ARTE
ARTE So. 27.09.
Doku
Die Marquesas-Inseln sind einer der abgelegensten Orte der Erde und liegen mitten im Pazifischen Ozean. ARTE
Auf den Marquesas-Inseln galten Tätowierungen am ganzen Körper hier lange Zeit als ganz normal. ARTE
In der Tätowierschule auf Nuku Hiva wird das alte Wissen über die originalen Marquesas-Motive vermittelt. ARTE
Haben die martialischen Tätowierungen eine Zukunft in der modernen Welt der Marquesas-Inseln? ARTE
Auf den Marquesas-Inseln gehören Tattoos auf alle Körperteile - auch ins Gesicht. ARTE
Auch Heretu Tetahiotupa - ein Pionier der neuen Tattoo-Bewegung auf den Marquesas-Inseln - lässt sich weiter tätowieren. ARTE

360° Reportage

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Marquesas-Inseln, das Comeback der Tattoos

  • D, F 2022
  • 32'
Reportage Die Marquesas-Inseln - einer der abgelegensten Orte der Erde, mitten im Pazifischen Ozean. Tätowierungen am ganzen Körper waren hier lange Zeit ganz normal, bis Kolonialherren und Kirche solche Bräuche streng untersagten. Stück für Stück geriet das alte Wissen in Vergessenheit. Doch die Kultur erlebt ihr Comeback: Tattoos gehören nun wieder auf alle Körperteile.

Inhalt

Heretu Tetahiotupa und Teiki Huukena sind die Pioniere der neuen Tattoo-Bewegung auf den Marquesas-Inseln. Sie haben jüngst eine eigene Tätowierschule ins Leben gerufen, in der das alte Wissen über die originalen Marquesas-Motive vermittelt wird, in Theorie und Praxis. Das ist wichtig, denn die Bedeutung der alten Tattoo-Zeichen ist fast komplett verloren gegangen. Auf Nuku Hiva, der nördlichen Hauptinsel des Archipels, durchstreifen Heretu und Teiki immer wieder die Waldgebiete. Hier, mitten im Dschungel, verbergen sich Hinterlassenschaften ihrer Vorfahren und Hinweise zu ursprünglichen Tattoo-Motiven. Das früher nahezu komplett isolierte Inselvolk auf den Marquesas entwickelte eine eigene Sprache und einzigartige Zeichensymbole. Diese wurden als Tattoos unter die Haut gestochen und auch in Felsen geritzt. So haben einige Symbole die Jahrhunderte überdauert. Es sind teils rätselhafte Zeichen längst untergegangener Inselstämme und heute wichtige Fenster in die Vergangenheit. Schätzungsweise seit dem 4. Jahrhundert wurde der Archipel von Seefahrern aus Westpolynesien besiedelt. Politisch und wirtschaftlich sind die Marquesas heute fest an Frankeich und Europa angebunden. Frachtschiffe versorgen die abgelegenen Inseln regelmäßig. Einst aber regierte hier ein recht kriegerisches Südseevolk, das Kannibalismus praktizierte und Menschenopfer darbrachte. Und: Damals ließ man sich jeden Teil des Körpers tätowieren. Die Menschenopfer wünscht sich heute niemand zurück. Die Tätowierungen aber schon. Heretu gehört zur Avantgarde der Tattoo-Bewegung. Er hat sich sogar schon ein großes Tattoo ins Gesicht stechen lassen - genau wie einst seine Vorfahren. Wer wird seinem Beispiel folgen? Haben die martialisch anmutenden Tätowierungen eine Zukunft in der modernen Welt der Marquesas-Inseln?

Sendungsinfos

Regie: Luigi Maria Perotti Untertitel, Stereo
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