu unterrichten. Des Persischen nicht mächtig, sieht sich Gilles gezwungen, eine Fantasiesprache zu entwickeln, wobei er die Namen der Lagerinsassen umdichtet, zu deren Protokollierung ihn Koch neben täglichen Küchendiensten bald befördert. Die Wahrung seiner falschen Identität gerät für Gilles nicht nur durch seine steigende Arbeitslast und die zunehmend komplexer werdende Sprachschöpfung in Gefahr, sondern überdies durch den von Beginn an misstrauischen Rottenführer Max Beyer . Dieser konspiriert mit der durch Gilles' Beförderung degradierten Elsa Strumpf gegen den Gefangenen. Die belarussisch-deutsch-russische Coproduktion "Persischstunden" des in Kanada ausgebildeten ukrainischen Regisseurs Vadim Perelman basiert auf der Erzählung "Erfindung einer Sprache" (1977) von Wolfgang Kohlhaase und feierte 2020 Premiere auf der Berlinale. In den Hauptrollen spielen mit dem bereits zuvor im europäischen Kino aktiven, multilingualen Argentinier Nahuel Pérez Biscayart ("Vor der Morgenröte", "120 BPM") und Lars Eidinger ("25 km/h", "Nahschuss") die beiden Wunschschauspieler Perelmans erstmals zusammen. In den Nebenrollen setzt "Persischstunden" mit Schauspieltalenten wie Jonas Nay ("Wir sind jung. Wir sind stark.") oder Leonie Benesch ("Babylon Berlin") verstärkt auf deutsche Nachwuchsdarsteller*innen. Ähnlich wie Roberto Benignis Filmklassiker "Das Leben ist schön" (1997) nähert sich "Persischstunden" mit einer einzigartigen Mischung aus einem berührenden Drama und Momenten ins Groteske reichender (Situations-)Komik seinem herausfordernden Handlungsort eines nationalsozialistischen Gefangenenlagers. Dieses wird seitens der Filmschaffenden mit großem Authentizitätsstreben bis hin zu den lokalen Hierarchien nachgezeichnet, wobei dem Film das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof im Elsass als Vorlage diente. Auf eine ungleich intelligente Art und Weise setzt sich Perelmans Film insbesondere in seinem berührenden Ende mit dem Thema des Erinnerns auseinander und kommt in der empathievollen Darstellung seines Hauptprotagonisten einer Verbeugung vor dem menschlichen Überlebenswillen nahe. Als durchaus mutig mag die Entscheidung des Regisseurs angesehen werden, auch den von Lars Eidinger verkörperten Antagonisten für das Publikum emotional verschiedentlich greifbar zu machen. Nach eigenen Aussagen Perelmans vertieft jedoch gerade dieser Miteinbezug menschlicher Qualitäten - und das Wissen um diese - die Grausamkeit der im "Dritten Reich" verübten Verbrechen.

Sendungsinfos

Darsteller: Nahuel Pérez Biscayart, Lars Eidinger, Jonas Nay, Leonie Benesch, Luisa-Céline Gaffron, David Schütter, Alexander Beyer Regie: Vadim Perelman VPS: 03.04.2026 02:20, Untertitel, Stereo, Dolby
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