ARTE
ARTE Mi. 17.06.
Doku
Wo Menschen rastlos unterwegs sind und die Stadt im ewigen Wandel ist, entsteht in den 1920er Jahren Alfred Döblins Roman "Berlin Alexanderplatz". WDR
Proletariat, Prostitution und Kriminalität: Mit "Berlin Alexanderplatz" verstößt Döblin gegen alle literarischen Konventionen. WDR
Alles ist im Wandel: Die Berliner U-Bahn diente Okarina Peter und Timo Dentler als Ansatzpunkt für das Bühnenbild der Musiktheateradaption von "Berlin Alexanderplatz". WDR
"Berlin Alexanderplatz" (2022): Nach dem Vorbild des Operationssaals in den Berliner Unterwelten entsteht das Szenenbild der Nervenheilanstalt, in die Franz Biberkopf eingeliefert wird, nachdem er an seinem Schicksal zerbrochen ist. WDR
Die erste Musiktheateradaption von "?Berlin Alexanderplatz?" entwickelten Vivan und Ketan Bhatti 2022: In dieser Schlüsselszene der Oper verliebt sich Franz Biberkopf (Evgueniy Alexiev, Bariton, mit Hut) in Mieze (Veronika Lee, Sopran, mit Baskenmütze). WDR

Berlin Alexanderplatz - Ein Roman wird Oper

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • D 2021
  • 52'
Dokumentation "Berlin Alexanderplatz" gilt als einer der bedeutendsten deutschen Großstadtromane des 20. Jahrhunderts. Autor Alfred Döblin setzt damit dem mythischen "Babylon Berlin" ein Denkmal und entwirft ein authentisches Bild der 1920er Jahre mit ihren gesellschaftlichen Umbrüchen, wachsender Kriminalität und einem sexuell aufgeladenen Lebensstil. Fast hundert Jahre nach seinem Erscheinen wird aus Döblins Bestseller eine Oper, die den Sound der Roaring Twenties und die tragische Liebes- und Mordgeschichte des Romans in einer ebenso außergewöhnlichen wie aufwendigen Produktion auf die Musiktheaterbühne bringt.

Inhalt

Alfred Döblins "Berlin Alexanderplatz" erscheint 1929 und gilt neben "Ulysses" von James Joyce als einer der unübertroffenen europäischen Großstadtromane des 20. Jahrhunderts. Über Nacht wird Döblin weltberühmt, sein Roman im Laufe der folgenden Jahrzehnte mehrfach verfilmt, unter anderem in einer großangelegten Fernsehserie von Rainer Werner Fassbinder. Doch an eine Oper wagt sich lange niemand, obwohl sein Werk bekannt dafür ist, den Sound des schon damals sehr umtriebigen "Babylon Berlin" literarisch eingefangen zu haben. 2022 brachte das Theater Bielefeld "Berlin Alexanderplatz" als Welturaufführung auf die Musiktheaterbühne. Endlich wurde aus der Text- und Klangwelt des Romans eine Oper: Schriftstellerin Christiane Neudecker erstellte aus dem polyphonen Roman das Libretto. Die Musik stammt von den Brüdern Vivan und Ketan Bhatti, bekannt für Theatermusiken und Opern vom Schauspiel Köln bis zur Deutschen Oper Berlin mit Autoren und Regisseuren wie Feridun Zaimoglu, Roland Schimmelpfennig und Nuran David Calis. Der Dokumentarfilm von Axel Fuhrmann taucht ein in die Entstehungszeit des Romans. Er erzählt seine Entwicklung entlang der Geschichte und der Biografie Döblins und lässt das Publikum teilhaben am Entstehungsprozess einer außergewöhnlichen und spartenübergreifenden Operninszenierung mit Schauspiel und Tanz. Die Hauptrolle des Antihelden Franz Biberkopf übernahm Bariton Evgueniy Alexiev, Regie führte Wolfgang Nägele. Dirigentin Anne Hinrichsen leitete Sängerensemble, Bielefelder Philharmoniker und Bielefelder Opernchor.

Sendungsinfos

Regie: Axel Fuhrmann Untertitel, Stereo
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