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GESELLSCHAFT UND SOZIALES Kampf für die Vielfalt, D 2026
ZDF
Do. 15.10.
Doku
Tatort Schule - Missbrauch durch Lehrer
Das ZDF Programm (Zweite Deutsche Fernsehen) bietet Information, Bildung, Kultur und Unterhaltung. Sendung verpasst? In der ZDFmediathek finden Sie viele Sendungen als Video Stream.
- D 2026
- 38'
Dokumentation
Inhalt
In der "frontal-Dokumentation - Tatort Schule - Missbrauch durch Lehrer" brechen junge Frauen ihr Schweigen und prangern sexuellen Missbrauch während ihrer Schulzeit an.
Der Film beleuchtet auch systemische Fehler und Versäumnisse. Aufgrund der Recherche ist ein Lehrer suspendiert worden, polizeiliche Ermittlungen haben begonnen.
Morea aus Berlin erzählt, wie ihr Lehrer sie vor zehn Jahren in seiner Gartenlaube zum Sex gedrängt habe: "Er meinte, dass er es nicht mag, wenn Leute in Straßenklamotten auf seinen Möbeln sitzen. Und deshalb musste ich mich ausziehen. Ich war wie versteinert." Morea ist nicht das einzige Opfer. Ihr ehemaliger Lehrer wird im Juni 2026 vom Landgericht Berlin zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Für eine Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch von vier Schutzbefohlenen. Er geht gegen das Urteil vor.
Eigentlich sollte die Schule ein sicherer Ort sein für Kinder und Jugendliche. Doch es gibt Lehrer, die ihre Macht missbrauchen. Ein Tabuthema. Bundesbildungsministerin Karin Prien zeigt sich in der "frontal-Dokumentation" schockiert über die geschilderten Missbrauchsfälle: "Das ist eine besonders brutale und grausame Art, Kindern und Jugendlichen Schaden zuzufügen. In der Schule von Lehrkräften dann auch noch im Abhängigkeitsverhältnis ist besonders verwerflich."
Morea ist heute selbst Lehrerin und fordert, dass Kinder und Jugendliche besser geschützt werden. Doch erst jetzt erarbeiten viele Schulen in Deutschland Schutzkonzepte gegen sexualisierte Gewalt. Und es gibt immer noch fünf Bundesländer, die ihre Schulen nicht zu Schutzkonzepten verpflichten: Hamburg, Bremen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Bayern.
Bundesbildungsministerin Prien fordert, dass Schutzkonzepte in allen Ländern verpflichtend werden: "Am Ende muss es so sein, dass es in jeder Schule verwirklicht wird. Und das kann man versuchen, über freiwillige Maßnahmen, Leitfäden und so weiter. Aber am Ende kommt man nicht drumherum, es auch wirklich überall verpflichtend zu machen. Der Staat hat hier die Aufgabe, Kinder und Jugendliche zu schützen."
Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Kerstin Claus, sagt in der "frontal-Dokumentation": "Es wird keine Schule geben, die schon länger besteht, an der es nicht zu solchen Übergriffen durch Lehrkräfte gekommen ist. Überall, wo sich Kinder und Jugendliche aufhalten, gibt es Menschen mit Täterstrategien, die mit dem Ziel der sexuellen Ausbeutung versuchen, ein Näheverhältnis, ein Abhängigkeitsverhältnis, ein Machtverhältnis zu erreichen."
Sendungsinfos
Von: Michael Haselrieder, Christina Zühlke
VPS: 15.10.2026 00:59, Untertitel, Stereo