ARTE
ARTE Di. 24.02.
Doku
Lange wurde Rechtsextremismus in der Politik und in der Öffentlichkeit kaum thematisiert. Jetzt wird klar, dass er eine echte Bedrohung für unsere Gesellschaft darstellt. ARTE F
Die Schießerei von El Paso (2019) in Texas war ein rassistisch motiviertes Hassverbrechen gegen die mexikanische und lateinamerikanische Gemeinschaft, verübt von Patrick Wood Crusius, der auf diesem Video der Überwachungskamera zu sehen ist. ARTE F

Unterschätzt - Die rechte Terrorgefahr

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • 2. Folge
  • F 2022
  • 50'
Dokumentarfilm Relativ unbemerkt tauschen europäische und amerikanische Anhänger der "White Supremacy" im Internet und in den sozialen Medien gewaltverherrlichendes Gedankengut aus. Die sich abzeichnende länderübergreifende "pan-arische" Ideologie stützt sich auf gemeinsame Referenzen und die Verehrung rechtsextremer Massenmörder, von manchen sogar als "Heilige" betrachtet.

Inhalt

Die Ultrarechten der westlichen Welt verfolgen ein gemeinsames Ziel: den Umsturz der Demokratie. Die Behörden kontern so gut sie können mit der Überwachung rechtsextremer Profile und Maßnahmen zur Vorbeugung von Radikalisierung. Vielen Radikalisierten gemeinsam ist eine Faszination für Massenmörder, die im letzten Jahrzehnt im Namen "White Supremacy"-Ideologie Blutbäder anrichteten, wie zum Beispiel Brenton Tarrant, der 2019 den Anschlag auf die Moschee von Christchurch in Neuseeland verübte und dabei 51 Muslime erschoss. Derlei Anschläge werden in Szene gesetzt und massiv in rechtsextremen Online-Netzwerken verbreitet, um Nachahmer zu inspirieren. Tatsächlich organisieren sich die Neonazis, unter anderem in dem aus den Vereinigten Staaten stammenden Netzwerk Terrorgram, das nachweislich zum Ziel hat, in der westlichen Welt einen Rassenkrieg loszutreten. Zu ihren "Helden" gehört Timothy McVeigh, der 1995 mit einer Autobombe in Oklahoma City 168 Menschen verletzte und 680 tötete. In Schweden, wo sich neonazistische skandinavische Gruppen zur gewaltbereiten Nordischen Widerstandsbewegung NMR zusammengeschlossen haben, stellen Polizisten und Deradikalisierungs-Experten immer jüngere Profile fest. Die Behörden überwachen auch die Entwicklung des vom US-Amerikaner Robert Rundo gegründeten Active Club-Netzwerks, in dem sich Anhänger der "White Power"-Bewegung neben den USA auch in Europa, Kanada und Australien für den Rassenkrieg begeistern. Denn genau das ist die Besonderheit der aktuellen Neonazi-Szene: Ihre Mitglieder tauschen sich aus und organisieren sich über die Kontinente hinweg, was sie umso gefährlicher macht. Ihr gemeinsames, erklärtes Ziel ist der Umsturz der demokratischen Institutionen - einen Vorgeschmack darauf lieferten die Bilder vom Sturm auf das Kapitol in den Vereinigten Staaten 2021, an dem mehrere Mitglieder als terroristisch eingestufter Organisationen beteiligt waren.

Sendungsinfos

Regie: Jean-Pierre Canet, Raphaël Tresanini Stereo
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