ARTE
ARTE So. 18.10.
Doku
Margaux Marielle-Tréhoüart interpretiert als Tänzerin und Choreographin Ausschnitte aus John Crankos "Onegin". ZDF
Marcia Haydée tanzte in der Choreographie von John Cranko die Rolle der Tatjana. ZDF

John Cranko choreographiert Onegin 1967

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Sternstunden der Musik

  • D 2026
  • 43'
Dokumentation Mit diesem Erfolg hatte wohl kaum jemand gerechnet: 1969 eroberte das damals eher unbekannte Stuttgarter Ballett die New Yorker Metropolitan Opera. Gezeigt wurde "Onegin" - ein Ballett nach Alexander Puschkins Gesellschaftsroman zur Musik von Peter Tschaikowsky. Das Werk zählt immer noch zu den meistgespielten Handlungsballetten. Mit Marcia Haydée in der weiblichen Hauptrolle.

Inhalt

Im Jahr 1961 konnte der Intendant des Stuttgarter Theaters den in London lebenden jungen Südafrikaner John Cranko überreden, die Leitung des damals kaum bekannten Stuttgarter Balletts zu übernehmen. Cranko gelang es binnen weniger Jahre, das Ensemble zu einer der erfolgreichsten Compagnien der Welt zu machen. Wohl an keinem seiner Werke lässt sich besser zeigen, was Crankos Kunst ausmacht, als an "Onegin". Das Stück, das auf Alexander Puschkins Versroman "Eugen Onegin" zurückgeht und ohne Worte auskommt, wurde 1965 am Stuttgarter Ballett uraufgeführt. Die Musik hat Kurt-Heinz Stolze aus verschiedenen Werken von Peter Tschaikowsky zusammengestellt und orchestriert. Vor allem die gestraffte Neufassung von 1967 gilt als Crankos größter Erfolg und steht nach wie vor bei vielen Ballettcompagnien weltweit auf dem Spielplan. Cranko rafft Puschkins Roman, indem er das Drama auf fünf Figuren bündelt, mit der tragischen Liebesgeschichte zwischen Tatjana und Onegin im Mittelpunkt. Die Tanzszenen der beiden sind absolute Höhepunkte, die Psychologie der Figuren wird in jeder Bewegung deutlich. So zeigte Cranko, dass die Pas de Deux nicht nur tänzerische Höhepunkte eines Balletts sind, sondern Träger der Handlung sein können. Als Cranko ankündigte, seinen "Onegin" 1971 auch in Moskau zu zeigen, war das russische Publikum sehr misstrauisch. Cranko hatte es mit gleich zwei "heiligen" Werken der russischen Kultur aufgenommen, mit Puschkins Roman und mit Tschaikowskys Oper. Doch die Aufführung in Moskau wurde Crankos größter Triumph. Kurz danach starb er völlig überraschend im Jahr 1973.

Sendungsinfos

Regie: Jan Schmidt-Garre Untertitel, Stereo
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