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ZDF So. 14.12.
Doku
Schützende Hände: Wildtierärztin Hannah Emde hält die Augen eines Saiga-Kälbchens zu, um es zu beruhigen. ZDF/Oli Roetz
Expedition zum Schutz der Saigas: Wildtierärztin Hannah Emde reist nach Kasachstan. ZDF/Oli Roetz
Goldene Steppe: Wildtierärztin Hannah Emde erkundet die endlosen Graslandschaften Kasachstans. ZDF/Oli Roetz
Rückkehr der Steppentiere: Die Kulane, eine asiatische Wildeselart, kehren zurück in ihre ursprüngliche Heimat. ZDF/Oli Roetz
Goldene Steppe: Wildtierärztin Hannah Emde erkundet die endlosen Graslandschaften Kasachstans. ZDF/Oli Roetz
Rückkehr der Steppentiere: Die Kulane - asiatische Wildesel kehren zurück in ihre ursprüngliche Heimat. ZDF/Oli Roetz
Nichts als Gras: Kasachstan besteht zu großen Teilen aus Grasland- ein faszinierendes und völlig unterschätztes Ökosystem. ZDF/Oli Roetz
Wunderschönes Abendrot: Abends entsteht über der endlosen Steppe ein schönes Schauspiel am Himmel. ZDF/Oli Roetz
Endlose Weite: Die kasachische Steppe ist riesig groß. In Kasachstan findet sich der größte und noch am besten erhaltene Teil der großen Eurasischen Steppe. ZDF/Oli Roetz
In Kasachstan entdeckt Hannah Emde den Zauber der Steppe. Graslandschaften sind ein unterschätztes und faszinierendes Ökosystem. ZDF/Oli Roetz

Faszination Erde - mit Hannah Emde

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Kasachstan - Die Steppe lebt

  • D 2025
  • 44'
Natur und Umwelt

Inhalt

Endlose Weite und Gras, Gras, Gras. Die kasachische Steppe wirkt unscheinbar, dabei ist sie voller Leben. Es gibt Antilopen und sogar Flamingos. Fast ein bisschen wie in Afrika. In der endlosen Steppe begleitet Wildtierärztin Hannah Emde Menschen, die einen kühnen Plan verfolgen: Die Steppe soll in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden. Dafür müssen die großen Steppentiere hier wieder eine neue Heimat finden. Das Schutzgebiet trägt den schönen Namen Altyn Dala - "Die goldene Steppe". Hier lebt die Saiga-Antilope. Mit ihren auffallend großen rüsselartigen Nasen wirken sie fast wie Fantasiegestalten aus einer anderen Welt. Die Saigas treffen sich hier alle Anfang Mai zu großen Zusammenkünften von mehreren Zehntausenden Tieren. Dann bringen sie alle gleichzeitig ihre Kälbchen zu Welt. Die meisten in nur einer einzigen Woche. Das Kalbungstreffen ist für den Saiga-Forscher Steffen Zuther von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt eine gute Gelegenheit, mehr über den Zustand der Herden zu erfahren. Zusammen mit Hannah Emde untersucht er die neugeborenen Kälber und macht einen Gesundheitscheck. Die Anzahl gesunder Kälbchen gibt Aufschluss über den Zustand der gesamten Gruppe. Die Saiga-Antilopen sind jetzt schon eine Erfolgsgeschichte des Artenschutzes. Die Tiere waren noch vor einigen Jahren stark bedroht. Die Bestände wurden besonders durch die Jagd stark dezimiert. Und dann kam 2015 sogar noch ein Massensterben durch eine bakterielle Infektion hinzu. In ganz Kasachstan waren nur noch rund 100.000 Tiere übrig. Heute sind es dank Schutzmaßnahmen wieder mehr als drei Millionen. Die Steppe wirkt nur auf den ersten Blick eintönig. Mitten in der Steppe gibt es Oasen, wie den Tengizsee. Der See ist rund dreimal so groß wie der Bodensee. Und im Sommer finden sich hier riesige Schwärme an Flamingos. Obwohl man es ihr nicht ansieht: Die Steppe ist ein Hotspot der Artenvielfalt. Ihr verdanken wir Pflanzen, die unser aller Leben bunter machen. Es gibt hier viele seltene Arten von wilden Tulpen. Zentralasien ist die Ursprungsregion der Tulpen. Die Blumen sind hier vor langer Zeit entstanden, bevor sie ihren Siegeszug um die ganze Welt angetreten sind. Heute sind die Steppengebiete bedroht. Graslandschaften zählen zu den gefährdetsten Ökosystemen der Welt. Ihre Stärke ist ihre Schwäche. Weil sie so fruchtbar und leicht zu bewirtschaften sind, sind sie für die landwirtschaftliche Nutzung optimal geeignet. Wenn die Steppe zurückkehren und leben soll, dann braucht sie Helfer: Im Moment sind die Saiga-Antilopen noch die einzigen großen Pflanzenfresser, die in freier Natur in der zentralen Steppe Kasachstans leben. Doch das soll sich bald ändern. Weitere seltene Steppentiere sollen zurück in ihre ursprüngliche Heimat kommen, in der sie schon lange ausgestorben sind. Przewalski-Pferde und Kulane - eine asiatische Wildeselart - sollen zusammen mit den Saiga-Antilopen die Big Three Kasachstans vervollständigen. Die Forschenden sind dabei, diese Tiere wieder in ihrem ursprünglichen Lebensraum anzusiedeln. Hannah Emde assistiert der Wildtierärztin Julia Bohner vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung bei einer nächtlichen Aktion. Sie statten eine junge Eselin mit einem GPS-Sender aus, um so nach der Freilassung ihre Wege weiterhin verfolgen zu können. Ziel der Forschenden ist es, das Steppen-Ökosystem wieder vollständig herzustellen. Dazu wollen sie alle wichtigen großen Pflanzenfresser ansiedeln, die hier auch früher gelebt haben. Denn eine Steppe ohne Pflanzenfresser ist unvollständig und auch ungesund. Erst durch das Zusammenspiel von Tieren und Pflanzen ergibt sich ein funktionierendes Ökosystem. Das Projekt zur Rückkehr der wilden Tiere im Schutzgebiet Altyn Dala ist ein Vorzeigeprojekt. Von der UN wurde es als eines von nur zehn weltweiten Flagschiffprojekten zur Wiederherstellung von Ökosystemen ausgezeichnet. Es ist möglich, wiederaufzubauen, was der Mensch einmal zerstört hat. Wir können die Zeit zurückdrehen!

Sendungsinfos

VPS: 14.12.2025 19:30, Untertitel, Hörfilm, Stereo
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