ARTE
ARTE Di. 29.09.
Doku
Der Präsident des Internationalen Gerichtshofs Yuji Iwasawa (4.v.l.) und weitere Richterinnen und Richter während einer Anhörung: Über hundert Staaten und Organisationen traten vor das Weltgericht. ZDF
Eine Dorfbewohnerin watet bei Flut auf Fanalei, einer vom Klimawandel betroffenen Insel. Es gibt kaum noch Stellen, die nicht überflutet werden. ZDF
Vishal Prasad (Mi.) bei der Pressekonferenz nach der Verkündung des Urteils. Das Medieninteresse war an diesem Tag besonders hoch. ZDF
Fanalei von oben: Auf der vom Klimawandel stark betroffenen Insel der Salomonen gibt es nur noch salziges Grundwasser. ZDF

Der Billionen-Prozess: Wer bezahlt die Klimakatastrophe?

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • D 2026
  • 52'
Dokumentation Alles begann 2019 in einem Klassenzimmer auf Vanuatu. Jurastudierende fragten sich: Wer bezahlt die Klimakatastrophe? Sie schmiedeten einen Plan: den Klimawandel vor das höchste Gericht der Welt zu bringen. Sechs Jahre lang kämpften sie gegen Widerstände, um das Völkerrecht zu revolutionieren und die Industriestaaten finanziell haftbar zu machen.

Inhalt

Was als kühne Idee in einem Seminarraum der University of the South Pacific im Jahr 2019 begann, entwickelte sich zu einer globalen Rechtsrevolution. Angesichts zerstörerischer Zyklone und steigender Meeresspiegel fassten Jurastudierende auf Vanuatu einen Entschluss: Sie wollen nicht länger auf unverbindliche politische Versprechen warten. Ihr Ziel ist der Internationale Gerichtshof in Den Haag. Die Staaten, die hauptsächlich für den Klimawandel verantwortlich sind, sollen für die Schäden haftbar gemacht werden. Es geht um Entschädigungszahlungen in Billionenhöhe. Der Dokumentarfilm "Der Billionen-Prozess" erzählt die außergewöhnliche Geschichte dieses sechsjährigen Marathons. Mit unerschütterlicher Entschlossenheit mobilisierten die Studierenden eine weltweite Jugendbewegung. Ihr Ziel ist ein Rechtsgutachten, das die Pflichten der Staaten zum Klimaschutz völkerrechtlich klärt. Was als studentische Initiative begann, wuchs zu einem Zusammenschluss von mehr als 100 Nationen heran, die schließlich vor das höchste Gericht der Welt zogen. Die Dokumentation zeigt den Kontrast zwischen den bedrohten Küstendörfern des Pazifiks und den prunkvollen Hallen des Friedenspalastes. Hier, Tausende Kilometer von zu Hause entfernt, treten die jungen Menschen schließlich vor das Weltgericht. Es ist ein historischer Wendepunkt: Zum ersten Mal wird die Klimakrise nicht als abstrakte Umweltfrage, sondern als Frage der Menschenrechte und der rechtlichen Haftung verhandelt. Die Industriestaaten wehren sich mit Händen und Füßen gegen mögliche finanzielle Ansprüche. Wer wird vor Gericht Recht bekommen?

Sendungsinfos

Regie: Felix Golenko Untertitel, Stereo
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