Mit offenen Karten - Im Fokus
INFOMAGAZIN, F 2026
Europa: Aufrüsten für den Frieden?
DOKUMENTATION, F 2025
ARTE
Di. 02.06.
Doku
Re:
TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.
Italiens bröckelndes Erbe
- 2026
- 35'
Reportage
Italien gilt als Freilichtmuseum, doch der Einsturz des 800 Jahre alten Torre dei Conti am 3. November 2025 in Rom zeigt die Fragilität des architektonischen Erbes. Viele historische Bauten zerfallen unbemerkt. Weil der Staat zu wenig investiert, bringen private Initiativen alte Gemäuer ans Licht und versuchen, sie zu erhalten.
Inhalt
Mimmo de Leonibus und Valeria Genco sind Urban Explorer. Sie spüren überall in Italien längst vergessene Palazzi, Kirchen und Landhäuser auf. Was folgt, ist mehr als eine abenteuerlustige Erkundungstour: Die beiden packen selbst an, um die alten Gemäuer vor dem endgültigen Verfall zu bewahren. Sie sind zwei von rund 100 Mitgliedern des Vereins Ascosi Lasciti - dem verborgenen Vermächtnis Italiens auf der Spur.
So auch in der Altstadt von Bari. Hinter einer unscheinbaren Tür entdecken die Ehrenamtlichen eine Sensation - eine mittelalterliche Kirche, die seit 70 Jahren vergessen im Dornröschenschlaf ruhte. Während der Restaurierung, die sie ohne Unterstützung der Behörden organisieren, wird ihnen klar, dass die Kapelle viel älter ist als gedacht und einen einzigartigen Blick in die Geschichte Baris ermöglicht.
Selbst in der Touristenmetropole Rom ist das architektonische Erbe in Gefahr. Einst prachtvolle Wohnsitze wie die Villa Silvestri Rivaldi oder Teile der Aurelianischen Mauer, Schutzwall des antiken Roms, sind bislang dem Verfall preisgegeben. Das ruft Flavia Corsano von Italia Nostra auf den Plan. Seit 1955 setzen sich Denkmalschützer ehrenamtlich für den Erhalt historischer Bauwerke im Land ein. Sie dokumentieren, publizieren und informieren Behörden. Oft gegen Widerstände, immer wieder mit Erfolg. 2022 startete die Stadt Rom gemeinsam mit dem Tourismusministerium das Projekt Caput Mundi. Rund 500 Millionen Euro sollen in den Erhalt historischer und archäologischer Stätten fließen. Im Kampf gegen den Zahn der Zeit kaum mehr als ein Tropfen auf den brüchigen Stein. Kann Italiens einzigartiges Erbe gerettet werden?