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ARTE So. 01.11.
Doku
In Accra, der Hauptstadt Ghanas, wird das Leben der Verstorbenen ein letztes Mal durch die Form der eigens für sie entworfenen Särge gefeiert. ARTE
Der ghanaische Sargbauer Eric baut Särge mit ausgefallenen Designs: von Fischen, Krabben, Maurerkellen, Chilischoten bis zu riesigen Handys. ARTE
In Accra, der Hauptstadt Ghanas, wird das Leben der Verstorbenen ein letztes Mal durch die Form der eigens für sie entworfenen Särge gefeiert. ARTE
In seiner Werkstatt in Accra baut der Sargschreiner Eric im Auftrag seiner Kunden Fantasiesärge - seine Designs reichen von Fischen, Krabben, Maurerkellen, Chilischoten bis zu riesigen Handys. ARTE
In seiner Werkstatt in Accra baut der Sargschreiner Eric (li.) im Auftrag seiner Kunden Fantasiesärge. ARTE

360° Reportage

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Die bunten Särge von Ghana

  • D 2026
  • 32'
Reportagereihe In Accra entstehen farbenfrohe Särge, die das Leben Verstorbener auf besondere Weise würdigen. Sargmacher Eric Kpakpo Adotey fertigt sie nach den Wünschen der Familien - als Fisch, Chili, Handy oder Bus. Die ungewöhnlichen Formen greifen Berufe, Erinnerungen und persönliche Symbole der Verstorbenen auf.

Inhalt

In Accra, der Hauptstadt Ghanas, gibt es eine inzwischen weltweit bekannte Bestattungskultur, die auf die Traditionen der Ga - der größten indigenen Gemeinschaft im Großraum Accra - zurückgeht. Das Leben der Verstorbenen wird ein letztes Mal durch die Form der eigens für sie entworfenen Särge gefeiert. Die bunten und originellen Fantasiesärge stehen für Berufe, Erinnerungen oder Symbole: Fische, Zigarettenschachteln, Handys, Kakaoschoten, Bananen oder Busse - je nachdem, welches Motiv zum Leben der Verstorbenen passt. Eric Kpakpo Adotey baut die exquisiten Särge in dritter Generation in seiner kleinen Werkstatt an der Küste von Accra. In seiner Werkstatt baut der Sargschreiner im Auftrag seiner Kunden Fantasiesärge - seine Designs reichen von Fischen, Krabben, Maurerkellen, Chilischoten bis zu riesigen Handys, mit seinen Mitarbeitern erfüllt er jeden Wunsch der Familien. "Ich weiß schon bevor ich anfange, wie der Sarg am Ende aussehen wird. Wenn ein Ghanaer zu mir kommt, um den fertiggestellten Auftrag zu sehen und nicht lacht, dann bin ich gescheitert. Er wird nicht wiederkommen. Ich möchte meine Kunden immer lächeln sehen, darin sehe ich meine Berufung: Menschen mit meinen Särgen glücklich zu machen". Gerade ist ein Tro-Tro, wie die typischen Kleinbusse in Ghana heißen, in Arbeit, denn der Verstorbene war Busfahrer. Jedes Detail wird detailliert in wochenlanger Arbeit gefertigt - selbst die Sitze im Innenraum werden mit den typisch bunten Kente-Stoffen bezogen und auf dem Nummernschild prangt der Name des Toten - Big Aziz. Nachdem die Familie den Sarg abgenommen und für gut befunden hat, beginnt eine bunte und laute Totenfeier, schaukelnd und von Freunden und Kollegen getragen, geht es für Big Aziz in seinem Tro-Tro-Sarg in Richtung Friedhof. Und auf Eric wartet schon der nächste Auftrag, mit der Bestellung des eigenwilligen Motivs beginnt der Countdown zur letzten Feier des Lebens.

Sendungsinfos

Regie: Anna Wendt Untertitel, Stereo
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