MDR
MDR Do. 04.06.
Doku
Die syrisch-christliche Ninve Ermagan dekonstruiert in der Dokumentation den Mythos Jungfernhäutchen. MDR/BR/Hannes Wichmann
"Das Jungfernhäutchen gibt es nicht." So einfach fasst Prof. Mandy Mangler (rechts) im Gespräch mit Ninve Ermagan einen verbreiteten Irrglauben zusammen. MDR/BR/Gordon Volk
Key Visual zur Dokumentation "Mythos Jungfernhäutchen". MDR/BR/UFA Documentary, Shutters
Von links: Ninve Ermagan, Devrim Sahin Emre und Tayfun Guttstadt (Heroes Berlin e.V.). MDR/BR/Gordon Volk

Mythos Jungfernhäutchen

Auf den Spuren eines hartnäckigen Irrglaubens

  • 45'
Dokumentation

Inhalt

Es ist ein archaischer anatomischer Mythos: die Idee von einem Häutchen, das die Vagina verschließt und bei der ersten Penetration reißt. Dieser Mythos begrenzt Frauen seit Jahrhunderten in ihrer Lebensführung und verweigert ihnen die sexuelle Selbstbestimmung. In streng patriarchal denkenden Familien wird die Ehre der Familie mit der Jungfräulichkeit ihrer Töchter in Zusammenhang gebracht. Dass die Jungfräulichkeit anhand des sogenannten Jungfernhäutchens medizinisch nicht nachweisbar ist, wissen wenige. Und doch hält sich dieser Mythos hartnäckig. Warum können wir uns davon nicht befreien? Warum beeinflusst ein Irrglaube unser Leben? Diese überfälligen Fragen thematisiert die Doku "Mythos Jungfernhäutchen" (BR/MDR/rbb), für die sich die junge Journalistin Ninve Ermagan auf eine filmische Recherchereise begibt. Ninve Ermagan trifft auf die gynäkologische Chefärztin Mandy Mangler, die alles dafür tut, diesem Irrglauben ein Ende zu setzen. Sie unterhält sich mit Frauen wie Yasemin Toprak, die von ihrer streng gläubigen Familie verstoßen wurde und trifft mit Anne Fleck eine bekennende Jungfrau. Aber auch die Männer des Berliner Vereins "Heroes" kommen zu Wort, die mit Schulungen Menschen unterstützen, die nicht länger nach überholten patriarchalen Regeln leben wollen. Und sie interviewt die engagierte Lehrerin Sina Krüger, die es geschafft hat, dass überholte Darstellungen in Lehrbüchern für deutsche Schulen korrigiert wurden. Die Recherche zeigt auch, dass gesellschaftliche Aufklärung dringend angezeigt ist: Denn noch immer werden auch in Deutschland schmerzhafte "Hymenrekonstruktionen" angeboten, werben Firmen mit Kunstblutkapseln für eine vorgetäuschte "Wiederherstellung von Jungfräulichkeit", werden Frauen mit dem Anspruch der Jungfräulichkeit unter Druck gesetzt und zu schmerzhaften Eingriffen gezwungen.

Sendungsinfos

Von: Lena Kupatz Untertitel, Stereo
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