ARTE
ARTE Di. 10.11.
Doku
Hunderttausende rumänische Jüdinnen und Juden wurden wortwörtlich verkauft: Von den 750.000 Juden, die in den 1930er Jahren in Rumänien lebten, blieben nach dem Sturz des kommunistischen Diktators Nicolae Ceau?escu nur einige Tausend übrig. ARTE F
Die Geheimdienstdokumente, in denen die Namen und Verkaufspreise der "Exportierten" neben Milchkühen und Zuchtschweinen aufgelistet sind, zeugen vom eiskalten Menschenhandel im sozialistischen Rumänien. ARTE F
Unter Diktator Nicolae Ceau?escu verkaufte die Sozialistische Republik Rumänien von 1958 bis 1989 heimlich ihre jüdischen Bürgerinnen und Bürger - zunächst im Tausch gegen Vieh und Landmaschinen, später gegen Devisen aus Israel. ARTE F
Vertrauliche Berichte, geheimdienstlich abgehörte Telefongespräche und die Erinnerungen von Überlebenden aus Europa und Israel geben denjenigen Gesicht und Stimme zurück, deren Spuren verwischt wurden. ARTE F

Ausreise gegen Devisen - Rumäniens geheime Deals

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • F 2025
  • 60'
Dokumentation Es war ein ebenso perfides wie menschenverachtendes und eigentlich unfassbares "Geschäftsmodell": Zwischen 1958 und 1989 verkaufte das sozialistische Rumänien seine jüdischen Bürgerinnen und Bürger - zunächst im Tausch gegen Vieh und Landmaschinen, später gegen Devisen aus Israel. Der Menschenhandel führte zur nahezu vollständigen Auslöschung der jüdischen Gemeinschaft im Land.

Inhalt

Vom Ende der 1950er Jahre bis zum Sturz des Ceaușescu-Regimes 1989 organisierte die Sozialistische Republik Rumänien insgeheim einen Menschenhandel beispiellosen Ausmaßes. Hunderttausende rumänischer Jüdinnen und Juden wurden wortwörtlich verkauft, zunächst im Tausch gegen Vieh, landwirtschaftliche Geräte und Maschinen aus dem Westen, später direkt gegen Devisen aus Israel - absolut diskret und auf höchster Staatsebene. Ausgangspunkt der Dokumentation ist das 2022 erschienene Buch "Les Exportés" der französischen Journalistin Sonia Devillers, das die Geschichte ihrer eigenen rumänisch-französisch-jüdischen Familie nachzeichnet. Investigative Recherchen in Akten der Geheimpolizei Securitate zeigen, wie dieser skrupellose Handel funktionierte und welche Ziele er verfolgte. Rumänien, das bereits vom Antisemitismus des faschistischen Antonescu-Regimes geprägt war, setzte nach dem Zweiten Weltkrieg die Auslöschung einer der größten jüdischen Gemeinschaften Europas ungebrochen fort. Von den 750.000 Juden, die in den 1930er Jahren in Rumänien lebten, blieben nach dem Sturz des kommunistischen Diktators Nicolae Ceaușescu nur einige Tausend übrig. Vertrauliche Berichte, geheimdienstlich abgehörte Telefongespräche und die Erinnerungen von Überlebenden geben den Betroffenen Gesicht und Stimme zurück, deren Spuren verwischt wurden. Die Gegenüberstellung der persönlichen Schicksale mit den Geheimdienstdokumenten, in denen die Namen der "Exportierten" neben Milchkühen und Zuchtschweinen aufgelistet sind, macht die Menschenverachtung dieses Systems auf erschütternde Weise sichtbar.

Sendungsinfos

Regie: Pierre Goetschel Stereo
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