ARTE
ARTE Di. 10.11.
Doku
Romanautor John le Carré beschreibt 1968 den Aufstieg eines Neonazi-Führers in der BRD. ZDF
NPD-Politiker Adolf von Thadden bei einer Veranstaltung Ende der 1960er Jahre ZDF
Alte Nazis und Neue Rechte ZDF

Alte Nazis und Neue Rechte

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Der große Rechtsruck nach dem Krieg

  • D 2025
  • 52'
Dokumentation Während im Jahr 1968 Studierende für gesellschaftliche Liberalisierung protestieren, machen in Europa auch Rechtsextreme mobil. Die Sammelpartei NPD zieht in Westdeutschland in sieben Landtage ein. Parallel erprobt die französische Nouvelle Droite neue Strategien für die politische Rechte. Wie kam es zu diesem großen Rechtsruck so bald nach dem Ende der NS-Herrschaft 1945?

Inhalt

Knapp 25 Jahre nach dem Ende der NS-Herrschaft steht die Demokratie in Westeuropa vor einer Bewährungsprobe. In der Bundesrepublik wächst die Sorge vor einem Wiedererstarken der extremen Rechten, während in Frankreich Intellektuelle Strategien für ein neues rechtsnationales Denken entwickeln. Wie konnten rechtsextreme Bewegungen so rasch wieder Einfluss gewinnen? Während im Jahr 1968 Studierende für mehr gesellschaftliche Liberalisierung auf die Straße gehen, mobilisieren auch alte und neue Rechte ihre Kräfte. Die von vielen ehemaligen NSDAP-Mitgliedern geprägte NPD zieht in Westdeutschland in sieben von zehn Landtagen ein. An ihrer Spitze steht Adolf von Thadden. Obwohl er dem radikalen Parteiflügel angehört, gibt sich die Partei zunächst bürgerlich. Doch ihr Auftreten erinnert zunehmend an die NSDAP. Viele befürchten, die NPD könnte 1969 sogar in den Bundestag einziehen. Auch ausländische Geheimdienste beobachten die Partei mit Sorge. Die Dokumentation folgt Spuren möglicher Spionageoperationen gegen die Rechtspartei. Parallel entsteht in Frankreich mit der Nouvelle Droite eine neue rechtsintellektuelle Strömung. Anders als die NPD setzt sie nicht auf Wahlerfolge, sondern auf langfristigen Einfluss in Medien und öffentlichen Debatten. Ihre Vordenker übernehmen dabei Strategien der linken Protestbewegungen. Die Dokumentation beleuchtet, wie sich diesseits und jenseits des Rheins neue rechte Bewegungen formierten, welche Rolle Politiker, Geheimdienste und Intellektuelle dabei spielten und wie demokratische Institutionen und die Zivilgesellschaft in Deutschland und Frankreich dieser Herausforderung letztlich standhalten konnten.

Sendungsinfos

Regie: Florian Hartung, Kim Schibilla Untertitel, Stereo
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