ARTE
ARTE Di. 08.12.
Doku
Die Erbin Marlene Engelhorn setzt sich für eine Besteuerung von Reichen ein. ARTE/RTS
In Genf demonstrieren Aktivisten gegen die Veranstaltung "La Nuit du Bien Commun", die von dem rechtsextremen Milliardär Pierre-Édouard Stérin und dem Erdölkonzern "Trafigura" gesponsert wird. ARTE/RTS
In Genf steuert die Hans-Wilsdorf-Stiftung, die Eigentümerin der Uhrenmarke "Rolex", ganze drei Prozent zum Stadtbudget bei. ARTE/RTS
Bei der Wohltätigkeitsveranstaltung "La Nuit du Bien Commun" präsentieren Vereine ihre Projekte vor einem Publikum, um Spenden zu sammeln. ARTE/RTS
Die Schweiz ist mit über 14.000 Stiftungen das Epizentrum der Philanthropie. Sie verwalten insgesamt ein Vermögen von 160 Milliarden Dollar. ARTE/RTS

Charity als Geschäftsmodell - Die Macht der Stiftungen

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • F, CH 2025
  • 55'
Dokumentation Wohltätigkeit als Geschäftsmodell: Von vermeintlichen Umweltorganisationen, die mit Erdöl Geschäfte machen, bis zu Superreichen, die über Stiftungen politische Ziele verfolgen. In Deutschland prägt eine gemeinnützige Stiftung den Alltag einer ganzen Stadt. Hinter dieser Großzügigkeit verbirgt sich häufig nur eines: Macht und Einflussnahme ohne demokratische Kontrolle.

Inhalt

Die Dokumentation "Charity als Geschäftsmodell" untersucht, wie vermögende Privatpersonen und Konzerne über Stiftungen und Spendenorganisationen politischen und gesellschaftlichen Einfluss gewinnen - weitgehend jenseits demokratischer Kontrolle und öffentlicher Rechenschaftspflicht. In Genf, Monaco, Deutschland und Sizilien folgt ein Rechercheteam den Spuren des Geldes. In der Schweiz organisieren elitäre Kreise Veranstaltungen wie "La Nuit du Bien Commun", bei denen Hunderttausende Franken für gemeinnützige Zwecke zusammenkommen. Doch der Sponsor ist eine umstrittene Bergwerksgesellschaft, deren Erdölförderung die Umwelt Siziliens belastet und die lokale Bevölkerung schädigt. Das Muster wiederholt sich: Erben der Superreichen spenden in der Schweiz für Umweltschutzprojekte, obwohl ihr Kapital aus der Erdölbranche stammt, die den Klimawandel vorantreibt. In Deutschland prägt die Stiftung des bis vor kurzem reichsten Staatsbürgers den Alltag einer ganzen Stadt. In Genf kontrolliert eine Luxusuhrenmarke eine einflussreiche private Stiftung, die Millionen in die städtische Infrastruktur investiert. Wohltätigkeit zur Imagepflege, Steuervermeidung, feudale Strukturen - angesichts des Philanthrokapitalismus erheben sich vermehrt kritische Stimmen, auch von innen: So übergibt eine Erbin ihr Vermögen einem Bürgerrat, der entscheidet, wie das Geld verteilt werden soll. Der Film analysiert das Spannungsfeld zwischen privater Wohltätigkeitsarbeit und demokratischer Legitimation und hinterfragt, wer von der scheinbaren Großzügigkeit profitiert und welche Machtstrukturen zementiert werden.

Sendungsinfos

Regie: Romain Girard Stereo
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