ARTE
ARTE Di. 27.01.
Doku
Auf die Migrationsbewegung nach der Befreiung der NS-Konzentrationslager reagierten die Alliierten mit der Einrichtung von provisorischen Lagern für ?Displaced Persons? (DP-Camps). ARTE F
Während die Welt die Bilder der KZ-Befreiung als Symbol des Triumphs feierte, standen die Überlebenden vor einer zermürbenden Realität. ARTE F

Die Überlebenden - Neuanfang nach dem Holocaust

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

  • 1. Folge
  • F 2025
  • 45'
Dokumentation Die Befreiung der Konzentrationslager 1945 markierte für viele Überlebende nicht das Ende ihres Albtraums, sondern den Beginn neuer Ungewissheit. Zehntausende, vor allem jüdische, Häftlinge fanden weder in ihre zerstörten Heimatregionen zurück, noch wurden sie unmittelbar von anderen Staaten aufgenommen. In provisorischen Lagern für "Displaced Persons", häufig auf dem Gelände ehemaliger NS-Lager, verbrachten sie Monate oder Jahre im Wartestand. Ihre Berichte zeigen: Zwischen Trauma, Perspektivlosigkeit und neu erwachtem Lebenswillen entstand eine eigene, von Improvisation geprägte Welt.

Inhalt

Als alliierte Truppen 1945 die Konzentrationslager erreichten, begann für die befreiten Häftlinge eine Phase tiefgreifender Verunsicherung. Während die Welt die Bilder der Befreiung als Symbol des Triumphs über den Nationalsozialismus feierte, standen viele Überlebende, insbesondere jüdische, vor einer zermürbenden Realität: Ihre Gemeinden in Mittel- und Osteuropa waren ausgelöscht, Familien ermordet, Häuser zerstört. Eine Rückkehr war unmöglich. Gleichzeitig verweigerten zahlreiche Staaten ihre Aufnahme - selbst dann, wenn bereits Verwandte im Ausland lebten. Die Folge war eine beispiellose Migrationsbewegung: Millionen befreite Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Holocaust-Überlebende durchquerten Europa auf der Suche nach Sicherheit. Die Alliierten reagierten mit der Einrichtung von Lagern für "Displaced Persons" (DP-Camps), häufig in unmittelbarer Nähe zu ehemaligen NS-Lagern. Unter prekären Bedingungen, bei Mangel an Nahrung, Kleidung und medizinischer Versorgung, begannen die Menschen hier, ihr Überleben zu organisieren. Für rund 60.000 jüdische Überlebende wurde der Aufenthalt in diesen Lagern jedoch zur erzwungenen Wartezeit: ohne Papiere, ohne Staatsbürgerschaft und häufig ohne Aussicht auf Ausreise verstrichen Monate, in Einzelfällen Jahre. Doch im Provisorium wuchs auch Widerstandskraft. Die Lagerbewohner gründeten Selbstverwaltungen, gaben Zeitungen heraus und riefen soziale oder religiöse Institutionen ins Leben.

Sendungsinfos

Regie: Antoine Dauer, Michèle Dominici Stereo
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