Charity als Geschäftsmodell - Die Macht der Stiftungen
DOKUMENTATION, F, CH 2025
Solidarität
DOKUMENTARFILM Die Zeit der Krisen, D 2025
ARTE
Di. 08.12.
Doku
Die Almosenfalle
TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.
Ersetzen Freiwillige den Sozialstaat?
- D 2026
- 52'
Gesellschaft und Soziales
Immer mehr Menschen versorgen sich mit Lebensmitteln bei Tafeln und wohltätigen Ausgabestellen. In Deutschland, Frankreich und den USA sind sie längst eine feste Säule der Armutsbekämpfung. Aber: Lösen sie das Problem oder beschleunigen sie unbeabsichtigt den Rückzug des Sozialstaats? Eine Recherche über Essen, Würde und die Frage, wann kurzfristige Nothilfe zum Dauerzustand wird.
Inhalt
Ehrenamtliche verteilen in Ausgabestellen Gemüse, Brot und andere Lebensmittel und werden dafür verdientermaßen gelobt und geachtet. Doch was sagt es über eine Gesellschaft aus, wenn Millionen Menschen auf wohltätige Spenden angewiesen sind?
Die Dokumentation blickt hinter die Kulissen von Tafeln und Lebensmittelbanken in Deutschland, Frankreich und den USA. Von der Berliner Tafel über die Restos du Cœur in Paris bis zu den Foodbanks von Chicago erleben wir eine paradoxe Entwicklung: Je erfolgreicher die Lebensmittelhilfe ist, desto unverzichtbarer scheint sie zu werden. Stecken wir in einer "Almosenfalle"?
Kritiker warnen: Während Tafeln und Lebensmittelbanken Bedürftige zunehmend mit gespendeten Lebensmitteln versorgen, ziehe der Staat sich aus der Verantwortung. Menschen in Armut müssten Schlange stehen für die Reste der Wohlstandsgesellschaft. Befürworter halten dagegen: Ohne die Spenden und die Leistung der Freiwilligen kämen viele Menschen nicht mehr über die Runden. An der Seite von Ehrenamtlichen, Wissenschaftlern und politischen Entscheidern beleuchtet die Dokumentation das enorme Wachstum der Lebensmittelhilfe in den vergangenen Jahrzehnten.
Dabei geht es um weit mehr als Lebensmittel. Es geht um Würde, gesellschaftliche Teilhabe und die Frage, ob wir Armut an der Wurzel bekämpfen wollen oder sie nur kurzfristig lindern. Sind Tafeln und Lebensmittelbanken Ausdruck gelebter Solidarität oder das Symptom eines Systems, das seine Verantwortung zunehmend an Ehrenamtliche delegiert?
Eine Recherche über Hunger in reichen Gesellschaften und über die Zukunft des Sozialstaats.
Sendungsinfos
Regie: Martin Gronemeyer
Untertitel, Stereo