ARTE
ARTE Di. 27.10.
Doku
Pastor Josué Valandro Jr. bei einem Gottesdienst in der Kirche "Batista Atitude". Diese zählt zu den einflussreichsten evangelikalen Megakirchen in Rio de Janeiro und wird unter anderem von Michelle Bolsonaro besucht. ARTE
Pastor Eurico, Bundesabgeordneter und langjähriges Mitglied der evangelikalen Fraktion, in den Fluren des Nationalkongresses ARTE
Gläubige nehmen an der von Pastor Silas Malafaia in seiner Kirche in Rio de Janeiro organisierten Veranstaltung "Homens Vencedores" teil. ARTE
Eine Teilnehmerin beim wöchentlichen evangelikalen Gottesdienst, der in den Räumlichkeiten des brasilianischen Nationalkongresses stattfindet ARTE
Silas Malafaia (li.), einflussreicher Fernsehprediger und "Königsmacher", ist eine Schlüsselfigur der strategischen Machtkämpfe in Brasilien. ARTE
Valdeci Pereira ist Pastor in einer Favela in Rio de Janeiro, wo die Kirche längst die Rolle des Staates übernommen hat. ARTE

Brasilien: Die Macht der Evangelikalen

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • F 2026
  • 52'
Gesellschaft und Politik In Brasilien machen die Evangelikalen ein Drittel der Wählerschaft aus. Die bibeltreuen Christen verhalfen Jair Bolsonaro im Jahr 2018 zum Wahlsieg. Nach dessen Verurteilung wegen eines Putschversuchs unterstützt die Gruppierung aus dem äußerst rechten Spektrum nun seinen Sohn Flávio - für die Wahlen im Oktober 2026.

Inhalt

Brasiliens politische Landschaft wird zunehmend von einer mächtigen religiösen Kraft geprägt: den Evangelikalen. Mit rund 70 Millionen Anhängern stellen sie fast ein Drittel der Wählerschaft und haben sich in 50 Jahren zu einer der einflussreichsten politischen Bewegungen des Landes entwickelt. Ihre Macht reicht von Tausenden Kirchen über große Medienimperien bis hin zu Hunderten Politikern, die ihre Agenda vertreten. Ein Höhepunkt war die Wahl 2018, die Jair Bolsonaro mit der Unterstützung von rund 70 Prozent der Evangelikalen gewann. Dessen politisches Erbe ist umstritten: Nach seiner Verurteilung wegen eines Putschversuchs stellte er seinen Sohn Flávio als Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2026 auf. Ihm gegenüber steht der linksgerichtete Lula da Silva, der zum vierten Mal antreten will. Die Dokumentation zeigt die Schlüsselfiguren dieser Machtkämpfe: Silas Malafaia, einflussreicher Fernsehprediger und "Königsmacher"; Sonia und Estevam Hernandes, Organisatoren des "Marsches für Jesus" und Besitzer eines Gospel-Medienimperiums; Pastor Eurico, Abgeordneter und strategischer Kopf der evangelikalen Lobby im Kongress; Valdeci, Pastor in einer Favela Rios, wo die Kirche längst die Rolle des Staates übernommen hat. Auch der junge Prediger João Vitor Ota erreicht Millionen junger Menschen mit konservativen Werten. Doch es gibt Gegenstimmen: Henrique Vieira, ein linker Pastor und Abgeordneter, sowie Pastor Atila, der eine inklusive evangelikale Gemeinde in São Paulo leitet. Zwischen Megakirchen, Favelas, Fernsehstudios und Parlament wird deutlich, wie die Bewegung die Politik Brasiliens prägt - und warum die nächsten Wahlen entscheidend sein werden.

Sendungsinfos

Regie: Souleyman Messalti Stereo
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