ARTE
ARTE Sa. 19.09.
Doku
Taisuke Miyamoto (Mi.) trägt eine Tätowierung, die noch traditionell nur mit roter und schwarzer Farbe gestochen wurde. ZDF
Um den beschwerlichen Weg zum Tempel zu erleichtern, singen die Mitglieder des Saisuikei das traditionelle Kiari-Lied. ZDF
Taisuke Miyamoto (Mi.) trägt eine Tätowierung, die noch traditionell nur mit roter und schwarzer Farbe gestochen wurde. ZDF
Die Mitglieder des Saisuikei-Vereins, die die traditionelle Horimono-Tätowierung bewahren wollen, beten gemeinsam an einem Shinto-Schrein. ZDF
Das traditionelle Horimono wird mit einem handgefertigten Werkzeug gestochen: Die verwendete Tinte wird frisch nach eigenen Rezepten gemischt. ZDF

Japans tätowierte Helden

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • D 2023
  • 43'
Dokumentation Japan wird weltweit für seine Traditionen und Künste bewundert, von opulenten Stoffen über imposante Holzschnitzereien bis zur filigranen Kalligraphie. Doch eine Kunstform ist fast in Vergessenheit geraten: die traditionelle Tätowierung - das Horimono. Einst höchst populär, ist es heute zum Zeichen der kriminellen Yakuza geworden. Seine wahre Geschichte ist kaum bekannt.

Inhalt

Die per Hand gestochene Horimono-Tätowierung zierte früher die Rücken von Männern in gefährlichen Berufen: Fischer, Feuerwehrmänner und Co. Sie gab ihnen Mut und Kraft. Doch mit Ende der Edo-Epoche und der Öffnung Japans wurde das Tätowieren zeitweise verboten. Niemand sollte das Land als rückständig erachten. Nur kriminelle Banden scherten sich nicht um Verbote und übernahmen die Kunstform. Der Saisuikei-Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Gedenken der Edo-Tätowierung zu erhalten. Eine Tätowierung als Lebensversprechen, mutig, tapfer und loyal zu sein - nicht als Drohgebärde oder Einschüchterung. Daher ist ihr oberstes Gebot: Die Tätowierungen bleiben unter der Kleidung verborgen - kein noch so heißer Sommertag rechtfertigt kurze Ärmel. Taisuke Miyamoto ist Gerüstbauer und gehört dem Saisuikei an. Nach vielen Jahren hat er dem Sohn eines Freundes erlaubt, seine Tätowierung zu kopieren. Er ist sich nun sicher, dass dieser die strengen Regeln befolgt. Für fast zwei Jahre muss Jyo Miyazaki wöchentlich die Prozedur bei Meister Huoryo über sich ergehen lassen. Das Stechen per Hand ist viel schmerzhafter als mit einer elektrischen Maschine. Gerade deshalb ist der junge Mann sich sicher, dass es ihn stärker und ehrlicher machen wird. Auch Taisuke Miyamoto und seine Kollegen haben Wünsche für die Zukunft. Die Ächtung des Horimono soll enden - diesen Wunsch nehmen sie mit auf eine Pilgerfahrt zum Berg Oyama. Nur ein Pfad führt zu dem kleinen Shinto-Schrein hinauf, der versteckt im Wald liegt. Einem der wenigen Orte, an dem die Gruppe trotz Tätowierungen willkommen ist.

Sendungsinfos

Regie: Pia Schädel, Susanne Steffen Untertitel, Stereo
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