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ARTE Di. 27.10.
Doku
Hitler liest an seinem Schreibtisch in einem Buch. ZDF
Adolf Hitler besaß zum Ende seines Lebens selbst über 16.000 Bände. Rund 1.300 davon befinden sich heute in den USA. ZDF
Der amerikanische Historiker Timothy W. Ryback gilt als kenntnisreicher Experte für Hitlers Privatbibliothek. ZDF
Dreharbeiten mit Politologin Emilia Roig in Berlin ZDF
Mehrere von Hitlers Büchern enthalten persönliche Widmungen, so wie diese des Schriftstellers Ernst Jünger. ZDF
Adolf Hitlers Exlibris in einem Buch aus seiner Privatbibliothek ZDF

Die Bücher, die Hitler nicht verbrannte

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • D 2022
  • 91'
Dokumentarfilm Adolf Hitler, dessen Diktatur 1933 mit einer Reihe von Bücherverbrennungen begann, besaß zum Ende seines Lebens selbst über 16.000 Bände. Rund 1.300 davon befinden sich heute in den USA. Sie zeugen davon, dass rassistisches und antisemitisches Denken lange vor den Nazis vitaler Kern der westlichen Kultur war und bis heute die sogenannten Neuen Rechten inspiriert.

Inhalt

Kaum jemand weiß, dass Adolf Hitler, Diktator und Massenmörder, am Ende seines Lebens schätzungsweise 16.000 Bücher besaß, verteilt auf die Privatbibliotheken in seinen Residenzen in Berlin, München und Berchtesgaden. Rund 1.300 dieser Bücher befinden sich heute in den USA. Was erzählen diese Bücher über die Quellen nationalsozialistischen Denkens - und über das Fortwirken rechtsextremer Gewalt heute? Der amerikanische Historiker Timothy Ryback gilt als kenntnisreichster Experte für Hitlers Privatbibliothek. Er reist für den Film nach Washington D.C. und Providence in den USA, wo diese Bücher heute lagern. Hitler besaß Klassiker der Weltliteratur und antisemitische Hetzschriften, pseudowissenschaftliche "Rassenstudien" und esoterische Groschenhefte. Viele dieser Bücher waren Bestseller - lange vor der Machtübernahme der Nazis im Jahr 1933. Hitlers Bibliothek zeugt davon, dass Antisemitismus und Rassismus keineswegs Randphänomene in der westlichen Geistes- und Kulturgeschichte waren, sondern viel mehr in ihrem Zentrum standen. Und bis heute sind diese Traditionslinien virulent: Die sogenannte "Neue Rechte" vermeidet zwar Begriffe wie "Blut" und "Rasse" - doch viele rechtsextreme Denkmuster und Verschwörungserzählungen von heute sind den Gedanken aus Hitlers Bibliothek verblüffend ähnlich, zum Beispiel die Erzählung vom "Großen Austausch", nach der die weiße Bevölkerung Europas und Amerikas gezielt durch Muslime und nichtweiße Menschen ersetzt werden soll. Sie dient rechtsextremen Terroristen auf der ganzen Welt als Legitimation, um Menschen zu ermorden, seien es Schwarze, Juden oder Muslime.

Sendungsinfos

Regie: Claus Bredenbrock, Jascha Hannover Untertitel, Stereo
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