ARTE
ARTE Di. 01.12.
Doku
Kinder, Frauen und Männer wurden zur Schau gestellt, um eine Hierarchie der ?Rassen? zu fördern und die Kolonialisierung der Welt zu rechtfertigen. ARTE France
Sie stehen für viele Tausend ausgestellte Menschen, deren Namen in Vergessenheit geraten sind: Marius Kaloie und seine Stammesangehörigen, Kanaken aus Neukaledonien. ARTE France

"Die Wilden" in den Menschenzoos

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • F 2017
  • 91'
Dokumentarfilm Sie wurden aus weit entfernten Ländern geholt, um sie in Menschenzoos wie exotische Tiere zur Schau zu stellen: Ureinwohner aus Kolonialstaaten. Der Dokumentarfilm schildert das Schicksal von sechs Personen, die zwischen 1810 und 1940 in sogenannten Völkerschauen ausgestellt waren.

Inhalt

Zwischen 1810 und 1940 haben Menschen in ganz Europa, den USA und in Japan andere Menschen aus fernen Ländern als "primitive Wilde" ausgestellt. Über ein Jahrhundert lang wurden in Welt- oder Kolonialausstellungen, Zoos, im Zirkus oder in nachgebauten Dörfern von Ureinwohnern knapp 35.000 Personen vor mehr als anderthalb Milliarden Besuchern präsentiert. Mit bisher unveröffentlichtem Archivmaterial zeigt der Dokumentarfilm, wie durch die Menschenzoos der Rassismus populär und alltäglich wurde. Die Besucher kamen, um immer exotischere, immer furchterregendere "Wilde" zu sehen, die entsprechend inszeniert wurden. Kinder, Frauen und Männer wurden zur Schau gestellt, um eine Hierarchie der "Rassen" zu fördern und um die Kolonialisierung der Welt zu rechtfertigen. Zum ersten Mal ruft ein Dokumentarfilm dieses Stück vergessener Menschheitsgeschichte in Erinnerung und zeichnet das Schicksal von sechs solcher zur Schau gestellten Personen nach. Sie heißen Petite Capeline, Ureinwohnerin aus Feuerland, Tambo, Aborigine aus Australien, Moliko, Kalina aus Französisch-Guayana, Ota Benga, Pygmäe aus dem Kongo, Jean Thiam, Wolof aus dem Senegal, und Marius Kaloie, Kanake aus Neukaledonien. Ihre Geschichte wurde dank der Arbeit von Historikern und mit Hilfe ihrer Nachkommen rekonstruiert. Die Berichte über ihre Schicksale bilden das Phänomen der Völkerschauen in seinem historischen Kontext ab, dem Aufstreben und der Entwicklung der großen Kolonialmächte. Anhand von Analysen und Kommentaren sachkundiger Experten beleuchtet der Dokumentarfilm auch die Ursprünge des Rassismus im Übergang von einem angeblich wissenschaftlichen Rassismus zum Alltagsrassismus.

Sendungsinfos

Regie: Bruno Victor-Pujebet, Pascal Blanchard Untertitel, Hörfilm, Stereo
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